FDP und WGE jubilieren

Hochinteressantes Kräfteverhältnis

Egelsbach - Acht - sechs - sechs - sechs - vier - eins: Weder eine Safe-Kombination noch eine Telefonnummer und ebenso wenig die Lottozahlen für Ostfriesland. Die Rede ist von der Sitzverteilung in der neuen Egelsbacher Gemeindevertretung. Von Holger Borchard 

Sechs Fraktionen – eine mehr als bisher – teilen sich die 31 Plätze im Ortsparlament. Mit acht Sitzen werden die Sozialdemokraten stärkste Kraft sein, gleichauf gefolgt von Grünen, CDU und Wahlgemeinschaft mit je sechs Vertretern. Die FDP-Fraktion wird vier Mitglieder zählen, die Linke zieht erstmals in die Gemeindevertretung ein und erhält einen Sitz.

Am Montagmittag gegen 12.30 Uhr stand das vorläufige Endergebnis der Kommunalwahl 2016 in Egelsbach fest. Mit Blick auf die Sitzverteilung änderte sich durch die Auswertung der Stimmzettel, auf denen die Wähler kumuliert und panaschiert haben, nichts mehr gegenüber dem Trendergebnis vom Sonntagabend. Allerdings ergaben sich prozentuale Verschiebungen, die die Endresultate von vier Fraktionen (CDU, WGE, FDP, Linke) ein Wenig schrumpfen lassen. Die Grünen legten minimal (0,3 Prozent) zu. Als größter Profiteur entpuppte sich wie vor fünf Jahren die SPD, die von Sonntag auf Montag um 2,7 Prozent zulegte.

„Fast die Hälfte der Wähler hat vom Kumulieren und Panaschieren Gebrauch gemacht“, merkt Wahlleiter Michael Schmidt an. Für Statistiker: Auf 2051 Wahlzetteln war nur ein Kreuzchen (das Listenkreuz) zu finden, in 1982 Fällen wurden die Möglichkeiten angewendet, die das hessische Wahlrecht gewährt. 194 Stimmzettel waren ungültig.

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Die Wahlanalyse lässt sich kurz und bündig halten: Die drei „großen“ Parteien verdauen mehr oder minder kräftige Stimm- und Sitzverluste, die zwei Kleinen – WGE und FDP – fahren in der Höhe nicht erwartete Zugewinne ein. Die Linke komplettiert mit einem Sitz das Fraktionen-Spektrum, holt beim ersten Antreten 4,2 Prozent. Und darüber, dass in Egelsbach keine AfD angetreten ist, kann man mit Blick auf den Rest des Landes nur drei Kreuze machen.

Ein Blick auf die Gebeutelten: Am stärksten erwischt hat es die Grünen. Die Öko-Partei, die vor fünf Jahren vom Fukushima-Effekt profitierte, stürzt von 31,0 auf 20,9 Prozent ab und verliert drei Sitze. „Immerhin sind wir noch zweitstärkste Fraktion und liegen über 20 Prozent, also klar über dem langjährigen Trend vor Fukushima“, sieht Fraktionschef Harald Eßer nicht nur Negatives. Die Sozialdemokraten kommen als stärkste Fraktion auf 27,4 Prozent der Stimmen (2011: 31,0), während die CDU bei 18,3 Prozent (21,0) liegt.

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„Das beste FDP-Ergebnis in Egelsbach aller Zeiten“, feiern Axel Vogt und die Liberalen. Vogts Dasein als Einzelkämpfer im Parlament hat somit ein Ende; die FDP verbessert sich von 4,9 auf 11,4 Prozent und vier Sitze. „Ein hervorragendes Ergebnis“ lässt auch Georg Dinca im Namen der WGE jubeln. „Das Bürgerbegehren und unser offener Umgang mit den Bürgern“, macht Dinca als Gründe des Erfolgs aus. Seine Partei klettert von 12,5 Prozent in 2011 auf 17,9 Prozent und sechs Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 Prozent (50,4 Prozent in 2011). 4 227 von 8 750 Wahlberechtigten gaben ihre Stimmen ab.

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