SG Egelsbach

Flutlicht blendet Egelsbacher - Anwohner unglücklich

Fußballstadion des SG Egelsbach. Die dortigen LED-Lampen blenden die Anwohner.
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Energiesparender und umweltfreundlicher soll sie sein, die neue Flutlichtanlage der SG Egelsbach. Doch die modernen LED-Lampen blenden – trotz Nachjustierung – weiterhin die Anwohner.

In Egelsbach blenden die hellen Flutlichter des Sportplatzes die Anwohner. Entscheidet jetzt ein Gutachter, wie es mit der Lichtanlage weitergeht?

Egelsbach – Wenn er abends auf seinen Balkon geht, wird er von dem hellen Schein des Fluchtlichts geblendet. Und wenn er die Treppe hinauf steigt, braucht er den Lichtschalter gar nicht betätigen. „Bei uns wird das ganze Dachgeschoss ausgeleuchtet“, so schildert es ein Anwohner aus der Heidelberger Straße, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Der Mann lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportcenter der SG Egelsbach, und er ist immer noch nicht glücklich mit der neuen LED-Flutlichtanlage, die im Juni installiert wurde und seitdem einige Anwohner blendet. Und das, obwohl die Sportgemeinschaft bereits nachjustiert hat. „Das Problem besteht immer noch“, sagt der Egelsbacher, der sich deswegen an unsere Redaktion gewandt hat. „Zufrieden sind wir nicht.“

Flutlichter des SG Egelsbach stören Anwohner

Immerhin: Zurzeit blendet nichts. Das liegt aber daran, dass die SG Egelsbach aufgrund des Lockdowns und des zunächst verhängten Vereinssport-Verbots ihre Anlage geschlossen hat. Die neue Flutlichtanlage, die energiesparender, umwelt- und insektenfreundlicher sein soll, wurde erst diesen Sommer gebaut, bleibt im November aber wegen des Lockdowns aus.

Das Symbolbild zeigt eine helle Flutlichtanlage, hier im Lenggrieser Isarstadtion.

Vor dem Lockdown sei abends rund um das Sportcenter jedoch regelmäßig „alles hell erleuchtet gewesen“, berichtet der Anwohner. „Nach einer gewissen Zeit tut es in den Augen weh.“ Seine Nachbarin habe immer den Rollladen herunterlassen müssen, wenn sie Fernsehen wollte, da sie sonst durch die Reflexion auf dem TV-Bildschirm nichts erkennen konnte. „Ich finde es schade, wenn man viel Geld ausgibt, für etwas, das nicht schlecht ist – und dann macht man es schlechter“, klagt der Mann.

Aus unserer Sicht sind keine weiteren Schritte geplant.

Carsten Mann

Bei der SG Egelsbach sieht man zurzeit jedoch keinen Handlungsbedarf. „Aus unserer Sicht sind keine weiteren Schritte geplant“, sagt Vorstandsmitglied Carsten Mann. Der Schatzmeister weist erneut darauf hin, dass die neue Flutlichtanlage nach den entsprechenden DIN-Verordnungen installiert worden sei. Zudem hatte die SGE nach ersten Beschwerden Blenden installieren lassen und die Lampen abgekippt, damit der Lichtkegel mehr auf die beiden Rasenplätze und weniger in die Nachbarschaft scheint.

Flutlichter in Egelsbach leuchten nur noch mit 60 Prozent

Außerdem, berichtet Mann, habe man die Leuchtkraft noch weiter heruntergefahren. Während des Trainingsbetriebs laufe die Anlage – angekündigt waren 70 Prozent – nun sogar nur noch auf 60 Prozent. Es sei eben auch eine Frage der subjektiven Wahrnehmung. „Die alten Quecksilberdampfleuchten hatten ein eher gelbliches, weiches Licht“, erklärt Mann. „Bei den LED-Leuchten ist es eher weiß, heller und kälter.“

Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) berichtet, bei ihm habe sich seit zwei Monaten kein Anwohner mehr beschwert. Angesprochen auf die neuesten Wehklagen gibt er jedoch zu: „Das hört sich an, als wäre das Thema noch nicht beendet. Wenn die Bürger das sagen, dann wird es so sein.“

Entscheidet bald ein Gutachter über die Lichtanlage?

Die Gemeinde, die das Gelände an die Sportgemeinschaft verpachtet, sich aber finanziell nicht an der neuen Flutlichtanlage beteiligt hat, werde noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Eventuell, so der Rathauschef, müsse man einen unabhängigen Gutachter herbeibestellen, um die Lichtemission zu untersuchen und die Angelegenheit final aufzuklären. „Da gibt es schließlich Normen, die eingehalten werden müssen“, so Wilbrand. (Von Manuel Schubert)

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