Für Dunkelgrün gibt’s eins auf den Deckel

Über 1000 Biomülltonnen falsch ausgeliefert

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Egelsbach - Der Fehler liegt ganz klar beim Lieferanten, betont man im Egelsbacher Rathaus. Den nun wohl unvermeidlichen Aufwand hätte man sich und allen Beteiligten gerne erspart. Was los ist? Gut ein Drittel der schönen neuen Egelsbacher Biomülltonnen trägt den falschen Deckel. Von Holger Borchard

Alles läuft auf eine Austauschaktion hinaus. Zirka 3000 Biotonnen sind vor Weihnachten an die Egelsbacher Haushalte verteilt worden. Schwarz ist in allen Fällen der Behälter – dunkelgrün und nicht schallgedämmt allerdings in rund 1100 Fällen der Deckel. Das sollte so nicht sein. Korrekt und wie von der Gemeinde bestellt sind die hellgrünen Deckel, die einen Tick leiser zuklappen. Momentan freilich findet sich in so manchem Straßenzug unter vielen dunkelgrünen Deckeln nur sporadisch Hellgrün – das fuchst die Verantwortlichen im Rathaus um Ordnungsamtsleiter Michael Schmidt gewaltig. Letzteren allein schon deshalb, weil er inzwischen diverse Anfragen à la: „Ich finde Dunkelgrün schöner – kann ich auch so einen Deckel bekommen?“ verkraften muss.

Die Tonnen werden üblicherweise direkt bei der Anlieferung zusammengebaut. Fälschlich geschehen ist das vor allem in den Abfallbezirken eins und zwei, also im Nordosten der Gemeinde (Vogelviertel, Obergärten, Ostendstraße) sowie in einzelnen Straßen im Ortskern. „Aufgefallen ist der Fehler erst, als der komplette Bezirk eins schon beliefert und die Auslieferung im zweiten in vollem Gange warf“, erzählt Schmidt. Er habe daraufhin die Aktion sofort stoppen lassen und bei der beauftragten Firma reklamiert. „Mit ein paar Tagen Verzögerung ist dann die Auslieferung der korrekten Modelle weitergelaufen, aber in den ersten Bezirken war das Kind nun mal in den Brunnen gefallen.“

GreenMade heißt das Zauberwort, das dank verschiedener Farbtöne und Ausführungen mehr Aufwand macht, als Schmidt, Bürgermeister Jürgen Sieling & Co. lieb ist. Dahinter verbirgt sich ein biologischer Kunststoff aus Zuckerrohr. Dem gab die Egelsbacher Verwaltung aus ökologischen Gründen den Vorzug vor billigerer Einheitsware auf Öl-Basis. „Unser Auftrag steht klipp und klar: Wir haben das hellgrüne Modell mit Dämpfung bestellt“, betont der Amtsleiter. Die vom Lieferanten angebotene finanzielle Kompensation des Malheurs sei zu gering, als dass man im Rathaus ernsthaft über sie nachdenke, verrät Schmidt. „Wir bestehen auf der Gewährleistungspflicht und erwarten, dass die falschen Deckel rasch ausgetauscht werden.“ Das immerhin soll für betroffene Bürger entspannt über die Bühne gehen. Amtsleiters Devise: „Wenn’s so weit ist, einfach die Tonne am Abfuhrttag vor der Tür stehen lassen und warten, bis sie umgerüstet ist.“

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