Wird 2010 für Tierherberge ein Jubeljahr?

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Zahlreiche Tierfreunde nutzten am Sonntag in der Tierherberge die Gelegenheit zum Gassigehen mit anschließendem Kaffeetrinken. Darunter auch Harald Wagner, der mit seiner sechsjährigen Chow-Chow-Mischlingshündin Chau gekommen war. Chau stammt aus der Tierherberge. Seit März 2009 hat Wagner die Hündin regelmäßig ausgeführt, im November nahmen die Wagners das Tier dann bei sich auf.

Egelsbach ‐ Als Hund hat man wettertechnisch ein dickes Fell. Es sei denn, man ist Vertreter einer Kurzhaar-Rasse – oder zum ungünstigen Zeitpunkt geschoren worden. Als knackig kalt empfinden Mia, Hexe, Hanky und die knapp 60 übrigen Vierbeiner in der Tierherberge am Flugplatz ihr derzeitiges Dasein trotzdem allemal. Von Holger Borchard

Ein paar Hundemäntelchen mehr plus zwei, drei kleinere Heizkörper könnte der Verein schon noch gut gebrauchen.

Rundweg zum Jaulen wie noch vor zwölf Monaten ist die Lage in der vom Tier-Rettungsdienst Frankfurt betriebenen Einrichtung am Flugplatz freilich nicht mehr. Anfang 2009 hatten sibirische Verhältnisse mit zweistelligen Minusgraden geherrscht, was zeitweise die Strom- und Wasserversorgung den Geist aufgeben ließ. „Das haben wir im vergangenen Jahr zum Glück in den Griff bekommen“, berichtet Cornelia Finkbeiner, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Tierherberge zuständig ist. Stück für Stück wurde das Stromnetz stabilisiert; auch die Zeiten einer zugefrorenen Wasserpumpe dürften dank einer neuen Heizspirale der Vergangenheit angehören.

Bebauungsplan wäre erster Meilenstein

Futter, Wasser und Wärme sind somit gesichert, doch mehr als reine Instandhaltung des rund 3000 Quadratmeter großen Geländes ist nicht drin, so lange der Schatten der Vergangenheit über der Tierherberge schwebt. „Wir müssen endlich raus aus der Grauzone“, benennt Finkbeiner das Vereinsziel schlechthin für 2010. Vor Jahrzehnten ohne Genehmigung im Außenbereich errichtet, bedarf es der nachträglichen Legalisierung über einen rechtskräftigen Bebauungsplan. „Die Gespräche darüber laufen ja schon seit einiger Zeit und es sieht gut aus“, sagt Finkbeiner. Dazu trage sowohl das gute Verhältnis zur Gemeinde als auch zum neuen Mehrheitseigentümer des Flugplatzes, der Firma NetJets bei. „Der neue Flugplatz-Chef Siegmar Weegen hat uns zu den Gesprächen beim Bauamt begleitet“, so Finkbeiner.

Die angestrebte Rechtssicherheit über den Bebauungsplan wäre der erste Meilenstein für den Verein. Der zweite soll ein kompletter Neubau der Anlage sein, mit neuem Haupthaus, das Platz für Verwaltung, Lager und Personalräume bietet und natürlich mit neuen Gehegen, Hütten etc. für die vierbeinigen Bewohner. Rund 700.000 bis 800.000 Euro wird der Verein dafür benötigen – eine Summe, die er schlicht nicht hat. „Um auf Sponsoren zuzugehen, müssen wir aber erstmal etwas in der Hand haben“, gibt Cornelia Finkbeiner zu bedenken. Die nächsten Gesprächstermine, diesmal mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und des Veterinäramts, stehen schon demnächst an.

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