Reisetaubenzuchtverein „Gut Flug“

Schau der Durchgekommenen

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De Reisetaubensaison 2013 hat den Züchtern des Reisetaubenzuchtvereins „Gut Flug“ sowohl bei den Jung- als auch bei den Altvögeln erhebliche Verluste beschert. Für die traditionelle Schau im Bürgerhaus reichte es aber noch. Das Foto zeigt die Züchter mit ihren Tauben und „Täubchen“ (von links): Erwin Stanik, Karl Heuss, Reinhold Rochofski, Manfred Stanik und Gerhard Eggert.

Egelsbach - Es hat mittlerweile schon Tradition, dass der Reisetaubenzuchtverein „Gut Flug“ mit der Schau weitgereister Schönheiten alljährlich den Veranstaltungsreigen im Egelsbacher Bürgerhaus eröffnet. Am Wochenende war’s wieder soweit. Von Leo F. Postl

„Hol’s der Geier“ ist ein bekanntes Sprichwort, wenn man etwas aufgegeben hat. Für die Reisetaubenzüchter in Egelsbach hat dieser Spruch jedoch eine ernst zu nehmende „geflügelte“ Bedeutung. Die Population der Greifvögel hat für Taubenzüchter – und nicht nur die in Egelsbach – inzwischen ein Ausmaß angenommen, das echtes Gefahrenpotenzial darstellt. „Wenn wir jetzt unsere Tauben rauslassen würden, würden bestimmt jeden Tag eine bis zwei fehlen“, schätzt Manfred Stanik. Der Vorsitzende des Reisetaubenzuchtvereins „Gut Flug“ weiß, wovon er spricht. „Und die Raubvögel wissen scheinbar genau, was besser schmeckt, denn die Wildtauben lassen sie fliegen.“

Das vergangene Jahr war für die noch verbliebenen vier Egelsbacher Taubenzüchter ein recht mäßiges, was die Reisetaubensaison und deren Erfolg betrifft. „Schon vom ersten Flug der Jungtauben kamen gerade mal die Hälfte zurück“, schildert Manfred Stanik – für das Quartett ein Schock. An der Distanz von 151 Kilometern zwischen Pirmasens und den heimischen Schlägen allein könne das nicht gelegen haben, sind sich die Züchter einig – „da muss unterwegs viel passiert sein“, kommentiert der Vorsitzende.

Gefahren auf dem Nachhauseweg

Abgesehen von den Greifvögeln lauern immer mehr Gefahren auf dem Nachhauseweg, wissen die Taubenzüchter. „Das Wetter spielt immer eine Rolle, hinzu kommen die dichteren Verkehre, Hochspannungsmasten und die vermehrt in der Landschaft stehenden Windräder“, nennt Manfred Stanik weitere Beispiele. Und nicht zuletzt könne es durchaus geschehen, dass sich die eine oder andere Taube einem fremden Schwarm anschließe. Beim zweiten Start der Jungvögel in Jahr 2013 hatten die Züchter nur noch einen kleinen Teil ihres Restbestandes aufsteigen lassen.

Aber auch bei den Altvögeln verlief die Reisesaison nicht so gut wie sonst. Hier reichten die Entfernungen vom Erstflug – Auflassungsort Hausweiler; ebenfalls 151 Kilometer bis Egelsbach – über Longres (341 Kilometer) bis zum Abschlussflug aus Borges zurück nach Egelsbach, mit 564 Kilometer eine ordentliche Strecke. „Bei einer solchen Entfernung muss man einfach mit Verlusten rechnen, obwohl die Vögel dann schon ordentlich trainiert sind“, erklärt Stanik. Neben Wetterunbillen und Erschöpfung gibt es auch Orientierungsprobleme auf einer solchen Distanz.

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In der Reisetauben-Siegerschau am Wochenende wurden also die „Überlebenden“ und vor allem schnellsten Reisetauben gezeigt. Aber auch jeweils Preise für das schönste Taubenmännchen sowie für die schönste Taube gab es zu gewinnen. „Die Sieger sind bei nur noch vier Teilnehmern natürlich jedes Jahr die selben, das aber in wechselnder Reihenfolge“, merkt Stanik schmunzelnd an. Bei den Jungvögeln siegte die Schlaggemeinschaft Manfred und Erwin Stanik vor Reinhold Rochofski und Gerhard Eggert. Den Sieg der schnellsten Taube bei den Altvögeln holte sich wieder mal Gerhard Eggert vor Karl Heuss. Hier belegte Reinhold Rochofski den dritten Platz, der wiederum das schönste Tauben-Weibchen stellte. Der schönste Täuberich kam von Gerhard Eggert.

„Aber was wäre, wenn wir unsere Täubchen nicht hätten“, scherzte Stanik in Anspielung auf die besseren Hälften der Züchter. Diese backten wieder Kuchen und betreuten die Gäste. Wer von diesen Glück hatte, gewann einen der vielen Preise der reichhaltig bestückten Tombola. Und 2015? „Das liegt an der Verfügbarkeit des Bürgerhauses“, so Stanik.

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