Orte der Ruhe und Entspannung

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Helmut Hesse mit einer Wildscheuche. Entleert sich das untere Bambusrohr schlägt es zurück auf den Stein und erzeugt einen lauten Schlag. Weitere Seiten fernöstlicher Kultur zeigt er in seinem japanischen Schaugarten im Schlosspark.

Langen/Egelsbach (du) - Ein kleiner Ruhepunkt auf dem eigenen Balkon, der von der stressigen Welt draußen ablenken soll, oder aber eine große Parkanlage zum Flanieren und Nachdenken. All das kann ein japanischer Garten sein.

Der Egelsbacher Gärtner Helmut Hesse ist ein Erschaffer solch besonderer Orte. Im Rahmen des Fürstlichen Gartenfests im Schloss Wolfsgarten präsentiert er am Wochenende Teile seiner Arbeit.

Die Kunst der fernöstlichen Gartengestaltung lernte Hesse bei Professor Nakane – einer Koryphäe auf diesem Gebiet. Dass sein Lehrmeister ein landesweit bekannter Gartengestalter ist, wusste Hesse zunächst überhaupt nicht. Später erfuhr er, dass dieser in Japan für die Erhaltung wichtiger Tempelanlagen verantwortlich ist. „Nakane hatte zudem die Ehre, einen Garten für das Treffen der G 8-Staaten in Japan zu entwerfen“, erzählt er von der Tätigkeit seines Mentors.

Nach Japan kam Helmut Hesse durch sein Interesse an der Kultur dieses Landes, welches zunächst durch Bücher geweckt worden war. Als ihm die trockene Lektüre nicht mehr genügte, machte sich der gebürtige Thüringer auf in besagtes Land, um sich vor Ort aus erster Hand zu informieren.

Kombination aus Tee- und Zen-Garten

Heute ist Hesse selbst ein Meister der Gestaltung japanischer Gärten. Auf dem Gartenfest zeigt er den Besuchern mit seiner Kombination aus Tee- und Zen-Garten verschiedene Aspekte der fernöstlichen Pflanzenkultur. „Dabei handelt es sich um einen Ort der Ruhe und der Entspannung“, erklärt er die Bedeutung des reinen Betrachtungsgartens.

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Hesse selbst bietet nun schon seit über 25 Jahren deutschen Pflanzenliebhabern fernöstliche Besonderheiten an. „Wir übernehmen alles vom Entwurf über die Planung bis zur Umsetzung“, erklärt der Geschäftsführer. Egal ob bei der Auswahl der Steine, dem ersten Spatenstich oder dem Feinschliff –der Japanbegeisterte ist auf jeder seiner Baustellen selbst vor Ort. Etwa sechs bis acht Wochen dauert es vom Auftrag bis zur Fertigstellung. Hesse und sein Team haben aber auch schon größere Projekte verwirklicht. „Ein halbes Jahr lang habe ich zusammen mit meinen Leuten ein 8000 Quadratmeter großes Grundstück in einen japanischen Park verwandelt. Da konnte ich mich mal richtig austoben“, freut er sich.

Wer mehr über japanische Gärten erfahren möchte, kann sich am Wochenende persönlich von Helmut Hesse beraten lassen oder sich auf seiner Homepage informieren

Doch auch mit wenig Platz lässt sich laut Hesse ein wunderbarer Garten im japanischen Stil anlegen. „Ein weiterer Vorteil ist der geringe Pflegeaufwand – sofern die richtigen Pflanzen verwendet werden“, erklärt der Experte. „Der immergrüne Garten ist zudem auch im Winter ein Genuss für das Auge“, so Hesse weiter.

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