Klares Nein zum Flugplatz-Verkauf

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Die Bürgerbegehren gegen den Verkauf der Flugplatz-Anteile waren erfolgreich: Egelsbach und Langen dürfen sie in den kommenden drei Jahren nicht an das amerikanische Geschäftsflieger-Unternehmen NetJets veräußern.

Egelsbach/Langen - Über Monate wurde erbittert gestritten, nun hat Volkes Stimme das vorerst letzte Wort gesprochen: Die Bürgerbegehren gegen den Verkauf der Egelsbacher und Langener Anteile am Flugplatz Egelsbach waren erfolgreich. Von Holger Borchard und Markus Schaible

Beide Kommunen dürfen somit ihren zusammen rund 20-prozentigen Anteil in den kommenden drei Jahren nicht an das amerikanische Geschäftsflieger-Unternehmen NetJets veräußern, dem die restlichen 80 Prozent schon seit dem Frühjahr gehören.

Dass in Egelsbach die Entscheidung zugunsten des Bürgerentscheids mit 62 Prozent (3 669 mal Ja, 2249 mal Nein bei 5 918 gültigen Stimmen) deutlich ausfiel, kam nach der Vorgeschichte der vergangenen Monate nicht unerwartet. Dass es in Langen nur unwesentlich knapper zuging, war indes so nicht unbedingt vorherzusehen. Letztlich votierten 59,94 Prozent (10 102 mal Ja, 6 752 mal Nein bei 16 854 gültigen Stimmen) gegen den Verkauf.

Bürgerinitiative Flag-E erleichtert und zufrieden

Ergebnisse:

Langen: 59,94 Prozent JA

Egelsbach: 62 Prozent JA

Die Egelsbacher Bürger als höchste demokratische Instanz haben sich klar gegen den Verkauf der Anteile und somit gegen einen Ausbau des Flugplatzes entschieden“, resümierte der Sprecher der Bürgerinitiative Flag-E, Günther de las Heras, ebenso zufrieden wie erleichtert. „Dieses Votum, getroffen bei einer hohen Wahlbeteiligung von 65 Prozent, hat den Stellenwert eines Parlamentsbeschlusses und ist ein klarer Auftrag für den Gemeindevorstand und die Parteien. Jetzt können sie nicht länger in Zweifel ziehen, wie der kleine Mann auf der Straße denkt und müssen danach handeln. Aus unserer Sicht ist dieses Ergebnis eine Chance, die Egelsbach nutzen muss.

Was nutzt uns das Ergebnis denn?“, konterte Bürgermeister Rudi Moritz, der sich von der Deutlichkeit des Bürgervotums überrascht zeigte. „Nichts nutzt es uns. Wir durften bis heute mitsprechen, aber nicht mitbestimmen und daran ändert sich ab morgen rein gar nichts.“ Wohl oder übel habe NetJets nun drei Jahre Zeit, die Bürger von seinen guten Absichten zu überzeugen, „von denen ich nach wie vor überzeugt bin“, so Moritz.

Deutliche Mehrheit für das Bürgerbegehren

Der Erfolg der Verkaufsgegner, der sich in Egelsbach spätestens nach der Auszählung des vierten von zehn Wahlbezirken manifestiert hatte, war in Langen ebenfalls lange vor dem Vorliegen des endgültigen Ergebnisses gewiss. Nicht unbedingt zu erwarten dabei: Auch in den mittleren und nördlichen Wahlbezirken, die vom Betrieb des Flugplatz gar nicht tangiert werden, sprach sich eine deutliche Mehrheit für das Bürgerbegehren aus.

Die Langener haben sich in dieser wichtigen Angelegenheit eindeutig geäußert“, freute sich auch Dr. Eberhard Klapp auf von der Langener Bürgerinitiative. „Und die klare Mehrheit zeigt, dass dies kein Zufall ist.“ Er hofft nun auf ein Umdenken bei den politischen Verantwortlichen: „Immerhin sind nicht Stadtverordnete, Magistrat oder Bürgermeister die Anteilseigner, sondern die Bürger, und die haben nun entschieden.“ Denn eines sei klar: Aufgrund des Verlusts der Sperrminorität in Folge des Anteilsverkaufs der Stadtwerke Langen könne der Mehrheitseigentümer tun und lassen, was er wolle – und Themen wie der Ausbau seien nicht vom Tisch. „Für die BI ist die Arbeit damit nicht erledigt.

Ich muss mich jetzt erst einmal genau informieren, wie ich mich zukünftig in der Gesellschafterversammlung zu verhalten habe“, sagte Bürgermeister Frieder Gebhardt, der keinen Hehl daraus machte, dass er sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte: „Aber wir müssen damit leben. Ich hoffe nur, dass wir nicht Gefahr laufen, unsere Einlagen zu verlieren.

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