NetJets schießt wieder zu

Egelsbach/Langen - Die prozentualen Anteile der Stadt Langen und der Gemeinde Egelsbach an der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG) sind weiter gesunken. Von Markus Schaible

Grund: Die Firma NetJets, seit 2009 Mehrheitseigentümer am Egelsbacher Flugplatz, hat auch die zweite Kapitalerhöhung alleine getragen. Nach 500.000 Euro im vergangenen Jahr schoss das zum Imperium des US-Milliardärs Warren Buffett gehörende Luftfahrt-Unternehmen noch einmal 600 000 Euro zu, wie Langens Finanz-Fachbereichsleiter Uwe Daneke jetzt im Haupt- und Finanzausschuss darlegte. Das Stammkapital der HFG beläuft sich damit auf 4.849.300 Euro – der Anteil von NetJets ist auf 84,18 Prozent (4.082.300 Euro) gestiegen, während der Langener auf 7,3 Prozent (354.000 Euro), der Egelsbacher auf 8,52 Prozent (413.000 Euro) sank.

Im ersten Quartal 2011 hat es einen deutlichen Zuwachs an Flugbewegungen gegeben, hat Daneke von HFG-Geschäftsführer Siegmar Weegen erfahren. Dies sei einerseits einer wachsenden Nachfrage im Geschäftsreiseverkehr geschuldet, aber auch den Wetterbedingungen. So hatte es in den ersten beiden Monaten 2010, aber auch im Dezember aufgrund von Schnee und Eis wenig Flugbewegungen gegeben, sodass es im Januar einen Zuwachs von 146 Prozent, im Februar von 87 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gab – im März waren es nur vier Prozent. Insgesamt habe der Flugplatz im ersten Quartal 15.788 Starts und Landungen verzeichnet (plus 36 Prozent); Zuwächse seien bei allen Fluggeräten (inklusive Hubschrauber) und in allen Gewichtsklassen zu verzeichnen gewesen.

In diesem Zeitraum habe die HFG einen Verlust von 150.000 Euro eingefahren, das sind 48.000 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Diese Ergebnisverbesserung sei auf die um 19 Prozent gestiegenen Umsatzerlöse zurückzuführen, die die gestiegenen Kosten (plus fünf Prozent) mehr als kompensiert hätten, berichtete Daneke. Der März sei bereits der 14. Monat hintereinander gewesen, der luftseitig höhere Umsatzerlöse gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat hervorgebracht habe.

Im Nachgang zu diesem Bericht sollte der Ausschuss einen Vorschlag des Magistrats beraten, dem zufolge der Vertreter der Stadt in der Gesellschafterversammlung künftigen Erhöhungen des Stammkapitals generell zustimmen dürfe, sofern die Stadt selbst kein weiteres Geld einbringt. Hintergrund sei, dass nach bestehender Rechtslage sich der städtische Vertreter immer enthalte, da es ja theoretisch möglich sei, dass die Stadtverordnetenversammlung doch einmal eine Kapitalerhöhung mitgehen wolle, um den prozentualen Anteil zu erhalten, so Daneke. Wenn aber bei Eile Fristverkürzungen erforderlich seien, könnten diese nur einstimmig beschlossen werden; eine Enthaltung hätte also unter Umständen verzögernde und dadurch schädliche Auswirkungen.

Bei den Grünen stieß dieses Ansinnen beinahe erwartungsgemäß auf Skepsis. Fraktionsvorsitzender Stefan Löbig will keinen Blankoscheck ausstellen: Es müsse sichergestellt werden, dass solche Kapitalerhöhungen ausschließlich der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs dienen. Vertieft wurde dieses Thema dann aber nicht. Da die CDU noch weitere Meinungen einholen wolle, wurde der Bitte von Fraktionschef Berthold Matyschok, den Antrag in der nächsten Sitzungsrunde erneut zu beraten, einstimmig entsprochen.

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