Suche nach Ausweichquartier

Tierherberge: Ende des Ultimatums rückt näher

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Wohin geht die Reise? Dieses Tierherbergen-Duo repräsentiert die Lage mit seinen fragenden Blicken recht treffend.

Egelsbach - Wenn die Verantwortlichen der Tierherberge Egelsbach einen Wunsch frei hätten, dann würde der wohl recht nüchtern „Planungssicherheit“ lauten. Von Cora Werwitzke 

Denn nachdem sich ein denkbarer Umzug nach Dietzenbach zerschlagen hat und sich die potenzielle Übernahme des Tierheims Dreieich zu einer scheinbar endlosen Hängepartie entwickelt, ist die Zukunft der Egelsbacher Einrichtung mal wieder völlig offen.

2015 – die Jahreszahl hat für die Tierherberge Egelsbach einen Beigeschmack, denn Mitte dieses Jahres läuft das Ultimatum ab, das der Kreis den Tierschützern gewährt hat, um einen neuen Standort zu finden. „Wir strecken unsere Fühler in alle Richtungen aus“, berichtet Sprecherin Cornelia Finkbeiner – diesen Satz hat sie in den vergangenen Monaten häufig gesagt. Man könnte meinen, dass sich beim Betreiberverein angesichts mehrerer Rückschläge in den vergangenen eineinhalb Jahren bei der intensiven Suche nach einem neuen Domizil allmählich Resignation breit macht. Doch wie Finkbeiner andeutet, schließt die Fahndung „in alle Richtungen“ auch die eigene Herberge nahe des Flugplatzes mit ein. Denn was der Betreibervorstand dem Kreis bis zum 30. Juni nachweisen muss, ist allen voran, sich nachdrücklich um einen neuen Standort bemüht zu haben. „Und das tun wir, das bekommt Landrat Oliver Quilling ja quasi live mit“, so Finkbeiner.

Ringen um die Legalisierung

Rückblick: Nach etlichen Jahren des Ringens um die Legalisierung des Egelsbacher Hundedomizils fanden die schier endlosen Auseinandersetzungen mit den Behörden im Mai 2013 in Form eines Vergleichs vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt ein vorläufiges Ende. Seither ist der Tierherbergen-Betrieb am Rand des Flugplatzes temporär genehmigt.

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Seitdem fahnden die Verantwortlichen auch mit Hochdruck nach Grundstücken. Vielversprechend liefen Verhandlungen um Areale in Rumpenheim und Dietzenbach. Vor allem in der Kreisstadt stimmten fast alle Voraussetzungen – „am Ende haben wir Abstand davon nehmen müssen, weil der Lärmpegel durch das Hundebellen die Betriebsgenehmigung angreifbar gemacht hätte“, berichtet Finkbeiner. Und einen neuerlichen Rechtsstreit wolle der Vorstand um jeden Preis vermeiden.

Seit geraumer Zeit beschäftigt die Tierherberge mit Oliver Brix eigens einen professionellen Berater, der den Verein bei der Suche nach geeigneten Ausweichquartieren unterstützt. Brix führt nach Worten von Finkbeiner auch Gespräche mit dem Verpächter des aktuellen Grundstücks, der Hessischen Flugplatz GmbH. „Wir sondieren, ob sich der Pachtvertrag langfristig verlängern ließe“, konkretisiert die Sprecherin. Ansonsten gebe es zwecks Verhandlungsinteresse Kontakt zu Landwirten – aber nichts Konkretes.

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Das vielversprechendste Vorhaben war jüngst sicherlich die Bewerbung um die Übernahme des kommunalen Tierheims Dreieich an dessen Standort in Dreieichenhain. Anderthalb Jahre stand zur Debatte das finanziell angeschlagene Tier-Domizil, das von einer Solidargemeinschaft aus neun Kreiskommunen betrieben wird, zu veräußern. Zuletzt kristallisierte sich als einzig sinnvolle, zukunftssichernde Maßnahme die Fusion des derzeitigen Betreibervereins mit einem von zwei interessierten Tierschutzvereinen (darunter die Egelsbacher Tierherberge) heraus. Wie berichtet, entschieden sich die Bürgermeister unter Regie von Landrat Oliver Quilling im Dezember, nun eventuell doch beim Status quo zu bleiben – auf jeden Fall noch abzuwarten. Diese weitere Verzögerung ist für die Egelsbacher natürlich nur schwer zu händeln. „Wir sind nicht in der Position, irgendetwas zu beschleunigen – können nur immerzu unsere Gesprächsbereitschaft unterstreichen“, so Cornelia Finkbeiner. Der Wunsch nach Planungssicherheit – er schwingt in jeder Silbe dieses Satzes mit.

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