Konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung

Genossen auf allen bedeutenden Posten

Egelsbach - Die konstituierende Sitzung der neuen Egelsbacher Gemeindevertretung am Donnerstagabend hat ihre Sieger und Verlierer. Zu Ersteren zählt fraglos die SPD. Die Sozialdemokraten stellen nun neben dem Bürgermeister auch die Erste Beigeordnete und den Vorsitzenden der Gemeindevertretung. Von Holger Borchard

Irmgard Bettermann heißt die neue Erste Beigeordnete der Gemeinde. Sie löst Werner Fritzsche (Grüne) ab, der dem Sechser-Gremium an der Seite des Rathaus-Chefs freilich als „normaler“ Beigeordneter erhalten bleibt. Gleiches Schema beim Vorsitz der Gemeindevertretung: Mit Hans-Joachim Jaxt beerbt ein SPD-Mann einen Grünen, in diesem Fall Jörg Strobel. Das sind die wichtigsten Personalien der Sitzung, in der neue und wiedergewählte Gemeindevertreter das erste Mal zusammen tagten.

Die Frage, welche Fraktion sich als großer Verlierer der Ämterneubesetzung fühlen darf, wäre damit auch beantwortet. Neben den Grünen im „Boot der Verlierer“ sitzt die CDU. Die Union hatte mit zwei Beigeordneten im Gemeindevorstand, unter Umständen sogar mit dem Posten des Ersten Beigeordneten geliebäugelt. Sie stellt künftig aber wie die Grünen nur einen Beigeordneten. Derer zwei entsendet stattdessen die Wahlgemeinschaft. Die WGE-Fraktion trug folglich gut gelaunte Miene zur Schau. Bleibt die FDP: Ein Vertreter im Gemeindevorstand, für den Fraktionschef der Posten des Egelsbacher Repräsentanten im Regionalverband – auch Axel Vogt & Co. sind hochzufrieden. Zumal ihnen obendrein die Genugtuung bleibt, als Zünglein an der Waage dem vorangegangenen Postengeschacher hinter den Kulissen in letzter Minute die einige böse überraschende und definitiv entscheidende Wende verpasst zu haben.

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Um das Ganze zu verstehen, muss man die Uhren zurückdrehen – mehr dazu im „Notizbuch der Woche“. Fakt ist: Zur konstituierenden Sitzung sind SPD (8 Sitze), Wahlgemeinschaft (6) und FDP (4) jene sogenannte Listenverbindung eingegangen, die ihnen kraft der gemeinsamen 18 Sitze Recht und Stärke verlieh, die Personalentscheidungen des Donnerstags entscheidend nach eigenem Gusto zu steuern. Es beginnt mit der Wahl des Ersten Beigeordneten: Mangels Gegenkandidaten für Jaxt ruck, zuck in offener Abstimmung vollzogen. Die Grünen wollten Jörg Strobel erneut nominieren, das ist ein offenes Geheimnis. Angesichts der absehbaren Chancenlosigkeit gegen die Dreier-Liste verzichten sie freilich drauf und ziehen in der weiteren Folge des Abends noch mehrfach Kandidaturen zurück, damit ihr Elend schneller vorüber ist.

In Namen ausgedrückt, liest sich das Resultat der Premierensitzung wie folgt: Neben Irmgard Bettermann als Erster Beigeordneter und Stellvertreterin des Bürgermeisters sowie Werner Fritzsche bilden künftig Klaus Dieter Bergerhausen (CDU), Inge Braukmann-Best und Helmut Fink (beide WGE) sowie Valentin Becker (FDP) den ehrenamtlichen Gemeindevorstand. Da die meisten der Genannten aus der Gemeindevertretung aufrückten, mussten sogenannte Nachrücker für die Gemeindevertretung benannt werden. Für die SPD ist dies Hans-Jürgen Haas, für die Grünen Herbert Kühnel. CDU-Nachrücker ist Hüsnü Celik, für die Wahlgemeinschaft ziehen Rolf Seib und Matthias Fink nachträglich ins Parlament ein.

Versprochen - gebrochen: Die bekanntesten Wahllügen

Einen Ausblick, wie er sich die kommende Legislaturperiode vorstellt, gibt abschließend Hans-Joachim Jaxt. „Ich möchte als gelebte Bürgernähe die regelmäßigen Gemarkungsrundgänge wieder einführen und ebenso einmal im Jahr den Parlamentarischen Abend für die Vorsitzenden der Vereine und Körperschaften“, kündigt Jaxt an.

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