Neues Gremium konstituiert sich und geht erstes Projekt an

Jugendparlament Egelsbach: Dialog mit Gemeindepolitik

Der Vorstand des ersten Egelsbacher Jugendparlaments (von links): Mareike von Tiling (Vorstandsmitglied), Paula Schwarzenau (Vorsitzende), Philipp Kremser (Vorstandsmitglied) und Maxima Trabert (stellvertretende Vorsitzende).
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Der Vorstand des ersten Egelsbacher Jugendparlaments (von links): Mareike von Tiling (Vorstandsmitglied), Paula Schwarzenau (Vorsitzende), Philipp Kremser (Vorstandsmitglied) und Maxima Trabert (stellvertretende Vorsitzende).

Egelsbach – Es ist ein Novum in der Egelsbacher Gemeindepolitik – ein Ort zur Mitbestimmung von Jugendlichen in politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen: das Egelsbacher Jugendparlament. Bei der konstituierenden Sitzung des frisch gewählten Gremiums stehen für die 19 Abgeordneten zunächst Wahlen zum Vorstand an, ehe es auch schon um die erste Thematik – die Planung der Freizeitfläche – geht.

Bürgermeister Tobias Wilbrand begrüßt die Jungparlamentarier im Sitzungssaal des Rathauses und beschreibt das Ereignis als „historisch“. „Als bei einer Bürgersprechstunde im Jahr 2018 Mareike von Tiling und Paula Schwarzenau, die nun auch unter uns sind, auf mich zu gekommen sind und den Wunsch eines Jugendparlamentes geäußert haben, hat das den Anstoß gegeben. Und nun sitzen wir bereits zweieinhalb Jahre später hier und hoffen auf gute Entscheidungen“, so Wilbrand. 19 Delegierte hat die Egelsbacher Jugend dafür in einer Briefwahl entsandt. Mit zwei weiteren Vertretern aus der Wilhelm-Leuschner-Schule wird das Parlament dann in der nächsten Sitzung komplettiert sein.

Neues Jugendparlament wählt ersten Vorstand

Unter der Leitung von Robert Hoppe vom Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main e.V., der den Aufbau des ersten Jugendparlamentes maßgeblich unterstützt hat, legen die Jugendlichen mit der Tagesordnung los. Nach einer kurzen Kennlernrunde wählen sie ihren Vorstand. Zu Gast sind dafür Cornelius Miller und Hejar Hussein aus dem Vorstand des Langener Jugendforums, die von ihren Erfahrungen und Aufgaben berichten. Für den anschließenden Wahlgang müssen dann alle demokratischen Möglichkeiten der Hessischen Gemeindeordnung – von Stichwahlen bis hin zu Losverfahren – herhalten. Schlussendlich setzt sich Paula Schwarzenau in der entscheidenden Wahl durch und wird zur Vorsitzenden des ersten Egelsbacher Jugendparlaments gewählt. Die 17-jährige erklärt in ihrer Bewerbungsrede, dass sie bereits in Langen das Jugendforum mit aufgebaut hat und diese Erfahrungen nun auch in Egelsbach einbringen möchte. Im Mittelpunkt der Arbeit des Jugendparlamentes soll aber vor allem der Spaß stehen. Stellvertretende Vorsitzende wird Maxima Trabert, den Vorstand komplettieren Mareike von Tiling und Philipp Kremser.

Der neue Vorstand übernimmt daraufhin die Sitzungsleitung. Die Wahl der Beisitzer aus Egelsbach wird zunächst auf die nächste Sitzung (für Mittwoch, 17. November vorgesehen) vertagt, die Position des Beisitzers aus der Nachbarkommune wird bereits Cornelius Miller als Vorsitzender des Langener Jugendforums gewählt. Auch erste Arbeitsgemeinschaften werden gegründet, darunter eine für die Freizeitfläche, Finanzen, Fahrrad/Verkehr, Öffentlichkeitsarbeit und Umwelt.

Der erste Entwurf für die Jugendfläche mit Multifunktionsplatz neben dem Egelsbacher Bauhof.

Um an diesem Abend auch mit der inhaltlichen Arbeit zu starten, übernimmt Bürgermeister Wilbrand das Wort und stellt die ersten Entwürfe für die Freizeitfläche für Jugendliche vor, zu der es vor einigen Wochen unter den jungen Egelsbachern eine Umfrage gegeben hat (wir berichteten). „Unter den rund 132 Beteiligten war der Wunsch nach einem Multifunktionsplatz für Fußball, Basketball und Co. sehr groß“, beschreibt er. In zwei Bauabschnitten soll zunächst eine Fläche von 2 600 Quadratmetern mit dem Sportplatz, Tischtennisplatten, einem Spielgerät und reichlich Sitz- und Liegefläche bestückt werden. Auf einer potenziellen Erweiterungsfläche könnte später dann noch eine Bike- und Skateanlage folgen. Im Haushalt ist das Kostenvolumen für das gesamte Vorhaben aktuell mit 181 000 Euro notiert. „Wir versuchen natürlich, so viele Themen wie möglich umzusetzen, die sich die Jugendlichen gewünscht haben“, betont Wilbrand. Das Jugendparlament votiert in der anschließenden Abstimmung einstimmig für den aktuellen Plan.

Paula Schwarzenau freut sich nach der ersten Sitzung riesig über ihre Wahl zur Vorsitzenden des Egelsbacher Jugendparlamentes. „Nun hat sich die Arbeit seit 2018 wirklich ausgezahlt. Das Jugendparlament soll ein Dialog mit der gesamten Egelsbacher Jugend sein“, erklärt sie und motiviert auch nicht gewählte junge Egelsbacher, sich zu engagieren. „Gerade in den Arbeitsgemeinschaften können alle Jugendlichen teilnehmen und so ihrer Meinung zu bestimmten Themen Raum verschaffen.“

Von Moritz Kegler

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