Zwei Vorfälle bei Herde

Ziege durch falsches Futter getötet – Hund greift Weidetiere an

Aufruhr auf der Weide: Die Schafe haben sich zum Glück schnell wieder beruhigt.
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Aufruhr auf der Weide: Die Schafe haben sich zum Glück schnell wieder beruhigt.

Eine Schaf- und Ziegenherde grast zurzeit auf den Wiesen des Pohle-Becker-Lochs. Doch in den vergangenen Tagen haben Besucher den Tieren einigen Ärger bereitet.

Egelsbach – Sie helfen der Gemeinde beim Grünschnitt und sind in der trostlosen Corona-Zeit ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt: Seit Ende März grast die Herde von Schäferin Nicole Jackwert aus Eppertshausen wieder auf den Wiesen des Pohle-Becker-Lochs (zwischen Prinzessin-Margaret-Allee und Im Kammereck). Doch während der Anblick der flauschigen Mähhelfer viele Egelsbacher erfreut, war der Aufenthalt in der Tränkbachgemeinde für die Schafe und Ziegen zuletzt alles andere als angenehm.

Eine kleine Ziege bezahlte die Unvernunft einiger Besucher nun sogar mit dem Leben. Vergangene Woche fand Jackwert das zwei Jahre alte Tier – leblos. „Die Obduktion hat ergeben, dass sie unverträgliche Nahrung im Magen hatte“, berichtet Jackwert. Auf dem eingezäunten Feld wachse aber nichts Giftiges, sagt Jackwert, die Ziege müsse also gefüttert worden sein. Obwohl auf dem gesamten Gelände Schilder angebracht sind, die genau das untersagen.

Besucher meines es gut – falsches Fressen gefährdet die Ziegen in Egelsbach

„Die Leute meinen es ja gut und bringen den Tieren Küchenabfälle wie Salat oder Kohl mit“, hat die Schäferin Verständnis. Dennoch appelliert sie an alle Besucher, den Schafen und Ziegen auf keinen Fall etwas zu Fressen zu geben. „Alles außer Gras und Heu kann für sie gefährlich sein“, betont Jackwert, die darum bittet, auch keine Pflanzen zu pflücken und zu verfüttern, die in der Nähe des Geheges wachsen – auch hier könne etwas Unverträgliches dabei sein.

Am Wochenende dann der zweite unschöne Vorfall: Ein Anwohner verständigte die Schäferin, da er beobachtet hatte, wie ein „großer, grauer Hund“ über den Zaun gesprungen war und die Herde attackiert hatte. „Er hat einem Schaf einen ganzen Batzen Wolle rausgerissen“, berichtet Jackwert. „Und er hat eine Ziege gejagt, sie war sehr erschrocken.“ Verletzt wurde glücklicherweise aber keines der Tiere: „Es geht allen gut. Sie waren ein bisschen verängstigt, aber am nächsten Tag war alles wieder okay.“

Egelsbach: Besitzer des Hundes trägt keine Schuld – eine Meldung wäre trotzdem schön gewesen

Dem Besitzer des Vierbeiners gibt die Schäferin keine Schuld: „Der Hund war angeleint und hat sich losgerissen. Das kann passieren. Es sind halt auch nur Tiere, sie handeln nach ihrem Instinkt.“ Was die Schäferin allerdings stört: „Ich hätte es schön gefunden, wenn der Mann sich bei mir gemeldet hätte, um sich zu erkundigen, ob es den Tieren gut geht. Meine Nummer hängt ja überall aus.“ Zumal der Hund auch den Zaun beschädigt habe. (Manuel Schubert)

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