Weniger Gewaltverbrechen, etliche Einbrüche

Mehr Straftaten bleiben ungeklärt

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Egelsbach - Im Kreis-Vergleich ist Egelsbach noch immer ein sehr sicheres Pflaster: Die Kriminalstatistik der Polizei für 2015 zeigt zwar eine Zunahme von Straftaten im Vergleich zum Vorjahr, allerdings war 2014 auch ein außergewöhnlich gutes Jahr.

Auffällig zugenommen haben zuletzt Einbrüche und Rauschgiftdelikte, auffällig abgerutscht ist die Aufklärungsquote. Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, ist die Anzahl der registrierten Straftaten in Egelsbach kontinuierlich gesunken, von mehr als 700 Fällen im Jahr 2006 auf nun 456 Straftaten. Nur 2014 war es mit lediglich 403 erfassten Delikten noch ruhiger in der Gemeinde. Allerdings: Während die Aufklärungsquote 2014 an der 60-Prozent-Marke kratzte, ist sie im vergangenen Jahr auf ernüchternde 49,3 Prozent abgerutscht. Die gute Nachricht ist: Gewaltverbrechen sind in Egelsbach weiter auf dem Rückzug. Die Polizei registrierte 2015 einen gewaltsamen Todesfall und fünf Sexualdelikte, lediglich einen Raub und 24 Fälle von Körperverletzung. Die Aufklärungsquote im Bereich dieser so genannten Rohheitsdelikte liegt bei fast 90 Prozent.

Während auch die „leichten“ Diebstähle – also Fälle, in denen Kriminelle eine günstige Situation ausnutzen – auf 79 Delikte (2014: 98) gesunken sind, verzeichnet die Polizei bei den „schweren Diebstählen“ einen Zuwachs auf 122 Fälle (2014: 78). In diese Kategorie fallen alle Delikte, bei denen sich Täter gewaltsam Zugang zu ihrer Beute verschaffen – allen voran aus Wohnungen (27 Fälle/2014: 13), aus Geschäftsräumen (14/ 2014: 9) und Autos (20/ 2014: 5). Auffällig ist, dass Wohnungseinbrüche am helllichten Tag florieren (von sechs auf 16 Fälle). Die Aufklärungsquote pendelt im Einbruchsbereich bei mageren acht Prozent, 2014 wurde immerhin noch jeder vierte Einbruch aufgeklärt. Noch niedriger liegt die Quote beim Fahrradklau, der im vergangenen Jahr 38 Mal (2014: 21) zur Anzeige gebracht wurden.

Ungefähr auf dem Vorjahresniveau (89 Fälle/ 2014: 95) geblieben sind Vermögensdelikte wie Betrügereien mit Waren, Kredit- und Debitkarten, Schwarzfahren und Leistungsbetrug. Ferner registrierte die Polizei 41 Sachbeschädigungen und 56 Rauschgiftdelikte. Während ersterer Wert auf Vorjahreslevel liegt, haben sich die Drogendelikte fast vervierfacht. Positiv im Gedächtnis bleibt, dass die Egelsbacher 2015 keinen vorsätzlich gelegten Brand erleben mussten.

Im Vergleich zu anderen Kreisstädten und -gemeinden schneidet Egelsbach durchaus gut ab. Um die unterschiedlich großen Kommunen miteinander vergleichbar zu machen, arbeitet die Kriminalstatistik mit der „Häufigkeitszahl“, die die Straftaten auf 100 000 Einwohner hochrechnet. Egelsbach kommt auf eine Häufigkeitszahl von 4010, der Durchschnitt liegt im Kreis bei 4987 (2014: 4794). Die einzigen zwei Kreiskommunen mit geringerem Strafaufkommen sind Hainburg (3 627) und Mainhausen (2 813). Die Schlusslichter bilden Offenbach (10 620) und Neu-Isenburg (7 248).

cor

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