Turmfest der Feuerwehr

Kühlung aus dem Windkanal

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Die Fettexplosion ist ein Klassiker der Feuerwehr-Vorführungen – auch diesmal darf sie bei den Vorführungen zum Turmfest nicht fehlen. Abgesehen davon entpuppt sich der üblicherweise zum Entrauchen genutzte Lüfter als kühlender Publikumsmagnet.

Egelsbach -  Dass es diesmal ein besonders „hitziges“ Turmfest werden würde, war allen Beteiligten von vornherein klar. Von Leo F. Postl 

Doch trotz der hohen Temperaturen kamen so viele Gäste zur zweitägigen Feier der Feuerwehr, dass sowohl Gemeindebrandinspektor Christian Klöppel als auch der Vorsitzende des ausrichtenden Feuerwehrvereins, Günter Thomin, hochzufrieden Bilanz zogen.

„Wir halten unsere Einsatzbereitschaft jederzeit aufrecht, denn bei dieser Trockenheit weiß man ja nie, was passiert“, spielt Christian Klöppel auf die extreme Brandgefahr in der Natur an. Für Günter Thomin ist es derweil einfach nur gut, zu wissen, dass er sich wieder auf ein großes Helferteam verlassen kann. „Jeder weiß, wofür der Erlös verwendet wird, somit sind auch die Gäste recht spendabel, essen und trinken hier halt mal etwas mehr“, freut sich der Vorsitzende des Feuerwehrvereins. Am Samstagabend sorgt die Live-Band Beckmann und Klink für die musikalische Unterhaltung der Gäste, die Letzten gehen weit nach Mitternacht. „Das war ein richtiger Dämmerschoppen – zum Glück dämmert es ja im Moment noch nicht ganz so früh“, stellt Klöppel fest.

Rasch vergriffen sind die Tombolalose, schon am Sonntagmittag gibt es keine mehr. Klare Sache: der Hauptpreis zieht. Dem Gewinner winkt ein Candlelight-Dinner auf dem Feuerwehrturm. Jenes hat der Gemeindebrandinspektor spendiert, besitzt er doch ein Catering-Unternehmen. „Wie ich das alles hochbringe, weiß ich noch nicht, die vielen Treppen möchte ich nicht zehn Mal laufen“, sagt Klöppel schmunzelnd. „Da ist die Drehleiter wohl ein angemessenes Einsatzfahrzeug.“ Vermutlich wird der Schlauchaufzug herhalten müssen.

Neben der großen Fahrzeugschau ist der normalerweise zum Entrauchen großer Räume verwendete Lüfter die eigentliche Schau des Turmfests – zumindest am heißen Sonntag. Dem Wirbelwind setzt die Feuerwehr noch etwas Wasser zu, sodass sich selbst große Festbesucher hinter ihren Kindern eine kühlende Wohltat gönnten. „Das Ding läuft ununterbrochen und die Kinder stehen ganz begeistert davor“, freut sich Jugendwart David Hormann über die gelungene Überraschung.

Die Feuerwehrleute lassen es sich aber auch diesmal nicht nehmen, in ihre dicke Einsatzausrüstung zu schlüpfen und dem Publikum zu zeigen, dass auf sie Verlass ist. Die Jugendfeuerwehr führt einen Brandangriff mit Menschenrettung vor. Mittels Steckleiter erreichen die jungen Feuerwehrleute das Fenster im zweiten Stock eines Gebäudes (Feuerwehrturm), um eine von Feuer und Rauch eingeschlossene Person zu bergen. Dafür gibt es anerkennenden Beifall.

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Die Einsatzabteilung zeigt, welch enormen Aufwand die Rettung einer Person aus einem hohen Gebäude erfordert. Im Lehrsaal verfolgen die interessierten Zuschauer zunächst die speziellen Vorbereitungen mit, bis die Person auf eine Schleiftrage gelegt ist, um sodann abgeseilt zu werden. „Wir üben das immer wieder, speziell im Hinblick auf die Rettung schwerer Personen, aber zum Üben genügt eine Puppe“, erläutert der Gemeindebrandinspektor. Ausgearbeitet hat diese Übung Zugführer René Meinel.

Ein Spektakel für sich ist einmal mehr die Fettexplosion. Unglaublich, was für ein Feuerball entsteht, wenn man versucht, die Flammen in einer Fritteuse mit nur einem Liter Wasser zu löschen. Das heiße Gas-Wasser-Gemisch erweitert sich explosionsartig um das 1 700-Fache. Selbst bei der Demonstration im Freien weichen die Zuschauer noch zurück. „Und jetzt stellen Sie sich das mal in Ihrer neuen Küche vor“, kommentiert Ulrich Schumann warnend.

Bei Unterhaltungsmusik mit dem Blasorchester der SG Egelsbach, dirigiert von Markus Petri, sowie einer „Modenschau“, bei der Frauen und Männer der Wehr Spezialausrüstung zeigen, klingt das Turmfest allmählich aus.

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