Von wegen reine Männersache

Wanderausstellung „Frauen der Reformation“ macht Station

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Frauen der Reformation und ihre Patinnen der Gegenwart.

Egelsbach - „Frauen der Reformation“ heißt eine Wanderausstellung, die evangelische Frauen aus Mitteldeutschland zum Reformationsjubiläum zusammengestellt haben.

Nächste Woche macht die Schau in Egelsbach Station; die Gemeinde bietet Führungen und eine Sonderveranstaltung an und widmet den Sonntagsgottesdienst am 29. Januar den „starken Frauen“ von anno dazumal. Luther, Melanchton, Calvin: Männer der Reformation. Dank ihrer reformatorischen Gedanken nahm eine bedeutungsvolle Entwicklung ihren Lauf und veränderte die Welt grundlegend. Aber: Was haben eigentlich die Frauen in dieser Zeit gemacht? Hatten sie gar nix mit all diesen Veränderungen zu tun?

„Frauen der Reformation“ porträtiert ein Dutzend Persönlichkeiten aus dem „Mutterland“ der Reformation. Unter ihnen sind Frauen, die ihren Einfluss als Adlige nutzten, um Reformatoren oder Glaubensflüchtlinge politisch und finanziell zu unterstützen, die sich für die Verbesserung von Schulwesen, Bibliotheken oder Armenfürsorge einsetzten – allesamt gebildete Frauen, die theologisch oder politisch Einfluss ausübten.

Patinnen aus der Gegenwart stellen ihre „Ahnin“ sehr persönlich und anschaulich vor und spannen auf diese Weise den Bogen zur heutigen Zeit. Weitere Ausstellungstafeln führen in die Lebensbedingungen des bewegten 16. Jahrhunderts ein und veranschaulichen diverse Wirkungsbereiche von Frauen im Reformationszeitalter.

Besucher können beim Rundgang durch die Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus, Ernst-Ludwig-Straße 56, eine Zeitreise unternehmen und Interessantes zum weiblichen Anteil am reformatorischen Wirken erfahren. Gelegenheit dazu besteht von Sonntag bis Sonntag (22.bis 29. Januar); die erste Möglichkeit ergibt sich am 22. von 11 bis 16 Uhr (ab 14 Uhr serviert die Gemeinde dazu Kaffee und Kuchen – gleiches Prozedere am 29.). Auch am Mittwoch, 25., ist die Schau von 18 bis 21 Uhr öffentlich zugänglich. Abgesehen davon können Gruppen und Schulklassen gesonderte Termine vereinbaren. Ein offizieller Eintritt wird nicht erhoben, allerdings sind der Gemeinde Spenden zur Kostendeckung willkommen.

Am Mittwoch, 25. Januar, von 15 bis 17 Uhr heißt es „Kaffeeklatsch mit Katharina Zell und ihrem Mann Matthias“. Dahinter verbirgt sich ein geführter Rundgang: Katharina Zell und Ehemann Matthias – gespielt von Frauen der Katharina-Zell-Stiftung, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau – schildern den Alltag in einem Pfarrhaus der noch jungen evangelischen Glaubensrichtung. Hinterfragt und diskutiert werden kann das Gehörte im Anschluss beim Kaffee.

Der Sonntagsgottesdienst am 29. (10 Uhr) wird ebenfalls im Zeichen der Frauen der Reformation stehen. Musikalische Begleiter sind Kirchenchor und Kirchenmusikerin Elisabeth Cruciger. Anmeldungen für die Sonderveranstaltung am 25. und Terminvereinbarung unter s 46604 oder 49076. Ein Katalog zur Ausstellung ist fürzehn Euro zu haben. Weitere Infos im Internet unter ev-kirche-egelsbach.ekhn.de (hob)

Bilder: Kerb in Egelsbach

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