Räumtrupps trotz Dauereinsatz von vielen Bürgern vermisst

So ein Schneechaos gab’s lang nicht mehr

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Langen/Egelsbach - So viel Schnee in so kurzer Zeit! Das war der heftigste Chaostag dieses Winters – in der Bewertung des gestrigen Dienstags sind sich die Winterdienstleiter in Langen und Egelsbach einig. Von Holger Borchard

Die Wahrnehmung der Zustände auf öffentlichen Wegen und Straßen freilich schied die Geister. Denn während vom frühen Morgen bis in den Nachmittag eine Räumrunde nach der anderen die Bereitschaftstrupps an die Grenzen der Belastbarkeit führte, äußerten so viele Anrufer wie lange nicht mehr gegenüber unserer Redaktion ihren Unmut über nicht geräumte Straßen. Tenor: „Wo sind die Räumtrupps – etwa alle schon in den Frühling entlassen? Oder – schlimmer noch – wird da am falschen Ende gespart?“.

Eine Anmerkung des stellvertretenden Egelsbacher Bauhofleiters Rolf Greiner könnte solche Theorien nähren: „Offiziell ist bei uns am 28. Februar Ende der Winterdienstbereitsschaft.“ Aber, stellt Greiner gleich klar: „Mit der Aussicht auf das, was für diese Woche angekündigt war, hat sich an der personellen Ausgangslage gerade gar nichts geändert.“

Was seit Dienstag früh binnen weniger Stunden vom Himmel fiel, sei freilich „die härteste Prüfung dieses Winters“, stellte Greiner gestern Nachmittag gegen 15 Uhr fest. Zu diesem Zeitpunkt stand die achtköpfige Bauhof-Truppe gerade kurz vor dem Ende ihres dritten „Umlaufs“ – und damit vor dem arbeitsschutzrechtlich verordneten Feierabend. „Mehr können wir jetzt erst mal nicht tun“, so Greiner.

Ins gleiche Horn stießen bei den Kommunalen Betrieben Langen (KBL) deren Chef Manfred Pusdrowski und Winterdienstleiter Peter Müller. „Einsatz rund um die Uhr können die Bürger selbst bei einer derartigen Wetterlage nicht erwarten.“ Ab 4 Uhr waren 26 KBL-Leute (22 Mann Bereitschaft plus vier zusätzliche Kräfte) im Einsatz – nach der dritten Runde von jeweils mehr als drei Stunden Dauer war nachmittags ebenfalls erst mal Schluss.

Immerhin: Im Gegensatz zu etlichen Busverbindungen im Kreisgebiet beziehungsweise in Nachbarkommunen lief der Stadtbusverkehr in Langen und Egelsbach den ganzen Dienstag über – Wermutstropfen für alle Nutzer waren freilich die unvermeidlichen Wartezeiten. Bewohner des Langener Steinbergs mussten zudem zeitweise in Kauf nehmen, dass die dortigen Haltestellen nicht angefahren wurden.

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