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Schulbetreuung in Egelsbach: Personell und räumlich am Limit

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Von: Manuel Schubert

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Stifte und Scheren
Die Betreuung der Wilhelm-Leuschner-Schule in Egelsbach ist ausgelastet. © Symbolbild: dpa

22 Erstklässler haben fürs neue Schuljahr keinen Platz in der Betreuung der Egelsbacher Wilhelm-Leuschner-Schule bekommen. Nun soll eine zusätzliche Gruppe zumindest vormittags für Entlastung sorgen.

Egelsbach – Nicht nur in den Kitas sind Plätze immer schwerer zu bekommen, auch an den Schulen machen sich Zuzug und Personalmangel bemerkbar. So haben sich an der Wilhelm-Leuschner-Schule (WLS) für das neue Schuljahr 133 Erstklässler angemeldet – zu viele für die Kapazitäten der gemeindlichen Schulbetreuung. Deshalb hatten 22 Kinder keinen Betreuungsplatz erhalten, was zu einigem Unmut unter den Eltern geführt hat, wie die Gemeinde mitteilt.

„Unsere gesamte Betreuungssituation ist angespannt“, sagt Bürgermeister Tobias Wilbrand. „Damit sind wir aber nicht alleine. Es ist kaum noch Betreuungspersonal zu finden, was sich auf die Kitas genauso wie auf die Schulbetreuung auswirkt.“ Neben dem personellen Engpass kam bei der Schulbetreuung noch ein Problem hinzu. Die Einrichtung sei trotz der jüngsten Container-Erweiterung schlichtweg auch räumlich ausgelastet, heißt es aus dem Rathaus.

Dennoch hat sich der Fachdienst Familie und Soziales mit der Schulleitung zusammengesetzt und nach Lösungen gesucht. Nun ist zumindest eine „Grundversorgung“ gesichert, wie die Gemeinde es formuliert: „Die Schule hat uns dankenswerterweise für das kommende Schuljahr einen Raum abgetreten“, freut sich Fachdienstleiterin Barbara Mey. „Außerdem konnten wir zwei Kräfte einstellen, die zwar nicht über die formalen Voraussetzungen verfügen, wie sie zum Beispiel in den Kitas gefordert werden, aber durchaus die Fähigkeiten mitbringen, die es für die Betreuung unserer Erstklässlerinnen und Erstklässler braucht.“ Für die Schulbetreuung seien die rechtlichen Vorgaben bezüglich des Personals weniger streng.

Anspruch auf Ganztagsbetreuung kommt

Die Gemeinde muss die Schulbetreuung auch mit Blick auf den baldigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ausweiten, den der Bundestag 2021 verabschiedet hat. Dieser tritt in vier Jahren in Kraft. Ab August 2026 erhalten zunächst alle Grundschulkinder der ersten Klassen einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. In den Folgejahren kommt jeweils eine Klassenstufe hinzu. Somit soll ab 2029 jedes Grundschulkind einen Anspruch auf ganztägige Betreuung haben. Für den Ausbau der Betreuungseinrichtungen stellt der Bund bis zu 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. (msc)

Das Ergebnis ist, dass nach den Sommerferien – mit einer Woche Verspätung – eine weitere Schulbetreuungsgruppe eröffnet wird. Ab Montag, 12. September, können dann alle Kinder, die bisher auf der Warteliste standen, täglich eine Betreuung von 7 bis 13.15 Uhr in Anspruch nehmen. Die Vormerkung auf der Warteliste für einen Ganztagsplatz bleibt dennoch bestehen, sodass Eltern, die eigentlich eine Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder bräuchten, einen entsprechenden Platz bekommen, sobald Kapazitäten dafür frei werden.

„Ich bin der Schulleitung und dem Fachdienst sehr dankbar, dass sie hier eine Lösung im Sinne der Eltern gefunden haben“, betont Wilbrand. „Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht alle Probleme der betroffenen Familien löst, aber eine Planungssicherheit für den Vormittag ist schon ein wichtiger Schritt.“ Ein entsprechendes Infoschreiben an die Eltern hat die Gemeinde bereits versandt. (msc)

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