Es bleibt nur der Umweg

Langener Straße in Egelsbach: Einbahnregelung wird nicht für Radfahrer aufgehoben

Zwischen Schul- und Ernst-Ludwig-Straße ist die Langener Straße nur in südliche Richtung passierbar. Die SPD hätte für Radfahrer gern eine Ausnahme gemacht.
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Zwischen Schul- und Ernst-Ludwig-Straße ist die Langener Straße nur in südliche Richtung passierbar. Die SPD hätte für Radfahrer gern eine Ausnahme gemacht.

Die Egelsbacher SPD will die Einbahnregelung in der Langener Straße für Radfahrer aufheben. Doch in der Gemeindevertretung findet sich keine Mehrheit für das Vorhaben.

Egelsbach – Auf der Langener Straße herrscht zwischen Schul- und Ernst-Ludwig-Straße eine Einbahnregelung. Da Radfahrern, die nach Norden in Richtung Langen wollen, ein gut 500 Meter langer Umweg über die Weedstraße winkt, kürzen viele illegal durch die Langener Straße ab – entgegen der Fahrtrichtung. Die SPD-Fraktion schlägt daher vor, den kurzen Abschnitt für den Radverkehr in beide Richtungen freizugeben. Ein entsprechender Antrag findet in der Gemeindevertretung aber keine Mehrheit.

Der Vorstoß der Sozialdemokraten geht zurück auf eine Radtour im Jahr 2018, bei der mehrere Gemeindevertreter, Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) und Bürger gemeinsam mit dem ADFC gefährliche Stellen abfuhren. So auch die Langener Straße. „Es geht hier um 60 Meter Einbahnstraße, die für Radfahrer einen ordentlichen Umweg bedeuten“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Daniel Görich. Durch die Öffnung würde es nur zu einer leicht erhöhten Nutzung kommen, glaubt er, „weil die meisten es eh schon machen“. Für die Radfahrer werde der Abschnitt jedoch sicherer, da die Autofahrer aufmerksamer seien. Bei der aktuellen Regelung könnten die Autofahrer nicht damit rechnen, dass ihnen Radfahrer entgegenkommen.

Der ADFC Langen-Egelsbach unterstützt den Plan der SPD-Fraktion. Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen hätten bestätigt, dass das Freigeben von Einbahnstraßen für den Radverkehr zu weniger Radfahrern auf Fußwegen und weniger Unfällen mit sich öffnenden Türen führe. Auch gebe es dadurch weniger Unfälle auf den Umleitungsstrecken. Das Argument, dass die Langener Straße womöglich zu eng für eine Öffnung sei, kann der ADFC nicht nachvollziehen: „Es gibt vier Einbuchtungen (Einfahrten, Garage) zum Ausweichen“, schreibt der Fahrrad-Club in einer Stellungnahme. „Langen, Darmstadt und Frankfurt haben das Gegenteil bewiesen mit vielen Öffnungen auch sehr schmaler Straßen.“

Gegenwind kommt ausgerechnet von den Grünen. „Wir begrüßen natürlich alle Ideen, die das Radfahren sicherer machen. Aber das gelingt nur da, wo es auch genug Platz gibt“, betont Eliza Hagenah. Die Langener Straße sei an der betreffenden Stelle zu schmal, „das ist das Risiko einfach nicht wert“. Was sei die Alternative? Parkverbote? „Das ist im Antrag nicht ganz ehrlich formuliert“, kritisiert Hagenah. Das Überbringen etwaiger negativer Nebeneffekte überlasse man hier einfach dem Bürgermeister. Es sei „konzeptionslos“, sich einfach nur einzelne Straßen herauszupicken, so die Grünen-Gemeindevertreterin. Egelsbach brauche ein Verkehrssystem für Fahrradfahrer, ÖPNV und Kfz-Verkehr, „das sich miteinander verträgt und sicher für alle ist“.

Am Ende stimmen neben der siebenköpfigen SPD-Fraktion nur je ein Vertreter von WGE und FDP für das Vorhaben. Der Rest der Gemeindevertretung votiert dagegen. Der SPD-Antrag ist somit abgelehnt. (Manuel Schubert)

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