Schlecker schließt in Kürze

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Das Aus der Schlecker-Filiale in der Ernst-Ludwig-Straße 40-42 ist besiegelt, der Mietvertrag ist zum 29. Februar gekündigt.

Egelsbach - Die Planinsolvenz der Drogeriekette Schlecker zieht Kreise, ein Einschlag trifft unwiderruflich den Egelsbacher Ortskern. Die Tage der Filiale in der Ernst-Ludwig-Straße 40-42 sind gezählt – nächsten Monat ist Sense. Von Holger Borchard

„Schlecker hat den Mietvertrag zum 29. Februar gekündigt“, erklärt der Architekt Michael Poeschel, dem die Immobilie gehört. „Mein Kenntnisstand ist: Der Laden wird am 15. Februar dichtgemacht und dann beginnt das Ausräumen.“

Dass es so kommen würde, habe sich seit Jahren abgezeichnet, kommentiert Egelsbachs Wirtschaftsfördererin Margit Saper-Ohmann die Nachricht, die sie schon vor einigen Wochen aus „erster Hand“ erfahren hat. „Das Aus für den Laden im Ortskern ist Ende 2011 beschlossen worden. Da war es wohl allenfalls der letzte Beschleuniger, dass am Horizont schon die Insolvenz der ganzen Schlecker-Kette absehbar war.“

Abgeschotteter und knallharter Verhandlungspartner

Ins gleiche Horn stößt Michael Poeschel: „Ich habe das Unternehmen Schlecker über lange Zeit als ungemein abgeschotteten und knallharten Verhandlungspartner kennengelernt, der permanent den Mietvertrag gekündigt und scheibchenweise wieder verlängert hat. Ganz ehrlich: Hätte jemand anderes ernsthaft Interesse angemeldet, hätte ich Schlecker von mir aus gekündigt.“ Leid tue es ihm allein um die Mitarbeiterin, die den Laden über Jahre geführt habe, fügt Poeschel hinzu. „Aber sie ist jenseits der 60 Jahre und obwohl ich als Vermieter laut Schlecker-Geschäftspolitik eigentlich gar keinen Kontakt zu ihr haben darf, weiß ich von ihr, dass sie sich schon seit Längerem keine Illusionen mehr gemacht hat.“

Nun also steht die Immobilie mit 400 Quadratmetern im Parterre sowie bislang von Schlecker als Konferenzräume genutzten 300 Quadratmetern im ersten Stock zum 1. März leer. Margit Saper-Ohmann ist allerdings guter Dinge, dass das kein Dauerzustand wird. „Zunächst muss man wissen, dass Grundstück und Immobilie zwei verschiedenen Besitzern gehören“, betont die Wirtschaftsfördererin. „Aber die beiden sind sich einig und es gibt auch Investoren, die sich für den Standort interessieren. Es gab auch schon erste Gespräche.“ Worauf diese hinauslaufen könnten, sei freilich aktuell völlig offen. „Eine denkbare Variante wäre sogar Abriss und Neubau“, lässt Saper-Ohmann durchblicken. Die Gemeinde jedenfalls sei sehr daran interessiert, dass dort wieder Gewerbe einziehe.

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