Flott unterwegs entlang der Schienen

Radschnellweg: Egelsbach beschließt Finanzierung des zweiten Bauabschnitts

Freie Fahrt für Freizeitradler und Pendler: Auf dem zweiten Bauabschnitt des Radschnellwegs geht es östlich der Bahngleise in Richtung Langen. Die Gemeinde macht dafür rund 220 000 Euro locker.
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Freie Fahrt für Freizeitradler und Pendler: Auf dem zweiten Bauabschnitt des Radschnellwegs geht es östlich der Bahngleise in Richtung Langen.

Während seine Planung in anderen Kommunen erst noch diskutiert wird, nimmt der Radschnellweg in Egelsbach weiter Form an. Mit deutlicher Mehrheit hat die Gemeindevertretung bei ihrer jüngsten Sitzung die Bereitstellung der Investitionskosten für den zweiten Bauabschnitt beschlossen.

Egelsbach - In Dreieich gibt es Protest gegen den Zickzackkurs durch Sprendlingen, in Langen bereitet die Streckenführung über den Bahnhofsvorplatz so manchem Kopfschmerzen. In Egelsbach ist das erste Teilstück bereits seit dem 6. Juni 2019 fertiggestellt, das über Erzhausen nach Darmstadt-Wixhausen führt. Der zweite und letzte Abschnitt der Raddirektverbindung Frankfurt – Darmstadt auf Egelsbacher Gebiet soll am Kreisel Georg-Wehsarg-Straße/Bahnstraße beginnen und dann östlich entlang der Bahngleise bis hin zur Langener Gemarkungsgrenze führen.

Die Kosten für die Baumaßnahme liegen bei rund 716 000 Euro brutto, werden aber größtenteils über Fördermittel des Landes Hessen finanziert. Für Egelsbach ergibt sich so ein Eigenanteil von rund 220 000 Euro. Der erste Bauabschnitt hatte die Gemeinde fast dreimal so viel gekostet, da im Zuge dessen auch der Kreisel an der K 168 entstand. Ziel der federführenden Regionalpark Südwest GmbH ist es, mit dem Bau des zweiten Teilstücks noch in diesem Jahr zu beginnen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Görich machte sich vor der Abstimmung noch einmal für das Projekt Radschnellweg stark. „Wenn wir wirklich eine Verkehrswende wollen, müssen wir auch Alternativen schaffen, die die Leute gerne nutzen“, sagte er. Die Gemeinde profitiere schon jetzt vom Radschnellweg. „Er hat einen wahnsinnigen Freizeitwert“, so Görich. Seit Beginn der Corona-Krise werde er auch verstärkt von Pendlern genutzt, die keine Lust auf überfüllte Busse und Bahnen haben.

Im Bau- und Umweltausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss war die Frage aufgekommen, ob sich die Gemeinde diese Investition in Zeiten der Pandemie wirklich leisten will. „Das wäre ein Treppenwitz, wenn wir Geld für einen kleinen Abschnitt ausgeben und dann aufhören“, entgegnete Görich, „das macht gar keinen Sinn.“ Zudem werde die Summe von 220 000 Euro über 50 Jahre abgeschrieben – ergibt 4400 Euro im Jahr. „Das ist eine Parkbank, das können wir uns leisten. Das ist ein kleiner Betrag, mit dem wir viel erreichen können“, so Görich.

Gegenwind gab es von Axel Vogt (FDP). Er hoffe, der Radschnellweg werde von mehr Leuten genutzt als nur von einigen Freizeitfahrern. Vogt plädierte dafür, das Geld lieber in den Ausbau der B 486 zwischen Langen und der A 5 (ein Teilstück liegt auf Egelsbacher Gemarkung) zu stecken. „Das wäre sinnvoller als eine Verkehrswende herbeizureden, die sich viele wünschen, die aber noch nicht stattfindet“, so Vogt.

Die Gemeindevertreter konnte dieses Argument nicht überzeugen. Bei drei Gegenstimmen aus der FDP-Fraktion (und keinen Enthaltungen) wurde dem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands zugestimmt. (Von Manuel Schubert)

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