SPD macht Boden gut

Kommunalwahl Egelsbach: Grüne feiern Rekordergebnis

Kommunalwahl (Symbolbild)
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Die Grünen entscheiden die Kommunalwahl in Egelsbach klar für sich. Mit satten 33,9 Prozent der Stimmen setzen sie sich von den anderen Parteien ab. (Symbolbild)

Was für eine Überraschung bei der Kommunalwahl in Egelsbach: Die Grünen übertrumpfen mit einem Rekordwert ihre Konkurrenz. Die SPD macht holt im Vergleich zum Trendergebnis etwas auf, die WGE büßt zwei Mandate ein.

Egelsbach – Um 10.25 Uhr steht am Dienstag dann tatsächlich fest, was sich bereits seit zwei Tagen angebahnt hatte: Die Grünen gehen als strahlender Sieger aus der Kommunalwahl in Egelsbach hervor. Mit satten 33,9 Prozent der Stimmen übertrumpfen sie nicht nur alle anderen Parteien deutlich, sondern auch ihr eigenes bisheriges Rekordergebnis aus dem Jahr 2011: Damals holten die Grünen – Stichwort „Fukushima-Effekt“ – 31 Prozent.

Künftig wird also die Öko-Partei mit zehn Mandaten (bisher: sechs) in der Gemeindevertretung den Kurs vorgeben. „Das ist schon ein Pfund“, freut sich Spitzenkandidat und Fraktionschef Harald Eßer, „wir sind sehr erfreut darüber.“ Besonders glücklich mache ihn, „dass wir jetzt mit nur einem Partner eine Mehrheit bilden können, das war bislang nicht so“. Die Grünen wollen mit SPD und CDU über eine eventuelle feste Zusammenarbeit reden. „Aber auch für wechselnde Mehrheiten wären wir jetzt gut aufgestellt“, so Eßer.

Als Themen, die es nun anzugehen gilt, nennt er die Sporthallen-Sanierung und das Schaffen von Wohnraum. „Da haben wir Millionen-Projekte vor der Brust.“ Auch die Themen Fluglärm und Umweltschutz gelte es anzupacken. „Das wollen wir uns jetzt schnell vornehmen“, so Eßer.

Nach Veröffentlichung des ersten Trendergebnisses am Sonntagabend hatte die SPD noch wie die große Verliererin ausgesehen (17,1 Prozent, fünf Sitze). Doch durch das Kumulieren und Panaschieren haben die Sozialdemokraten einiges an Boden gut gemacht. Mit nun 21 Prozent verlieren sie zwar insgesamt 6,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016, in der Gemeindevertretung büßen sie aber nur ein Mandat ein. Der verlorene Sitz sei dennoch schade, sagt Spitzenkandidat Daniel Görich: „Damit haben wir weniger Manpower und die Arbeit verteilt sich auf weniger Schultern.“

Die Aufholjagd hat die SPD auch einigen prominenten Namen auf ihrer Liste zu verdanken, die viele Einzelstimmen auf sich vereinen können. Hans-Joachim Jaxt, bisheriger Vorsitzender der Gemeindevertretung und ehemaliger Vorsitzender der KGE, klettert von Platz acht auf Platz eins, Ex-Bürgermeister Jürgen Sieling von zehn auf drei. „Wir haben unsere Wahlkampfthemen mit Personen verknüpft“, sagt Görich. „Ich denke, das hat uns Glaubwürdigkeit gebracht.“ Für Gespräche mit den Grünen, denen er „ein Wahnsinns-Ergebnis“ bescheinigt, sei man offen, so Görich. „Erst mal müssen wir uns als Fraktion finden. Aber wir würden auf keinen Fall Nein sagen.“

Die CDU konnte sich im Trendergebnis noch über die zweitmeisten Stimmen freuen, nach Auszählung aller Wahlzettel sind die Christdemokraten nur noch drittstärkste Kraft. Mit 17,8 Prozent und weiterhin sechs Sitzen hält die CDU fast exakt ihr 2011er Niveau. „Der Trend sah eine ganze Nummer schöner aus“, gibt Spitzenkandidat Sascha Wurm zu. „Aber sechs Sitze sind auch eine solide Leistung für uns.“ Einer Kooperation mit den Grünen gegenüber sei er aufgeschlossen: „Wir gehen offen in die Gespräche.“ Den Grünen bescheinigt er: „Sie haben einen tollen Wahlkampf gemacht und sich in den letzten Jahren gut dargestellt.“

Leichte Frustration herrscht bei der WGE (13,9 Prozent), die zwei ihrer bisherigen sechs Mandate verliert. „Wir hatten natürlich gehofft, wieder – wie 2016 – mit sechs Leuten einzuziehen. Aber der Wähler hat entschieden, so ist es halt“, sagt Spitzenkandidat Manfred Müller.

Die FDP bleibt bei vier Sitzen, Fraktionschef Axel Vogt freut sich trotzdem über den Zuwachs bei den Stimmen: Um zwei Prozentpunkte geht es für die Liberalen rauf auf 13,4 Prozent. „Das heißt, dass unsere Wähler zufrieden mit uns sind und spricht für unsere gute Arbeit hier vor Ort“, findet der Spitzenkandidat. „Wir wollten wieder mindestens zu viert in die Gemeindevertretung einziehen“, so Vogt. Das ist geglückt. (Manuel Schubert)

Weitere Informationen zur Kommunalwahl im Kreis Offenbach gibt es in unserem Liveticker.

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