Betreiber entkräften Gerüchte

Nachbarschaftsmarkt: „Von Schließung kann keine Rede sein“

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Betreiber des Nachbarschaftsmarkts entkräften Gerüchte

Laut war der Aufschrei in Egelsbach, als der ehemalige Rewe-Nahkauf in der Ernst-Ludwig-Straße im Frühjahr 2018 die Pforten schloss.

Egelsbach – Der „Einzelhandel vor der Haustür“ müsse doch erhalten bleiben, gerade für ältere und mobil eingeschränkte Personen sei die Belebung des Ortskerns so wichtig, hieß es seinerzeit. Ein Grund zur Freude also für die Egelsbacher, als der kleine Supermarkt gerade mal zwei Monate später unter etwas verändertem Konzept, aber mit den gleichen Inhabern als „Nachbarschaftsmarkt“ wiedereröffnete.

Seit geraumer Zeit jedoch schwirren wieder Gerüchte durch den Ortskern, wonach auch die Tage des Nachbarschaftsmarkts gezählt seien. „Da ist überhaupt nichts dran, von Schließung kann keine Rede sein“, hält das Ehepaar Grigorakis dagegen, das den Laden betreibt.

Seit der Wiedereröffnung führen Inhaberin Karolina Grigorakis und ihr Mann Grigorius den Einkaufsladen als selbstständige Kaufleute und nicht mehr als Franchisenehmer eines Großkonzerns, wie es zuvor unter dem Namen Nahkauf noch der Fall war. Sie beziehen ihre Ware von Edeka und nicht mehr von Rewe; das Sortiment ist gleichgeblieben und hat sich sogar noch erweitert. Was allerdings fehlt, ist scheinbar der Wille mancher Egelsbacher, dort einzukaufen, was wiederum mit den – vom wem auch immer – gestreuten Gerüchten zu tun haben könnte.

„Seit März gehen die Gerüchte um, dass wir wieder schließen“

„Seit März gehen die Gerüchte um, dass wir wieder schließen“, erzählt Karolina Grigorakis. „Das stimmt nicht“, betont die Geschäftsführerin. „Wir können uns nicht erklären, woher diese Geschichten kommen“, fügt Grigorius Grigorakis hinzu. „Das Problem ist, dass mit dem Aufkommen solcher Gerüchte meist das Fernbleiben der Kunden einhergeht.“

In jüngster Zeit hätten Kunden vermehrt bemängelt, dass sie bestimmten Waren nicht fänden. „Wenn Produkte nicht gekauft werden, können wir auch nichts nachfüllen“, merken die Betreiber an. Dabei fehle es in den Regalen eigentlich an nichts. „Neben etwas hochpreisigeren Markenprodukten bieten wir auch Einiges aus dem Gut & Günstig-Sortiment von Edeka an“, erzählt Karolina Grigorakis. Die Edeka-Eigenmarke unterscheide sich preislich nicht von Eigenmarken anderer Konzerne. Darüber hinaus bietet der Nachbarschaftsmarkt Alnatura-Produkte an, verkauft täglich frische Backwaren und hat vor allem loses Obst und Gemüse in der Auslage.

„Wir verzichten auf Plastik, so gut es geht. Plastiktüten bieten wir schon ewig nicht mehr an und mit dem losem Obst und Gemüse versuchen wir, den Plastikverbrauch herunterzufahren“, sagt Karolina Grigorakis. Dass daher die Einzelware im Schnitt einige Cent teurer ist als verpackte Discounter-Lebensmittel, sei Kunden zum Teil nicht bewusst. „Wenn es Beschwerden gibt, dass wir zu teuer seien, versuchen wir, den Kunden unsere Situation zu vermitteln“, so die Eheleute. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man einerseits als Eigenständiger mit anderen Beträgen rechnet, als wenn ein Großkonzern hinter einem steht, und andererseits Qualität eben auch einen Preis hat.“

Nachbarschaftsmarkt Egelsbach: Kostenloser Lieferdienst

Ruhig noch mehr herumsprechen dürfte sich aus Sicht von Familie Grigorakis, dass sie einen kostenlosen Lieferdienst anbietet – unabhängig von einem Mindestbestellwert. „Kundenzufriedenheit ist uns wichtig“, unterstreicht Grigorius Grigorakis. „Wieso soll ich einem Kunden nicht den Einkauf nach Feierabend bringen, wenn ihm damit geholfen ist?“

Dem Nachbarschaftsmarkt und seinen Betreibern wäre umgekehrt geholfen, wenn die Gerüchte endlich verstummen würden. „Anfang Juni haben wir unser Einjähriges gefeiert“, erzählt Karolina Grigorakis, „und wir haben fest vor, noch weitere Geburtstage zu feiern.“

VON JULIA LOTZ

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