Top-Engagement im Tiefgeschoss

Egelsbach - 81.800 Euro stellt die Gemeinde dem Verein für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung Rhein-Main dieses Jahr zum Betrieb des Jugendzentrums mit allem Drum und Dran (Mitternachtssport, Besuche in Partnerstädten, Ausflüge etc. ) zur Verfügung. Von Holger Borchard

Was bekommt sie im Gegenzug? Je nach Blickwinkel – man könnte auch sagen nach Einstellung zu Sinn und Notwendigkeit von Jugendarbeit – dürfte die Antwort unterschiedlich ausfallen. Die Grundsatzfrage freilich wird die Politik garantiert in der Debatte zum Haushalt 2013 stellen, angesichts der finanziellen Schieflage Egelsbachs sowie absehbar rigider Sparauflagen bei Inanspruchnahme des kommunalen Schutzschirms.

Jugendarbeit nur anhand von Zahlen zu bewerten, greift gewiss zu kurz. Es sei denn, sie fallen so aus wie in der Bilanz, die der Jugendverein um Geschäftsführer Uwe Herzog der Gemeindeverwaltung und den politischen Gremien für den Zeitraum von November 2011 bis Oktober 2012 präsentieren kann. Die nämlich unterfüttern zwei Aussagen: Die Jugendarbeit rund ums Juz wurde erheblich ausgeweitet und die Besucherzahlen im Jugendraum im Untergeschoss des Bürgerhauses sind noch einmal deutlich gestiegen.

„Besonders im Winterhalbjahr haben wir zeitweilig mehr als 60 Jugendliche im Raum gezählt“, schildert Herzog. Wer die Platzverhältnisse kenne, der wisse: „Damit sind wir schon deutlich über der Kapazitätsgrenze.“ Im offenen Bereich zähle man zirka 50 beinahe täglich anwesende Stammgäste. Hinzu kommen laut Herzog etwa 40 „Gelegenheitsbesucher“ (zwei- bis dreimal pro Woche) und nochmals ebenso viele sporadische Juz-Nutzer. „Das macht durchschnittlich rund 60 Besucher im täglichen Durchlauf.“ Die Altersspanne reicht von 13 bis 27 Jahren, das Gros der Besucher ist zwischen 14 und 21. Der Mädchenanteil liegt bei 40 Prozent – „eine signifikante Steigerung gegenüber 2011 mit steigender Tendenz“, merkt Herzog zufrieden an. Den Anteil von Migranten beziffert er auf rund 40 Prozent.

Ein voller Erfolg mit durchschnittlich 30 Teilnehmern ist der im November 2011 ins Leben gerufene Mitternachtssport freitags von 22 bis 0.30 Uhr in der neuen Sporthalle. „Anfangs kamen bis zu 60 Jugendliche, darunter viele aus umliegenden Städten, vor allem aus Langen. Da mussten wir im Sinne einer vernünftigen und konfliktarmen Gestaltung eingreifen und das Angebot auf Egelsbacher Jugendliche begrenzen“, schildert Herzog.

Absolut ausgereizt ist die Kapazität des Musikproberaums. Den nutzen derzeit mehr als 50 junge Musiker in zehn Bands – der jüngste 13, der älteste 26 Jahre alt. Den Andrang auf der Bühne spiegelt die Veranstaltungs-Statistik eindrucksvoll wider. „Insgesamt mehr als 1 600 Besucher waren bei unseren Veranstaltungen dabei“, so Herzog. Die siebte Unterstufenparty war mit 200 Kindern wiederum sehr gut besucht, die sieben „Underground“-Konzerte erlebten 900, das zweite Open-Air auf der Bürgerhauswiese 200 und die vier Platzkonzerte 360 Zuhörer mit.

„Wegen der steigenden Besucherzahlen brauchen wir immer öfter zusätzliche ehrenamtliche Betreuer“, sagt Herzog. „Das geht ins Geld, aber wir sehen natürlich die Finanzlage Egelsbachs. Daher verzichten wir darauf, rund 5 000 Euro Personalkosten nachzumelden und wären für 2013 mit dem zufrieden, was wir für 2012 hatten.“

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