„Raus ausm Keller“

Surfen in der Menge erlaubt

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Heiße und harte Rhythmen, dazu auch mal ‘ne Runde Crowdsurfing: Das „Raus ausm Keller“-Musikfestival des Vereins für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main brachte elf Bands am Egelsbacher Bürgerhaus auf die Bühne.  

Egelsbach - Die Mischung macht‘s: Beim „Raus ausm Keller“-Festival am Berliner Platz rocken Bands und Fans gemeinsam ab. Von Vanessa Kokoschka 

Der veranstaltende Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main vereint bei der vierten Ausgabe des Festivals verschiedene Rockstile, bietet sowohl bekannten Bands als auch Nachwuchskünstlern ein Podium und ermöglicht den einen oder anderen Sprung von der Bühne in die jubelnde Menge.
Etliche Musiker stammen aus der Region wie Pizza Hawaii – der Film aus Egelsbach oder die Bands Nautilus, Ellen & Carla oder Watch me Rise aus Langen. Von 13 Uhr bis Mitternacht gibt es für die Besucher und Anwohner Rock in seinen verschiedensten Facetten auf die Ohren. Die Moderatoren Daniel Myga und Lea Ritter, Vorsitzender und Beisitzerin des Jugendvereins, führen durchs Programm.

„Unser Ziel ist nicht, eines Tages so groß wie ‘Rock am Ring’ zu sein, sondern den ehrenamtlichen Helfern und Gästen ein familiäres Happening zu bieten“, sagt Florian Guntrum. Er ist zusammen mit Robert Hoppe Hauptorganisator des Festivals. Mit einem Team von circa 80 Helfern gewährleistet das Tandem den gelungenen Ablauf. Wie zwanglos und freundschaftlich es auf dem Festivalgelände zugeht, beschreibt Guntrums Beobachtung: „Unser Backstage-Raum ist so gut wie leer. Die Bands mischen sich unter die Besucher und feiern mit. Auch Musiker, die in den vergangenen Jahren hier auftraten, sind dieses Jahr als Zuschauer dabei.“

Das Gefühl des Miteinanders verkörpern die elf Bands auf der Bühne ebenso. Sie performen mit vollem Körpereinsatz, interagieren mit dem Publikum und laden mutige Freiwillige zum „Crowdsurfing“ ein. So hält es den Sänger und Frontmann von Watch me rise nicht allzu lange auf der Bühne. Mit einer Mischung aus Punk und Hardcore singt sich Joshua Wannemacher die Seele aus dem Leib und springt um die Zuhörer herum. Für Wannemacher & Co. ist das Festival ein Heimspiel. Er tritt nicht nur als Musiker mit seiner Band auf, sondern hilft als Ehrenamtler beim Drumherum mit. Die Band kommt derweil auf einigen Festivals herum und wird demnächst beim Museumsuferfest in Frankfurt spielen.

Archivbilder

Bilder: Musikfestival „Raus ausm Keller“

Nach Watch me rise folgt mit Elfmorgen ein Trio aus der Wetterau. Es spielt deutschen Rock und wird auch mal politisch: „Dass Deutschland aus der WM ausgeschieden ist, ist schade. Aber genau in dem Moment des Ausscheidens, hat Malta die Zustimmung gegeben, dass die Lifeline anlegen darf“, meint einer der Frontsänger.

Als Headliner stehen am Abend Smile and Burn aus Berlin und Flash Forward auf der Bühne. Festivalgängern sind diese Bands gut bekannt. Während Smile and Burn bereits auf dem Schlossgrabenfest in diesem Jahr gespielt haben, trat Flash Forward auf dem Doppelfestival Southside und Hurricane auf.

Wer sich zwischendurch von der Musik ablenken will, kann sich im Aktionspark ausprobieren: Dort haben die Veranstalter eine Slackline zum Balancieren aufgespannt und an Sperrholzwänden darf mit Spraydosen experimentiert werden. Unterstützt von einigen Sponsoren und der Gemeinde, erfahren die Organisatoren vor allem durch weitere Vereine wie Kerbgemeinschaft oder Jugendfeuerwehr wertvolle Hilfe. Am Ende des langen Tags freuen sie sich über mehr als 300 Gäste.

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