Wertvollen Insekten helfen

Naturschutzbund legt Blühflächen an

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Ein Bild, das immer seltener wird in Langen und Egelsbach: ein Admiral auf einer Sonnenblume.

Langen/Egelsbach - Der Insektenschwund in Deutschland hat mittlerweile dramatische Ausmaße erreicht und ist mit ein Grund für das Vogelsterben. Auf lokaler Ebene will nun die NABU-Ortsgruppe mit Aufklärung und eigenen Aktionen dagegen ankämpfen.

„Schon seit Jahren ist zu beobachten, dass es immer weniger Schmetterlinge, Hummeln und wilde Bienen gibt“, sagt Klaus Kreft, Vorsitzender der Ortsgruppe Langen/Egelsbach des Naturschutzbundes (NABU). „Dass die Masse der Insekten in manchen Gebieten bis zu 75 Prozent zurückgegangen ist, ist inzwischen durch wissenschaftliche Studien bewiesen. Wo es früher in der blühenden Kastanie nur so summte und brummte, sieht man nur noch wenige Hummeln oder Bienen.“

Die Ursachen seien nicht exakt festzustellen, weiß Kreft. Wenn man sich jedoch in seiner Umgebung umschaue, könne man einiges entdecken, was schädlich für die Fortpflanzung der Bestäubungsinsekten ist: ‘ Steinige Flächen ersetzen in vielen Vorgärten die früher mit Liebe gepflanzten Blumen. Dort gibt es für Insekten nichts zu holen. ‘ Nicht heimische Zierpflanzen werden den heimischen vorgezogen und in großer Zahl gepflanzt: Thuja statt Holunder. Kirschlorbeer statt Hainbuche. Unsere Insekten können mit diesen Pflanzen oft wenig anfangen. So bieten zum Beispiel gefüllte Blüten keinen Nektar oder keine Pollen. ‘ Der reichlich gedüngte Rasen wird jede Woche gemäht. Da kann kein Blümchen wachsen. Für Bienen und Schmetterlinge ist er somit völlig wertlos. ‘ Manche Insektizide stehen in Verdacht, Bienen und Hummeln orientierungslos zu machen. Sie finden dann den eigenen Stock oder die Bruthöhle nicht mehr. ‘ Viele Wildpflanzen sind unersetzliche Nahrungsquellen für die Raupen von Schmetterlingen. Durch das Ausbringen von Unkrautvernichtern haben die Schmetterlingsraupen nichts mehr zu fressen.

„Dabei sind die Insekten für die Bestäubung von Obst und Gemüse so wichtig“, betont Kreft. Denn wie es kommen könne, sei in manchen Gegenden in China zu sehen: „Dort werden Obstbäume von Arbeiterkolonnen von Hand bestäubt. Bestäubungsinsekten gibt es dort nicht mehr. Das wäre bei uns unbezahlbar.“

Mann mit 45 Kilo schwerem Bienenschwarm bedeckt

Gartenbesitzer sind aufgerufen, diesem Trend entgegenzuwirken. Der NABU Langen-Egelsbach geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat zwei Blühflächen im Egelsbacher Ortsteil Kammereck angelegt. Diese wurden professionell von der Biologin Dr. Eva Distler geplant. Die Flächen an der Straße Auf der Trift wurden von der Gemeinde Egelsbach zur Verfügung gestellt. Mit finanzieller Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde in Dietzenbach und einer Spende der Stadtwerke Langen konnten die für den Verein doch recht hohen Kosten bewältigt werden, freut sich Kreft.

Vor wenigen Tagen wurden die von einer Gartenbaufirma vorbereiteten Flächen dann von NABU-Aktiven bepflanzt und eingesät. Alle Beteiligten warten nun auf die ersten Blüten, welche dann den Insekten reichlich Nahrung spenden sollen. „Ein kleiner Beitrag, der zur Nachahmung im eigenen Garten animieren soll“, wirbt Kreft um Unterstützung beim Einsatz für Insekten. (ble)

Weitere Infos: www.nabu-langen.de

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