Benefizkonzert für Flüchtlinge

Zeichen für ein gutes Miteinander

The Slags mit Suse Michel (oben links) und Bine Morgenstern setzten mit ihrer Teilnahme am Benefizkonzert für Flüchtlinge im Egelsbacher Bürgerhaus ein Zeichen im Sinne der Willkommenskultur. Pfarrer Martin Diehl (links) und der Geschäftsführer der Christlichen Flüchtlingshilfe, Georg Rademacher, warben um weitere Unterstützer für die gute Sache.
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The Slags mit Suse Michel (oben links) und Bine Morgenstern setzten mit ihrer Teilnahme am Benefizkonzert für Flüchtlinge im Egelsbacher Bürgerhaus ein Zeichen im Sinne der Willkommenskultur. Pfarrer Martin Diehl (links) und der Geschäftsführer der Christlichen Flüchtlingshilfe, Georg Rademacher, warben um weitere Unterstützer für die gute Sache.

Egelsbach - „Lasst uns ein Zeichen setzen“, schreibt der Verein Jugend für Egelsbach auf seiner Facebook-Seite. „Gute Musik für einen guten Zweck“ war denn auch das Konzept des Konzerts am vergangenen Samstag zugunsten der Christlichen Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen. Von Timo Kurth

„Alle Menschen, die heute hier sind, zeigen, dass sie bereit sind, ihre neuen Mitbürger freundlich willkommen zu heißen“, freute sich Uwe Herzog, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Jugendvereins, über jeden Besucher. „Und ich spreche ausdrücklich von Mitmenschen.“ Gleich zehn Bands konnte der Verein für diesen Zweck gewinnen, die allesamt ohne einen Cent Gage mitwirkten. Mit 40 insgesamt Musikern und Helfern des Vereins stand einem langen Konzertabend im Bürgerhaus somit nichts entgegen.

Den Beginn am Nachmittag machen dabei zunächst die ruhigeren Klänge: Das Trio dog eats fish sorgt mit seinen Stücken aus der Rock-Blues-Folk-Szene für eine entspannte Grundstimmung, bevor Singer-Songwriterin Liviana Jäger aus Egelsbach auf die Bühne tritt und mit ihrem Bruder Benedikt ihre selbst geschriebenen Balladen präsentiert. „Toll, mit Musik ein Signal senden zu können“, kommentiert die Sängerin ihren Auftritt.

Daraufhin baut die Band The Slags ihre Instrumente auf: Sängerin Bine Morgenstern, Gitarristin Conni Maly und Schlagzeugerin Suse Michel werden von Tony Spagone am Bass bei ihren akustischen Rockklängen begleitet, die grooven und direkt ins Ohr gehen. Ähnliche Musik wird von Wolf Schubert K. und seiner Band geliefert. Die bis dahin überschaubaren Gäste sind sichtlich begeistert vom Konzertverlauf. Das „ruhige“ erste Set wird von Bijan James komplettiert. Der Singer/Songwriter, seit Jahren ein Frankfurter Geheimtipp, macht seine Ansagen an diesem Tag zudem bewusst auf Englisch, um auch die zahlreichen Flüchtlinge, die das Konzert besuchen, in das Geschehen auf der Bühne miteinzubeziehen.

„Darum geht es doch: Zusammenkünfte zu schaffen“, meint Georg Rademacher, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Flüchtlingshilfe. Ein Plan, der aufgeht. Während der Veranstaltung entstehen angeregte Gespräche zwischen Flüchtlingen und Besuchern. Gemeinsam mit Pfarrer Martin Diehl macht Rademacher in der Pause deutlich, wofür das Konzert stehen soll: Solidarität mit Schwächeren. „Das sind Menschen wie du und ich und wir können gar nicht anders, als sie willkommen zu heißen. Schön, dass ihr dafür hier seid“, dankt Diehl den grob 100 Besuchern. Rademacher berichtet schließlich von der Arbeit als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer und der großen Hilfsbereitschaft in Egelsbach.

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Erst vor wenigen Wochen rief die Christliche Flüchtlingshilfe mit großem Erfolg einen Helferkreis ins Leben. „Unser Verteiler erreicht mittlerweile über 100 Personen, die regelmäßig mit uns anpacken“, erklärt er. Noch kurz zuvor hat er mit Engagierten eben jenes Verteilers Feldbetten in den neuen Containern aufgestellt, die demnächst als Flüchtlingsunterkünfte dienen sollen. Die gemeinnützige CFEE ist über jeden froh, der sie unterstützt, denn: „Es sind tolle Menschen, die zu uns kommen“, so Rademacher.

Daraufhin bestimmt wieder die Musik den Abend: Deutlich lauter geht es im zweiten Teil zu Sache. Die Band Who’s Mary sorgt mit ihren mehrstimmigen Rock-Punk-Nummern für einen radikalen Stilwechsel. Mit der Shirt-Aufschrift „Kein Mensch ist illegal“ zeigt Frontmann Stefan Seib-Melk auch hier den Geist der Veranstaltung. Mindestens ebenso laut warten daraufhin Seratoh und Watch me Rise auf, die mit impulsiven Rhythmen das Publikum mitwippen lassen. Alle Bands zeigen dabei, dass die Egelsbacher Musikszene einiges zu bieten hat. Nicht zuletzt Restroom Radio: Als Schlusspunkt des Abends spielt die frisch gegründete Band bekannte Hits wie Rio Reisers „König von Deutschland“ und „Ei Gude wie“ von den Rodgau Monotones. Ein denkwürdiger Konzertabend endet somit mit freudigen Mienen der Musiker und der wenigen Zuschauer, die um Mitternacht noch anwesend sind.

Wieso der Besuch an diesem Tag generell eher mau ausfällt, darüber lässt sich nur mutmaßen. „Zahlen spielen heute doch eine nebensächliche Rolle“, kommentiert Herzog, der dennoch zufrieden ist und jeden Gast mit einem herzlichen „Danke, dass ihr da wart“ verabschiedet.

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