Besonderer Unterricht an Grundschule

Mit Bienchen und Blümchen

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Fleißiger Imkernachwuchs: Gemeinsam mit Verena Jakel vom Bienenzuchtverein und Rektor Martin Höhn haben die Leuschner-Schüler das rund 800 Quadratmeter große Wiesenstück im Bereich der A 661-Abfahrt von Unrat befreit. Als nächstes wird Ortslandwirt Arno Eckert dort pflügen, auf dass im Anschluss das Saatgut für die Bienenweide ausgebracht werden kann.

Egelsbach - Ende 2014 wurde an der Wilhelm-Leuschner-Schule die Imker-AG ins Leben gerufen. Seither kümmern sich Schüler und Lehrer um die Honigproduzenten, von denen sie vier Völker auf dem Schulgelände halten. Neuestes Projekt: die Anlage einer Bienenweide im Bereich der A 661-Abfahrt. Von Holger Borchard

Die Grundschüler sind mit Feuer und Flamme bei der Sache – neun Mädchen und Jungen zählt die Imker-AG aktuell. Fast genauso stark ist die Lehrer-Fraktion: Petra Rosenhahn, Ina Meudt, Elfi Knuff, Inga Janzen, Carolin Denzer, Carolin Niesik, Michael Knörr und Rektor Martin Höhn haben sich zu Jungimkern ausbilden lassen. „Wir wollen allen Kindern die Möglichkeit geben, im Rahmen des Sachunterrichts ein Stück lebendige Natur zu erleben“, sagt Höhn. Unterstützung von außerhalb in Form von Wissen und Ausstattung erfährt die Schule durch Volker de Ginder – „er ist quasi unser Imkervater“, betont Höhn –, von Verena Jakel, Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Langen und Umgebung, von Wolfgang Stellmacher, Jungimker im dritten Imkerjahr, sowie von des Rektors Ehefrau, Alexa Höhn. Mit Blick auf das Projekt Bienenweide tatkräftig zur Seite steht der Schule aktuell Ortslandwirt Arno Eckert; den Draht zur Gemeindeverwaltung hat man über Umweltberater Wolfgang Höher.

„Kinder sind interessiert an der Natur und dem Leben, das in ihr steckt. Bienen bieten sich dafür hervorragend an“, sagt Martin Höhn. Die Lehrkräfte, die sich wie er freiwillig für die Betreuung des Projekts gemeldet haben, belegten Imkerkurse und tasten sich in der nunmehr zweiten Saison an die Bienenkunde und Honiggewinnung heran.

Die Herstellung des süßen Endprodukts stellt ein Erfolgserlebnis für Klein & Groß dar; der Verkauf von Honig und Wachsprodukten hat bereits Geld in die AG-Kasse gespült. Langfristiges Ziel ist, das Projekt über den Erlös unabhängig von Sponsoren betreiben zu können.

Ein erster guter Schritt in die neue Imkersaison ist getan: „Unsere vier Völker mit zusammen etwa 50 000 Bienen sind gut über den Winter gekommen“, weiß der Rektor zu berichten. Damit die Tierchen beim Ausflug in den kommenden Monaten auch genügend Nahrung finden, hat sich die Schule nach weiteren geeigneten Flächen für sogenannte Bienenweiden umgeschaut – und ist im Bereich zwischen der Abfahrt der Autobahn 661 und der Darmstädter Straße fündig geworden. „Dort überlässt man uns eine rund 800 Quadratmeter große Fläche, auf der die Bienenweide entstehen soll, um deren Pflege und Sauberhaltung sich unsere AG kümmern wird“, blickt Martin Höhn voraus. Dabei kommt auch Arno Eckert ins Spiel: Der Ortslandwirt wird das Wiesenstück in nächster Zeit umpflügen, auf dass die spezielle Saatmischung für Blumen, die den Bienen Nahrung bieten, ausgebracht werden kann.

„Das Saatgut stiftet der Bienenzuchtverein Langen und Umgebung“, sagt Höhn. „Unsere Aufgabe war es, den ersten Schritt zu tun und das Gelände von Abfall zu säubern.“ Das haben die Schüler unlängst getan und dabei circa 25 Kilogramm Unrat in große, blaue Müllsäcke befördert.

Jetzt sind alle gespannt, ob die Saat wie gewünscht aufgeht, sofern sie spätestens bis Ende April in die Erde gekommen ist. Natürlich hoffen wir alle auf ein blühendes Stück Landschaft, das nicht nur unsere Bienen ernährt und hoffentlich möglichst viele Nachahmer in und um Egelsbach herum findet“, merkt Höhn an. Die rund 200 Quadratmeter große Bienenweide auf dem Schulgelände an der Heidelberger Straße wird ebenfalls wieder erblühen – Ehrensache. „Ganz aktuell haben wir sogar eine weitere Fläche in Aussicht“, verrät der Rektor. An der Heidelberger Straße in Höhe der Einmündung zur Kreisstraße 168 würde der Streifen zu Füßen des Lärmschutzwalls sicher ebenfalls eine formidable Bienenweide ergeben.

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