Eppertshausen: Cosmetic Service GmbH setzt auf Wachstum

100 Mitarbeiter als nächstes Ziel

Bis Ende des Jahres wollen wir die Schallmauer von 100 Mitarbeitern durchbrechen“, wünscht Klaus Grabowsky, Inhaber und Geschäftsführer des Cosmetic Service.
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Bis Ende des Jahres wollen wir die Schallmauer von 100 Mitarbeitern durchbrechen“, wünscht Klaus Grabowsky, Inhaber und Geschäftsführer des Cosmetic Service.

Eins der größten Eppertshäuser Unternehmen will noch größer werden: Die Cosmetic Service GmbH im Gewerbegebiet Ost hat Spatenstich für den Neubau einer Lagerhalle gefeiert. Seit der Übernahme durch die Familie von Inhaber und Geschäftsführer Klaus Grabowsky im Jahr 2012 hat die Firma ein rasantes Wachstum hingelegt, das in den nächsten Monaten nochmals anziehen soll.

Eppertshausen - Cosmetic Service besteht seit 1976. Binnen viereinhalb Jahrzehnten hat sich das Unternehmen als Lohnhersteller für Kosmetikprodukte und Desinfektionsmittel auf dem Markt etabliert.

„Wir beschaffen Rohstoffe, erstellen Rezepturen und schaffen die schönsten Kosmetikprodukte der Welt“, sagte Grabowsky stolz und selbstbewusst. Dies tat er in einem festlichen Freiluft-Rahmen „an einem Tag, der für uns ein besonderer ist. Wir treten sonst gar nicht in die Öffentlichkeit, weil wir ja der Lieferant im Hintergrund sind.“

Soll heißen: Kosmetikmarken lassen ihre Produkte in Eppertshausen fertigen, ohne dass dies später im Rahmen der Vermarktung oder beim Endkunden kommuniziert wird. „Wir machen ganz viele tolle Produkte, über die wir nicht sprechen dürfen, weil bei uns der Kunde der Star sein soll“, so Grabowsky.

Gerade über die Abnehmer aus dem Bereich der „Studio-High-End-Marken“ dürfe er nicht öffentlich sprechen. Der Inhaber verriet aber, dass unter den Kunden von Cosmetic Service auch Lieferanten der Drogerieketten Rossmann und DM seien.

Generell beliefere man beispielsweise „Kunden in Hamburg, Berlin, Amsterdam und Hongkong“. In Eppertshausen habe man keinen Kunden, fügte er lächelnd an. „Wir leben aber auch Regionalität“. Dazu gehört seit 2020 etwa das Sponsoring des örtlichen Fußballvereins.

Der Aufstieg von Cosmetic Service seit dem Inhaberwechsel vor neun Jahren ist steil. „Damals hatte das Unternehmen zehn Mitarbeiter und produzierte 3 000 Einheiten am Tag“, blickte Grabowsky zurück. Heute arbeiten in der Straße „Im Weißen Stock“ am östlichen Ortsrand 75 – überwiegend weibliche – Mitarbeiter und stellen täglich im Zwei-Schicht-Betrieb 60 000 Kosmetikartikel her, 15 Millionen Einheiten im Jahr.

Den Jahresumsatz in Euro gibt Cosmetic Service zwar nicht bekannt, er liegt aber bereits im zweistelligen Millionenbereich.

Das Wachstum hatte zuletzt die infrastrukturellen Möglichkeiten am Eppertshäuser Standort überholt, so dass man die Produkte derzeit teils noch andernorts lagern muss. Dafür hat man rund 2 000 Palettenplätze – etwa in einer Gewerbehalle in Jügesheim – angemietet. Dies soll bald nicht mehr nötig sein: Der eigene Neubau im Gewerbegebiet Ost, für den man ein Nachbargrundstück von einer Privatperson gekauft hat, soll bereits Ende 2021 fertig sein. Auf einer Fläche von 25 mal 36 Quadratmeter (bei einer Höhe von 8,80 Meter) sollen 1 900 Palettenplätze und ein effizientes Schieberegal entstehen, das eigenständig fahren kann. Auf die Halle kommt eine Photovoltaik-Anlage für die Erzeugung des Stroms, während die Wärme per Solarthermie-Anlage produziert wird. „Wir werden schon Ende des Jahres klimaneutral sein“, versprach Grabowsky. Das neue Lager werde rund eine Million Euro kosten. Mitsamt einiger Modernisierungen des Bestandsgebäudes will man in Eppertshausen bis 2022 gar drei Millionen investieren.

Der Inhaber kündigte zudem einen deutlichen Zuwachs bei der Belegschaft an. Schon jetzt habe man 15 unbesetzte Stellen, fehlten etwa Chemikanten und Facharbeiter für die mittlere Führungsebene. „Bis Ende des Jahres wollen wir die Schallmauer von 100 Mitarbeitern durchbrechen“, blickte Klaus Grabowsky voraus. Es könnten noch mehr werden, wenn es gelingt, einen der ganz großen „Zielkunden“ zu gewinnen: Hier berichtete der Unternehmenschef von Kontakten zu Beiersdorf, Procter & Gamble und L’Oréal.

Von Jens Dörr

Den Spatenstich feierten Belegschaft und Geschäftspartner unter freiem Himmel.

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