Neue evangelische Pfarrerin in Egelsbach

Im Glauben steckt Freiheit

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Seit Januar im Amt: Pfarrerin Rebekka Adler an ihrer neuen Wirkungsstätte in der evangelischen Kirche Egelsbach.

Egelsbach - Die evangelische Kirchengemeinde hat seit Kurzem eine neue Pfarrerin: Rebekka Adler, seit Jahresbeginn in der Gemeinde tätig, wird am Sonntag, 1. Februar, 14 Uhr, in einem Ordinationsgottesdienst von Pröpstin Gabriele Scherle ins Amt eingeführt.

Dem offiziellen Teil folgt ein Empfang im Gemeindehaus. Noch wohnt Rebekka Adler mit Tochter (4), Mann und Hund in Frankfurt. Ende Februar steht der Umzug nach Egelsbach an. Wenn die Pendelei hinter ihr liegt, bleibt vielleicht mehr Zeit für Freizeitbeschäftigungen: „Ich bin gerne mit meiner Familie draußen in der Natur unterwegs, außerdem interessiere ich mich für Literatur und Kunst.“ Geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist die 32-Jährige in Frankfurt am Main. „Für mich ist der Pfarrberuf der schönste, den ich mir vorstellen kann“, so Rebekka Adler. „Spannend und abwechslungsreich; man kann kreativ arbeiten und seine Tätigkeit gleichzeitig an den Menschen ausrichten.“ Großen Wert legt sie auf sozialpolitisches Engagement und den diakonischen Aspekt der Kirche.

Adler freut sich, ihre erste Stelle in einer großen, lebendigen Gemeinde mit Martin Diehl als erfahrenem Kollegen anzutreten. „Hier gibt es eine sehr starke Nachwuchsarbeit mit vielen Kinder- und Jugendgruppen, dazu gibt es etliche Kreise und engagierte Helfer.“ So lasse sich auf vielem aufbauen und in der Zusammenarbeit voneinander lernen. Vor dem Wechsel nach Egelsbach arbeitete Rebekka Adler im Rahmen eines Spezialvikariats im Frauengefängnis Frankfurt-Preungesheim. Dort wurde ihr klar, wie viel ihr das Arbeitsfeld Seelsorge bedeutet. „Die Begleitung von Menschen, auch in schwierigen Lebenssituationen, liegt mir sehr am Herzen. Für mich ist der Glaube tragend, dass Gott uns annimmt und bejaht, auch wenn wir nach menschlichen Maßstäben versagt haben.“ Die Arbeit im Gefängnis haben ihr ebenso bewusst gemacht, dass Glaube mit Freiheit zu tun hat: „Ich finde es befreiend zu wissen, dass wir Menschen vor Gott schon einen Wert haben, wie wir sind, auch wenn wir nicht perfekt sind und unser Leben Brüche hat. Aus dieser Botschaft lässt sich viel Kraft schöpfen.“ Diese Überzeugung weiterzugeben ist der jungen Pfarrerin besonders wichtig.

Pilgern im Gefängnis in Preungesheim

Das Pilgern hat Rebekka Adler im Gefängnis in Preungesheim ebenfalls für sich entdeckt. Mit den Frauen im offenen Vollzug pilgerte sie einmal im Monat an einem Tag jeweils über eine Strecke von rund 20 Kilometern. „Das ist wunderbar, um Kraft und Energie zu tanken, auch spirituell“, stellt sie fest. Daher will sie diese Tradition auch von ihrer neuen Stelle aus aufrechterhalten.

Bedingt durch die Tätigkeit der Mutter, die seit vielen Jahren die Kulturarbeit der jüdischen Gemeinde in Frankfurt leitet, wurde Adler mit alttestamentlichen Geschichten groß: „Ich lernte Iwrit, feierte die jüdischen Feiertage mit und besuchte den jüdischen Religionsunterricht“, erinnert sie sich. Mit dem Wechsel an das Goethe-Gymnasium und der Zeit als Konfirmandin wuchs ihr Interesse an christlichen Glaubensinhalten und Traditionen. Nach dem Abitur studierte sie evangelische Theologie in Frankfurt, Mainz, Marburg und Heidelberg. Neben der Christologie widmete sie sich dabei auch den Themenfeldern Philosophie und Geschichte. Ihr Vikariat absolvierte Adler in der Frankfurter Nordweststadt.

hob

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