Zwölf Bauhofmitarbeiter bilden den Winterdienst

Nachts um drei an der Wetterstation

Egelsbach - Für die Mitarbeiter des Bauhofs in Egelsbach gilt seit dem 1. Dezember offiziell die Winterdienstbereitschaft: Die Mannschaft um Bauhofleiter Helmut Regenfelder und seinen Stellvertreter Peter Auth setzt sich aus zwölf Beschäftigten zusammen – ein signifikanter Aderlass gegenüber vergangenen Jahren.

So zählte der Winterdienst vor zwei Jahren 16, vor vier Jahren sogar noch 18 Personen. Dass der Bauhof obendrein im Gegensatz zu einem städtischen Eigenbetrieb wie in Langen als gemeindlicher Regiebetrieb geführt wird, schiebt dem Hinzubuchen privater Dienstleister einen Riegel vor – egal, wie hart ein Winter daherkommen mag.

Der auf Winterdienst umgesattelte Egelsbacher Fuhrpark besteht unverändert aus dem Ladog – eine Art Schmalspur-Lkw, der mit Räumschild und Salzstreuer ausgerüstet ist und praktisch überall hin kommt – sowie den beiden sogenannten Kommunalschleppern. In der Winterhalle lagern 100 Tonnen Streusalz. Eine Menge, die gemessen an den Erfahrungswerten der vergangenen, vergleichsweise moderaten Winter dicke ausreichen sollte, zumal Regenfelder Wert auf folgende Feststellung legt. „Das Salz kommt bei uns nur dann zur Verwendung, wenn Eisbildung es unumgänglich macht. Wir versuchen, die Umwelt und unser Finanzbudget zu schonen, wann immer es geht.“

Das Finanzbudget dient auch als allererste Erklärung auf die Frage hin, warum die Gemeinde nach wie vor Feuchtsalz-freie Zone ist: Die Umrüstung der Einsatzfahrzeuge von Trocken- auf Feuchtstreumittel inklusive der zusätzlich benötigten Gerätschaften würde eine ordentliche Stange Geld kosten.

Der mangels Personal inzwischen nicht mehr in zwei Bereitschaftsgruppen unterteilte Winterdienst im Ort folgt der festgeschriebenen Prioritätenliste: Buslinien - Fußgängerüberwege - Hauptverkehrsachsen - priorisierte Wege (vor Schule, Kitas, Sporthallen, Rathaus und Bürgerbüro). Wer in Nebenstraßen wohnt, wartet mithin sehr lange, wenn nicht sogar vergeblich, sofern General Winter sich mit ganzer Härte zeigt. „Nebenstrecken und kleine Straßen sind im Winterdienstplan gar nicht mehr drin, weil wir das schlicht personell nicht schaffen“, sagt Regenfelder.

Bilder: Winterdienst von Flughafen und Bahn ist gerüstet

Die Aufgabe, die Winterdienstbereitschaft zu alarmieren, teilt Regenfelder sich wöchentlich wechselnd mit seinem Stellvertreter. „Wir haben beide daheim eine Wetterstation“, schildert der Bauhof-Chef. „Nachts um drei Uhr schaust du da als Diensthabender drauf und bei null bis drei Grad wird’s spannend.“

Ganz exakt gemessen werden die Bodentemperaturen darüber hinaus an mehreren festgelegten Stellen im Ortsgebiet mit Laser-Thermometern. Die Resultate differieren erstaunlicherweise immer wieder mal erheblich. „In Bayerseich ist es am kältesten“, stellt Regenfelder fest. Als Ursache vermutet er die nahen Feuchtgebiete. Ein Phänomen stelle der Straßenbelag im Brühl dar. „Der kühlt komischerweise deutlich stärker aus als die anderen Fahrbahnen im Ort.“

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: picture alliance/dpa

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