Landesregierung ehrt Elfi Königs Einsatz für HIV-/Aids-Patienten

HIV/AIDS: Stetiger Kampf gegen Vorurteile

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Großes Vorbild: Elfi König aus Egelsbach bekam für ihr Engagement von Staatssekretär Michael Bußer das Bundesverdienstkreuz überreicht. 

Elfi König wurde mit einem Verdienstkreuz für ihren Einsatz im Kampf gegen HIV/Aids ausgezeichnet. 

Egelsbach –Der Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Michael Bußer, zeichnete die 71-Jährige mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus – für ihren Einsatz im Kampf gegen HIV/AIDS.

Königs Engagement begann in den 1980er Jahren, dem Jahrzehnt, das unweigerlich mit dem HIV-Virus und der AIDS-Krankheit verbunden wird. Das Wissen über das gefährliche Virus war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht weit verbreitet. Aus Angst vor dem Umgang mit Infizierten litten diese deshalb besonders stark unter Stigmatisierung. Elfi Königs Anliegen war und ist es deshalb, nicht nur über das Virus und seine Übertragungswege aufzuklären, sie wirbt vor allem für Akzeptanz der Betroffenen. „Dort, wo Menschen wegschauten, ist Elfi König hingegangen. Sie hat durch Aufklärungsarbeit und ihr bedingungsloses Einstehen für die betroffenen Menschen dazu beigetragen, Vorurteile abzubauen“, sagte Regierungssprecher Bußer. „Eine Gesellschaft braucht Menschen wie Elfi König, die sich auch dann für andere einsetzen, wenn der gesellschaftliche Rückhalt fehlt.“ Ihr Einsatz und ihre Zivilcourage für Menschen mit HIV und AIDS verdiene großen Respekt.

Stigmatisierung von Erkrankten 

Elfi König engagierte sich ab 1989 ehrenamtlich im Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Mit dem „Montagskochen“ bot sie den schwerkranken Patienten sowie dem Klinikpersonal eine willkommene Abwechslung vom Klinikalltag an. König pflegte dort auch viele junge Menschen und begleitete sie beim Sterben. Bei der AIDS-Hilfe Frankfurt ist sie für ihren persönlichen und menschlichen Einsatz bekannt.

In dem Verein kümmert sich die Egelsbacherin um die Mittel- und Sachspendenakquise und trägt somit dazu bei, dass Hilfsangebote aufrechterhalten werden. „Sie schreibt regelmäßig bis zu 200 Unternehmen handschriftlich an, um sie nach Shampoos, Handtüchern oder etwa Zahnbürsten zu fragen“, lobte Bußer. Die Sachspenden kommen dann neben Patienten der AIDS-Hilfe auch Menschen in der Drogenhilfe zugute. „Das zeigt einmal mehr, welches herausragende Engagement Elfi König für das Gemeinwohl aufbringt“, so der Regierungssprecher. Für ihr Wirken wurde sie im Jahr 2015 mit dem „Dankeschön-Bär“ der AIDS-Hilfe geehrt.

„Elfi König ist eine beeindruckende Person“

Am Welt-AIDS-Tag verkauft König zudem jedes Jahr zusammen mit vielen Helferinnen und Helfern die sogenannten „Solidaritäts-Bären“ der Frankfurter AIDS-Hilfe in hessischen Innenstädten. Dabei können Passanten die kleinen Plüschtiere zugunsten des Vereins erwerben. „Sie spannt sogar ihren Arbeitgeber ein, eine große Supermarktkette. Sie konnte die Unternehmensführung davon überzeugen, dass die Bären vor den Filialen verkauft werden. Elfi König ist eine beeindruckende Person, die uns zeigt, was alles möglich ist, wenn man sich für eine Sache einsetzt“, so Bußer.

30 Jahre ist die Egelsbacherin nun aktiv und wird es auch weiterhin sein. „Ehrenamtliche, die für andere einstehen und für Akzeptanz werben, braucht es in unserer Gesellschaft“, betonte Bußer. Denn Menschen mit HIV und AIDS würden nach wie vor stigmatisiert. Umso wichtiger seien da Engagierte wie Elfi König, die sich unermüdlich dafür einsetze, dass erkrankte Menschen in ihrem Alltag nicht diskriminiert und stigmatisiert werden. 

jrd

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30 Jahre ist es her, dass Waltraud bei einer Hüft-Operation durch ein Blutgerinnungsmittel mit dem HI-Virus infiziert wurde. Erst 1989 erfährt sie davon. Seit mehr als 20 Jahren nimmt sie Medikamente und leidet unter Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen.

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