Triathlon-Abteilung setzt auf zusätzliche Streckenangebote

Koberstädter Waldmarathon: Tradition wahren und ein wenig Staub wegpusten

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Neue Köpfe, neue Ideen: Die SGE-Triathleten fiebern der 41. Auflage des Koberstädter Waldmarathons entgegen.

Jahr für Jahr traben viele hunderte Menschen durch den Koberstädter Wald, etliche mit dem Ansporn, die persönliche Bestleistung auf der Marathonstrecke zu toppen. Andere wollen sich den Traum erfüllen, die 42 Kilometer bezwungen zu haben. 

Egelsbach – Dass die Aktiven klaren Kopf für ihre Ziele haben können und auf der Laufstrecke sowie drumherum alles bestens präpariert ist, ist Jahr für Jahr dem Engagement des Koberstädter Waldmarathon-Teams zu verdanken. Nun haben die Macher gewechselt.

Der Koberstädter Marathon ist eine traditionsreiche Veranstaltung, im vergangenen Jahr hallte zum 40. Mal der Startschuss – er ist der älteste Marathon Hessens. Zur 41. Auflage gibt es einige Neuerungen hinter den Kulissen. „Wir übernehmen die Organisation des Wettkampfs vom Team des Egelsbacher Lauftreffs“, sagt Clara Hartmann, Vorsitzende der SGE-Abteilung Triathlon. Die Vorgänger, die zum Teil jahrzehntelang im Orgateam waren, seien froh, dass die Triathlonabteilung nun in ihre Fußstapfen trete und Verantwortung übernehme. „Und Verantwortung bedeuten rund 1000 Starter auf dem Lauf nun einmal“, sagt Christoph Oldenburg vom neuen, neunköpfigen Führungsteam. „Wir haben schon 2018 geholfen und haben auch die Zusage des erfahrenen Helferkreises, dass man uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.“

Den Triathleten ist einerseits wichtig, lieb gewonnene Tradition wie den so wichtigen, sportlichen Charakter der Veranstaltung zu erhalten. Andererseits möchten sie aber auch „Staub aus den Fugen blasen“ und Neues etablieren, um den Marathon zukunftsfähig zu machen. „Ein Anliegen ist, die Starterzahlen im Marathon wieder zu erhöhen“, kündigt die stellvertretende Abteilungsleiterin Christina Brehm an. Beim Jubiläumslauf im vergangenen Jahr waren circa 140 Marathonis am Start. „Die Zahlen waren schon mal deutlich höher, aber dieses Problem haben viele Veranstalter, die neben dem Marathon auch einen Halbmarathon anbieten“, weiß Triathlet Frank Richter. „Wir haben in Egelsbach natürlich auch nicht so einen Eventcharakter. Viele laufen einen einzigen Marathon im Jahr – das soll dann eher Frankfurt, Berlin, Hamburg oder sogar New York sein. Aber wir haben eine schöne, schattige und anspruchsvolle Strecke im Wald“, wirbt Richter.

Ein neues Element soll eine größere sportliche Bandbreite sein. Neben Marathon und Halbmarathon stellen die Organisatoren einen Zehn-Kilometer- und einen Fünf-Kilometer-Lauf, der sich auch als Walking-Strecke sehr gut eignet, auf die Beine. Auch die Jugend soll mehr Möglichkeiten für erste Wettkampferfahrungen bekommen. Bisher durften die Vier- bis Neunjährigen vor dem Marathon-Start eine Runde auf dem Sportplatz drehen, das soll jetzt mit einem Zwei-Kilometer-Lauf für Kinder bis zwölf Jahre ausgeweitet werden – dies professionell mit Startnummer und Zeitmessung. Überhaupt wolle der Koberstädter Waldmarathon familienfreundlicher werden. „Wir werden die anderen Abteilungen des Vereins einbinden. Die Abteilung Ski-Wandern-Freizeit ist mit einer Kletterwand vertreten und betreut eine Hüpfburg. Wir träumen im Prinzip vom Familienevent mit Sport, Spaß und Spiel“, so Richter.

Etwa 180 Helfer brauchen die Triathleten am Start, auf der Strecke, bei der Administration, an der Kuchentheke und beim Auf- und Abbau. „Aber wir sind optimistisch, dass wir das hinbekommen. Der ehemalige Helferkreis hat Unterstützung angekündigt, wir nehmen die Fußballer mit ins Boot – gemeinsam wird’s schon“, ist Clara Hartmann zuversichtlich.

Für die Läufer ergeben sich ebenfalls ein paar Neuerungen: Sie gehen mit personalisierten Startnummern in den 41. Koberstädter Waldmarathon, auf denen auch der Name aufgedruckt ist. Neu ist ferner die Erinnerungsmedaille für alle Zieleinläufer. Besondere Überraschung: Der Ironman-Sieger und Bundestrainer Faris Al Sultan hat den Triathleten signierte Trikots überlassen. „Was für eine Aktion wir damit starten, ist noch nicht raus“, hält sich Christina Brehm fürs Erste noch bedeckt. Ihre Zwischenbilanz: „Es macht viel Freude, dem Organisationsteam anzugehören – wir sind ein sehr gutes Team.“ Jetzt müsse es den Triathleten nur noch gelingen, diese positive Spannung auf den Veranstaltungstag zu übertragen. „Wir freuen uns riesig drauf“, kann Brehm den 41. Waldmarathon kaum noch erwarten.

VON NICOLE JOST

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