„Können nicht mehr warten“

„Corona-Hotspot im Kreis“: Egelsbach beschließt eigene Maßnahmen

Ein Corona-Schnelltest.
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Alle Angestellten der Kitas und der Verwaltung sollen sich ab sofort wieder zweimal die Woche testen. (Symbolbild)

In Egelsbach im Kreis Offenbach klettert die Sieben-Tage-Inzidenz über 350. Die Gemeinde beschließt nun eigene Schutzmaßnahmen gegen Corona.

Egelsbach – Es ist ein drastischer Titel, den sich die Gemeinde selbst gibt: Fast unbemerkt habe sich Egelsbach in der zurückliegenden Woche zu einem „Corona-Hotspot im Kreis“ entwickelt, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Innerhalb der vergangenen sieben Tage hat sich die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Klammernschnitzerdorf von 33 auf 60 fast verdoppelt (Stand: Mittwochnachmittag, 17.11.2021), allein zwischen dem vergangenen Donnerstag und Sonntag kamen 28 Neuinfektionen hinzu. Besonders betroffen: die sowieso schon gebeutelten Kitas.

Deshalb reagiert die Gemeinde nun. Zusammen mit dem seit rund 20 Monaten installierten Verwaltungsstab hat Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) einige Maßnahmen beschlossen, die auf lokaler Ebene umsetzbar sind. „Wir haben lange die Hoffnung gehabt, dass wir auf weitere Schließungen und Kontaktbeschränkungen verzichten können“, beschreibt der Rathauschef die aktuelle Situation. „Aber bei solchen Zahlen und einer rechnerischen Inzidenz von inzwischen über 350 müssen wir handeln. Wir können nun nicht mehr weiter auf Verordnungen vom Bund und dem Land Hessen* warten.“

„Corona-Hotspot“ im Kreis Offenbach: Egelsbach reagiert auf dynamische Corona-Lage

Zunächst sollen in den Kitas wieder kleinere geschlossene Einheiten gebildet werden, analog zu den bereits im vorigen Lockdown etablierten Tandem-Gruppen. „Wir gehen davon aus, dass wir dies so einrichten können, dass durch diese Maßnahme keine weiteren Einschränkungen der Betreuungszeiten notwendig werden“, versucht Wilbrand die bereits überstrapazierten Nerven vieler Familien zu beruhigen. Außerdem wird allen Angestellten im Erziehungsdienst und auch in der Verwaltung dringend empfohlen, sich zweimal die Woche zu testen. Für Ungeimpfte sei dies mit der neuen Verordnung sowieso Pflicht. Aber auch Geimpften und Genesenen werden diese Tests ans Herz gelegt. „Leider ist festzustellen, dass eben auch Geimpfte und Genesene erkranken und ansteckend sind“, begründet der Bürgermeister diesen Schritt. Die Selbsttests stelle die Gemeinde zur Verfügung.

In diesem Zuge werden auch die offenen Sprechstunden mittwochs und donnerstags, die Egelsbach als einzige Gemeinde im Kreis noch angeboten hatte, bis auf Weiteres eingestellt. Die Verwaltung kann nur noch mit vorher vereinbartem Termin betreten werden. In der VHS und der Musikschule wird konsequent bei allen Angeboten auf 3G gesetzt. Für das Seniorenprogramm soll in Zukunft 2G-plus gelten, das heißt, die Angebote sind nur noch für gegen Corona Geimpfte und Genesene mit aktuellem Schnelltest zugänglich.

Corona-Lage in Egelsbach verschärft sich: Regeln für Veranstaltungen in gemeindeeigenen Räumlichkeiten

Die gemeindeeigenen Räumlichkeiten werden bis auf Weiteres nicht mehr für Veranstaltungen vermietet. Mit den Organisatoren bereits angemeldeter Veranstaltungen will die Gemeinde klären, ob ein freiwilliger Verzicht in Frage kommt. Ansonsten würde sie – als Hausherrin – hier ebenfalls auf 2G-plus bestehen. (msc) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Kontrolleure in Zivil haben Gastro im Blick

Seit dem 11. November müssen in Hessen Gastronomiegäste, die keinen vollständigen Impfschutz oder Genesenen-Nachweis vorlegen können, einen negativen PCR-Test bei sich führen. Die Gemeinde will die Einhaltung dieser Regel nun verstärkt kontrollieren. „Insbesondere die nicht ausreichende Überprüfung der Negativnachweise wird bei uns bemängelt“, erklärt Werner Schaffner, Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Mobilität. „Während wir bislang auf die Eigenverantwortung der Gastronomen und ihrer Gäste setzten, sehen wir uns nun gezwungen, auch wieder verstärkt Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln durchzuführen.“

Beschäftigte des Fachdienstes und der Ordnungspolizei würden ab sofort unangekündigte Kontrollen in ziviler Kleidung vornehmen. Überprüft werde dabei auch, ob es ein Abstands- und Hygienekonzept gibt, die Maskenpflicht bis zum Sitzplatz eingehalten wird und das Personal der Gaststätten einen Negativnachweis vorlegen kann. Darüber hinaus müssen auch andere Bereiche mit Überprüfungen rechnen, zum Beispiel die „körpernahen Dienstleistungen“ wie Friseure. (msc)

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