Naturfreunde Egelsbach-Erzhausen unterstützen BUND

Kampf gegen Kiesabbau: Geldspritze für Folgeprozess

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Egelsbach - Die neuerliche Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt für den Kiesabbau am Waldsee löst bei den Naturfreunden Egelsbach-Erzhausen Verärgerung aus. Der Wald könne als Naherholungsgebiet nicht hoch genug geschätzt werden, sind sich die Mitglieder einig.

Zur Unterstützung des BUND im Folgeprozess vor Gericht spenden sie deshalb 1000 Euro. Die Naturfreunde Egelsbach-Erzhausen wollen es nicht bei Unmutsbekundungen belassen, sondern mit einer Spende von 1000 Euro aktiv für den Erhalt des Bannwalds am Waldsee eintreten. Das Geld soll den Bund für Umwelt und Naturschutz unterstützen, der bekanntermaßen vor dem Verwaltungsgericht gegen den Kiesabbau vorgeht. Darüber hinaus bitten die Naturfreunde Bürger um weitere Spenden, um das Klageverfahren zu finanzieren. Geplant ist im Frühsommer ferner ein Benefizkonzert auf dem Vereinsgelände in Egelsbach. Dazu werden noch Musiker gesucht, die bereit sind, sich mit einem Auftritt für den Erhalt des Waldes einzusetzen. Melden können sich Interessierte unter info@naturfreunde-egelsbach-erzhausen.de.

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„Wir halten Rodungen im Langener Bannwald weiter für nicht hinnehmbar“, kommt Rainer Elsinger auf die Haltung der Ortsgruppe zu sprechen. Der Wald als grüne Lunge für die ringsherum lebenden Menschen benötige Schutz – „zum Wohle der Gesellschaft“, unterstreichen die Naturfreunde. Das Rhein-Main-Gebiet sei durch den Flughafen, Industrieansiedlungen, neu erschlossene Wohngebiete und den ständig steigenden Straßenverkehr ohnehin extrem belastet. Etliche ehemalige Bannwaldareale seien bereits Profitinteressen zum Opfer gefallen. „Große Waldflächen wurden in den vergangenen Jahrzehnten aus wirtschaftlichen Gründen zum Wohle der Flughafengesellschaft und ihrer Aktionäre gerodet“, klagt Elsinger. Interessen der Bevölkerung und Natur spielten dabei wohl keine Rolle.

Bilder: Bannwald erhalten oder Kies abbauen?

Nun wiederholt sich nach den Worten der Naturfreunde dieses Spiel am Waldsee: „Erneut darf die Firma Sehring mit Genehmigung des Regierungspräsidiums weitere Flächen des Bannwaldes roden.“ In den vergangenen zwei Jahren seien bereits über elf Hektar Wald gefällt worden. 52 Hektar sollen in den nächsten Jahren folgen. Das sei nicht nur für die Langener nicht hinnehmbar, sondern bedeute auch für die umliegenden Städte und Gemeinden schlechtere Luft, die Beeinträchtigung des Grundwassers und die Zerstörung eines Naherholungsgebietes mit all seinen Pflanzen und Tieren. „Bis heute ist die ehemalige Ostgrube nicht renaturiert, wie es schon für 2005 versprochen worden war. Was bleibt, ist der Eindruck, dass der Naturschutz für die Behörde keine erhebliche Rolle spielt“, resümiert Elsinger und formuliert jene Frage, die die Naturfreunde in Egelsbach und Erzhausen derzeit immens beschäftigt: „Wie kann es sein, dass eine Behörde weitere Rodungen genehmigt, wo doch die Renaturierung des bereits gerodeten Geländes nicht gelingt?“

cor

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