Gemeindevertretersitzung

Resolution gegen den Fluglärm

Egelsbach - Am Donnerstag ist Gemeindevertretersitzung und die bietet nicht nur brisanten Gesprächsstoff aus der Ortsmitte wie Eigenheim, Freibad oder Kirchplatz-Sanierung, sondern ebenso mit Blick gen Himmel. Von Holger Borchard 

So werden die politischen Fraktionen in ihrer öffentlichen Runde – los geht’s um 20 Uhr im Rathaus – auch eine Resolution zum Fluglärmschutz verabschieden, die zehn weitere Kommunen der Region mittragen. Aufhänger ist die mögliche Verlagerung der Abflugroute „Amtix“ (vormals „König kurz“) am Frankfurter Flughafen. Dass die Route aus dem Darmstädter Norden näher an hiesige Gefilde verlegt werden könnte, sorgt seit knapp zwei Jahren für Unmut und Alarmstimmung von Erzhausen bis Ginsheim-Gustavsburg, Seligenstadt und sogar Neu-Isenburg. Die genannten Städte stehen ebenso hinter der Resolution wie Messel, Obertshausen, Heusenstamm, Mühlheim, Hainburg und Rodgau. Kern der Botschaft: Keine Umverteilung des Fluglärms von Stadt A nach Stadt B – es müssen vielmehr real praktizierbare Maßnahmen zur prinzipiellen Verringerung des Fluglärms über dem Rhein-Main-Gebiet her.

Selbiges zähle schließlich seit Jahren zu den am stärksten von Fluglärm belasteten Regionen Deutschlands. „Trotz jahrelanger Bemühungen ist es bei wachsendem Flugverkehr nicht leiser geworden“, attestieren die Unterzeichner. Das zwischenzeitlich von einer Expertengruppe ausgearbeitete Paket zum „aktiven Schallschutz“ packe das Problem nicht bei der Wurzel; es rieche einmal mehr nach Umverteilung des Lärms – „zum Vorteil der Großstädte Frankfurt, Darmstadt und Offenbach und zum Nachteil der angrenzenden Städte und Gemeinden.“

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Die elf genannten Kommunen setzen dem die Forderung entgegen, die Ergebnisse der sogenannten Norah-Studie in die Ermittlungen der Lärmbetroffenheiten mit einzubeziehen. Gemäß neuer Erkenntnisse müsse in einer Metropolregion die Gesamtlärmsituation erfasst und bewertet werden, denn: „Viele Menschen haben zusätzlich unter Straßen- und Schienenlärm zu leiden – sie können nicht noch zusätzlich durch Fluglärm belastet werden.“

Rubriklistenbild: © dpa

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