Walter-Ultimatum zu Sporthalle: hopp oder topp im Frühjahr

Egelsbach - Beschert 2009 Egelsbach endlich den Durchbruch in Sachen Sporthallen-Neubau? Ein Lichtblick: Hinter den Kulissen wird weiter an einer Lösung gestrickt, die Gemeinde und Kreis bei dem Millionenprojekt auf einen Nenner bringen soll. Von Holger Borchard

Bürgermeister Rudi Moritz hat Landrat Peter Walter einen Brief geschrieben, in dem er nochmals seine Sicht der Dinge darlegt und fragt, welche Bau- und Betriebsvarianten überhaupt mit dem Kreis zu machen sind. „Das Schreiben habe ich“, bestätigt Walter, der vor allem auf eine Feststellung Wert legt: „Die unendliche Debatte in Egelsbach wird der Kreis nicht länger mitmachen.“

Die Ausgangslage ist klar: Der Kreis als Schulträger muss bis Ende 2010 Ersatz für die marode Turnhalle an der Heidelberger Straße schaffen. „Die Planungsmittel sind eingestellt; die neue Halle wird sicher nicht kleiner als die jetzige – so weit kann ich die Schulgemeinde beruhigen“, sagt Walter. „Ansonsten gilt: Ich bin für alles offen – aber es muss endlich angepackt werden.“ Planung und Ausschreibung nach europäischem Recht plus Folgebeschlüssen auf Kreis- und Gemeinde-Ebene benötigten erfahrungsgemäß so viel Vorlauf, dass spätestens in drei oder vier Monaten der Anfang gemacht werden müsse, wenn 2010 eine Halle gebaut werden solle.

Aus Walters Sicht ist damit die Entscheidungsfrist vorgegeben – was man in Egelsbach durchaus als Ultimatum interpretieren darf. „Aus meiner Sicht steht die Tür für alle Varianten nach wie vor offen und ich werde demnächst noch mal mit Bürgermeister Moritz und Vertretern von Schule und Sportgemeinschaft sprechen“, erklärt Walter. „Aber anschließend lasse ich die Kreis-Fachleute ein Konzept ausarbeiten, das ich in Egelsbach auf den Tisch legen werde – und dann heißt es: hopp oder topp!“

Die Antworten auf seine Fragen dürfte Rudi Moritz somit weitestgehend haben. „Mir war es wichtig, zu erfahren, ob der Kreis seinen Beitrag als Investitionszuschuss an die Gemeinde zum Bau einer Drei-Feld-Halle leisten würde und falls ja, in welcher Höhe“, fasst Moritz zusammen. Schließlich habe der Landrat stets das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft favorisiert, bei der ein Investor die Halle bauen und der Kreis sich mit dem Schulsport einmieten würde.

„Wenn es nach mir geht, bauen wir in eigener Regie, weil ich denke, dass die Gemeinde mit dieser Variante langfristig besser dasteht“, sagt der Bürgermeister. Machbar sein müsste der Bau einer Drei-Feld-Halle für etwa 2,5 Millionen Euro schätzt er – „zumindest ging es in anderen Städten zu diesem Preis“. In der alles entscheidenden Frage der Finanzierung mache das Konjunkturprogramm Hoffnung. „Es eröffnet die Chance auf Förderung“, so Moritz. Freilich werde die Gemeinde kaum umhin kommen, die klamme Kasse weiter zu strapazieren, damit die Sporthalle Realität wird.

Um den Stein ins Rollen zu bringen, müsste in jedem Fall die Gemeindevertretung „Butter bei die Fische“ geben. Ihr halbherziger Beschluss vom Dezember – Neubau-Standort definitiv zwischen Rathaus und Freibad, aber zum Bauen kein Geld – kann jedenfalls nicht das letzte Wort gewesen sein. „Jetzt wissen wir, wo die Garage stehen soll, aber ein Auto kaufen wollen wir nicht“, hatte seinerzeit schon ein Parlamentarier den Kollegen für ihren Schlingerkurs den Spiegel vorgehalten.

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