Thema Umweltschutz trifft Nerv

Kommunalwahl in Egelsbach: Grüne liegen deutlich vorne - SPD die große Verliererin

Symbolbild zu Bündnis90/Die Grünen
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Die Grünen werfen in der März-Ausgabe ihrer Publikation dem  „Grünschnabel“ Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) vor, ein „dubioses Hinterzimmer-Geheimnis“ zu haben.

Das Trendergebnis der Kommunalwahl in Egelsbach ist da: Die Grünen sorgen für eine Überraschung, die SPD stürzt ab.

Egelsbach – Einen grünen Bürgermeister hat Egelsbach bereits, künftig könnten die Grünen auch in der Gemeindevertretung den Ton angeben. Zumindest sind die Parteikollegen von Rathauschef Tobias Wilbrand der große Gewinner des Sonntagabends: Als um 20.51 Uhr das Trendergebnis der Kommunalwahl feststeht – dazu wurden nur die mit einem Listenkreuz versehenen Stimmzettel ausgewertet – liegen die Grünen schon fast uneinholbar vorne. Bei 35,5 Prozent steht die Öko-Partei aktuell – ein Zuwachs um fast 15 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2016. Damals holten die Grünen in Egelsbach 20,9 Prozent.

„Wir sind nicht überrascht, dass wir ein gutes Ergebnis geholt haben“, sagt Spitzenkandidat Harald Eßer kurz nach Veröffentlichung des Trends. „Aber damit, dass es so gut wird, hatten wir nicht gerechnet.“ Offensichtlich trifft das Thema Umweltschutz auch in Egelsbach einen Nerv. „Die Leute haben gemerkt, dass es fünf vor zwölf ist“, glaubt Eßer, der mit seinen Parteikollegen via Zoom anstößt und feststellt: „Egelsbach wird grün.“

Große Verliererin am Sonntagabend ist die SPD, die bei lediglich 17,1 Prozent liegt. Bliebe das so, wäre das ein herber Verlust von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2016, als die Sozialdemokraten mit 27,4 Prozent als klarer Sieger aus der Kommunalwahl hervorgegangen waren. „Das Ergebnis ist natürlich nicht so, wie wir es uns erhofft haben“, sagt Spitzenkandidat Daniel Görich. „Ich bin aber immer noch der Meinung, dass unsere Themen – bezahlbarer Wohnraum, sicherer Radverkehr, eine vernünftige Vereinsförderung – relevant sind. Dafür wollen wir uns für unsere Wähler weiter einsetzen.“

Besser läuft es für die CDU, die aktuell zweitstärkste Kraft ist und leicht auf 20,2 Prozent klettert (2016: 18,4). Auch die FDP legt mit 12,5 Prozent etwas zu (2016: 11,4), wohingegen die WGE mit 14,7 Prozent leicht einbüßt (2016: 17,9).

Erfreulich ist die Wahlbeteiligung von 52 Prozent – fast vier Prozent mehr als 2016. Laut Bürgerbüro-Leiterin Sina Schmitz machten 36,4 Prozent der Wahlberechtigten von der Briefwahl Gebrauch. Auch deshalb ging es an den Urnen ruhig zu, wie Wahlleiter Manfred Kraus berichtet: „Der Andrang war sehr überschaubar, es gab keine Schlangen.“ Am heutigen Montag werden im Rathaus die Stimmzettel gezählt, bei denen Kandidatenstimmen verteilt oder Kandidaten gestrichen wurden. (Manuel Schubert)

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