Weiterführende Schule bleibt ein Luftschloss

Egelsbach - So schön er auch ist: Den Traum von einer weiterführenden Schule am Ort können sich die Egelsbacher abschminken. Einen neuerlichen politischen Anlauf der Gemeindevertretung hat der Kreis Offenbach jüngst im Keim erstickt. Von Holger Borchard

Am unmissverständlichen Nein des Schulträgers vermag selbst der Zuzug ins Brühl nicht zu rütteln, der Egelsbach deutlich über die Marke von 11.000 Einwohnern katapultiert hat.

„Wir sehen leider keine Möglichkeit, Ihr Anliegen weiterzuverfolgen“, heißt es in dem von Landrat Oliver Quilling gezeichneten Schreiben aus dem Dietzenbacher Kreishaus. Es ist die Reaktion auf den von der Gemeindevertretung im Juni aufs Gleis gesetzten Vorstoß. Seinerzeit hatten die Parlamentarier einstimmig einen Antrag der Wahlgemeinschaft beschlossen, beim Kreis auf die Überarbeitung des Schulentwicklungsplans unter Berücksichtigung einer neuen weiterführenden Schule für Egelsbach hinzuwirken. Begründet hatte man dies mit den überproportional gestiegenen Einwohner- beziehungsweise Kinderzahlen.

Statistik für hessische Kindertagesstätten und Schulen

Der Kreis argumentiert dagegen mit der ihm vorliegenden Statistik für hessische Kindertagesstätten und Schulen – Stand Juli 2011. Dort stehen für die Jahrgänge 2007/08 bis 2010/11 in Egelsbach 119, 101, 123 sowie 125 Geburten zu Buche. „Diese Jahrgangsstärken reichen nicht aus, um die nach dem hessischen Schulgesetz für die Errichtung von weiterführenden Schulen geforderten Mindestzügigkeiten nachzuweisen.“ Abgesehen davon verweist der Schulträger auf Erfahrungswerte, die besagen, dass nicht alle Schüler eines Jahrgangs automatisch die Schule am Ort besuchen. „Aufgrund attraktiver Angebote in Nachbarkommunen sind nicht alle Schüler in Egelsbach zu halten. Ferner sind an den weiterführenden Schulen in Langen Kapazitäten zur Aufnahme Egelsbacher Schüler vorhanden.“

„Bedauerlich. Egelsbach ist hessenweit die einzige Kommune, die so starken Einwohnerzuwachs vorweist“, kommentiert Bürgermeister Rudi Moritz die Haltung des Kreises. Immerhin habe der Landrat geantwortet. „Von Kultusministerin Dorothea Henzler, der ich den Brief der Gemeinde persönlich übergeben habe, ist bis heute nicht die geringste Reaktion gekommen“, grollt Moritz.

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