Tierherberge Egelsbach

Pläne für Umsiedlung nach Dietzenbach

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Die rund 60 Fellnasen in der Egelsbacher Tierherberge würden wohl lieber heute als morgen moderne Quartiere in Beschlag nehmen, denn das aktuelle ist mehr als baufällig. (c)Foto: Strohfeldt

Egelsbach - Hoffnung in der Tierherberge: Ein neues, legales Zuhause ist in Sicht. Der Verein schmiedet Pläne zur Umsiedlung von Egelsbach nach Dietzenbach. Von Holger Borchard 

Frohes neues Jahr! Aus Sicht der Tierherberge Egelsbach könnte die momentan überall kursierende Grußfloskel besonderen, existenziellen Klang entfalten: Nach etlichen Jahren des Ringens um die Legalisierung des Hundedomizils nahe des Flugplatzes schöpft der Betreiberverein – der Tier-Rettungsdienst Frankfurt – berechtigte Hoffnung, an einem neuen Standort dauerhaft und „legal“ ansässig zu werden. Allerdings wäre dies das Ende der Tierherbergen-Geschichte in Egelsbach.

Dietzenbach könnte den Hundeschützern ihren Standort aller Träume bescheren – „und damit das Ende eines 30-jährigen Behörden-Hürdenlaufs“, wie Vereinssprecherin Cornelia Finkbeiner hinzufügt. „Wir sind voriges Jahr auf ein großes Gelände an der Waldstraße im Dietzenbacher Gewerbegebiet aufmerksam geworden, das als Notverkauf angeboten wurde.“ Der Verein könne dieses – maximal 12 000 Quadratmeter große – Gelände erwerben, so die Absprache mit dem Eigentümer, ein Kaufvertrag sei allerdings noch nicht aufgesetzt. Aus gutem Grund, gibt Finkbeiner zu bedenken. Zunächst müsse das ganze Drumherum auf solider Basis stehen, müssten alle zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden ihre Zustimmung gegeben haben, beziehungsweise alle planungsrechtlichen Auflagen erfüllt sein. „Tja, man lernt halt“, merkt Finkbeiner schmunzelnd an.

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Die erste und wichtigste Grundlage war dem Vereinsvorstand die breite Zustimmung der Mitglieder. „Von der Mitgliederversammlung haben wir noch im vergangenen Jahr grünes Licht für die Umzugsplanung erhalten“, schildert Finkbeiner. Parallel habe der Verein bereits Vorgespräche geführt, allen voran mit den zuständigen Ämtern des Kreises. „Der Grundtenor ist bisher ungemein erfreulich für uns“, fasst Finkbeiner zusammen. „Niemand sieht ein Problem im Bau eines Tierheims da draußen am Rand des Gewerbegebiets.“ Gleichwohl sei der Verein nicht faul gewesen und habe bereits ein Lärmgutachten für den ausgeguckten Standort anfertigen lassen. „Es liegt seit Kurzem vor“, so die Vereinssprecherin.

Die nächsten Wochen und Monate will der Verein nicht ungenutzt verstreichen lassen – weitere Gesprächstermine mit Kreis, Unterer Naturschutzbehörde und natürlich auch mit Vertretern der Stadt Dietzenbach sind bereits avisiert. „Klar möchten wir das Ganze so schnell wie möglich in trockene Tücher bringen“, betont Cornelia Finkbeiner. „Dass wir seit Langem auf der Suche nach etwas Neuem sind, weiß jeder, schließlich sind wir dazu ja von den Behörden angehalten“, spielt sie auf die schier endlosen Auseinandersetzungen an. Die fanden im Mai 2013 ein vorläufiges Ende in Form eines Vergleichs am Verwaltungsgericht Darmstadt. Die Betriebserlaubnis der Tierherberge am Standort Egelsbach ist bis 30. Juni 2015 gesichert. „Wie es jetzt läuft, nämlich schiedlich-friedlich in Absprache mit allen Beteiligten, ist es uns natürlich am liebsten“, merkt Finkbeiner an. Vorneweg eine Dreiviertelmillion Euro werde der Verein wohl für die Neuansiedlung aufbringen müssen, schätzt sie.

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Bei der Stadt Dietzenbach, die bekanntlich ihren Vertrag mit dem Tierheim Dreieich zum Jahresende gekündigt hat, beobachte man die Entwicklung – „mehr aber auch nicht“, betont Erster Stadtrat Dieter Kolmer. „Um Kommentare abzugeben, ist es einfach noch zu früh. Wir warten ab, wie es kommt und ob der Verein alle Voraussetzungen für eine Ansiedlung in Dietzenbach erfüllt. Wenn man das Gespräch mit uns sucht, werden wir uns dem nicht verweigern.“

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