Schließung in zwei Wochen

Eigenheim speist den Buschfunk

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Egelsbach - Nicht mal mehr zwei Wochen sind’s hin, dann ist die Uhr des Eigenheims als Veranstaltungsstätte abgelaufen. Aber: Muss und wird dies das letzte Wort sein? Geht’s nach den Vereinen, dann sicher nicht. Von Holger Borchard

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Ein paar Dinge sind bekannt und gewiss, so etwa die Ausgangslage: Der Kreis verweigerte wegen bau- und sicherheitstechnischer Defizite des fast 90 Jahre alten Gemäuers die Betriebgenehmigung – die „Gnadenfrist“ endet am 31. März. Die Gemeindevertretung hatte auf die schon 2012 erfolgte Ansage aus Dietzenbach voriges Jahr reagiert, die Optionen Aus oder kostspielige Sanierung abgewogen und einstimmig den politischen Beschluss zur Schließung des Eigenheims folgen lassen. Ebenso gewiss ist: In der März/April-Sitzungsrunde der Gemeindevertreter wird sich rein gar nix zum Thema tun.

Je näher der 31. März freilich rückt, desto kräftiger schießen Spekulationen und Gerüchte ins Kraut – wo man hinhört, bittet seit einiger Zeit dieser und jener angeblich diesen und jenen zu Sondierungsgesprächen. Bloß im Rathaus, wo optimalerweise die Informationsstränge zusammenlaufen sollten, betont der Chef: „Es gibt momentan nichts Neues – an der Ausgangslage hat sich nichts geändert.“ Was Bürgermeister Jürgen Sieling darunter versteht, wird er Vereinsvertretern am morgigen Mittwochabend in einer Sitzung erläutern, die auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der Egelsbacher Vereine zustandekam. Los geht’s um 20 Uhr im Schützenhaus vis-à-vis des Flugplatzes. Erklären müssen wird Sieling den Anwesenden dabei wohl auch die Hintergründe eines unlängst ans Tageslicht gekommenen Ärgernisses: Die Kegelbahn im Eigenheim ist zum Jahreswechsel dicht gemacht worden, doch kurz darauf stand eine Firma auf der Matte, um sie zu inspizieren und warten.

Diese Randgeschichte, die schwer nach rausgeworfenem Geld riecht, kolportiert der Buschfunk im Ort derzeit ebenso munter wie Meldungen, dass mit Uwe Herzog vom Jugendverein und Ex-Bürgermeister Moritz zwei Vereinsvorsitzende extrem am „Rühren“ und Kommunizieren sind. Ein offenes Geheimnis ist der Brandbrief, den Rudi Moritz im Februar an den Vorsitzenden der Vereins-AG, Wolfgang Weyand, schrieb und jenen aufforderte, die morgige Sitzung einzuberufen: „Die Schließung dieser Versammlungsstätte erzeugt viele Emotionen und Unmut, nicht nur bei den betroffenen Vereinen, sondern auch in der Bevölkerung“, konstatiert Moritz in seinem Schreiben. „Immer wieder wird darüber geurteilt, dass es wohl nicht sein kann, diese Kultstätte von heute auf morgen zu schließen – und das, ohne einen geeigneten Ersatz zu haben.“ Der Ansatz des Ex-Bürgermeisters: Verhandlungen zwischen Gemeinde und Kreis-Behörden, ob es möglich ist, das Eigenheim solange nutzen zu dürfen, bis eine neue Versammlungsstätte steht. „Ich denke, Jürgen Sieling wird auf der Seite der Vereine stehen“, fügt Moritz hinzu.

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„Dem Ansinnen verschließe ich mich nicht“, kündigt Jürgen Sieling vorab auf Anfrage unserer Zeitung an. „Aber: Seit Duisburg ist klar – keine Behörde toleriert sehenden Auges etwas, das mit Risiko behaftet ist. Der Kreis verlangt von uns die Abarbeitung der Mängelliste mit 30 bis 40 Positionen. Allein unter Sicherheitsaspekten bedarf es dazu einer mittleren sechsstelligen Summe, von der politischen Kehrtwende ganz abgesehen.“

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