Bürgerversammlung zum „Abteiwald“:

Bald Parzellen-Vergabe

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Inklusive der Beantwortung von Zwischenfragen referierte Bürgermeister Carsten Helfmann am Donnerstagabend im kleinen Saal der Bürgerhalle vor 150 Zuhörern zweieinhalb Stunden nonstop.

Eppertshausen -   Das Baugebiet „Am Abteiwald“ und die Vergabe der Gemeindegrundstücke im Februar standen im Mittelpunkt der jüngsten Bürgerversammlung. Und: Der Quadratmeter-Preis steigt wohl auf 350 Euro. Von Jens Dörr 

Zur laut Hessischer Gemeindeordnung vorgeschriebenen (mindestens) einmal jährlichen Bürgerversammlung kamen am Donnerstagabend 150 Zuhörer in den kleinen Saal der Eppertshäuser Bürgerhalle. Vor allem zur Grundstücksvergabe im Baugebiet „Am Abteiwald“ und zum dort geplanten Seniorenzentrum hatte Bürgermeister Carsten Helfmann in seinem zweieinhalbstündigen Referat Neuigkeiten. Für den emotionalsten Austausch zwischen einigen Zuhörern und dem Rathaus-Chef kam es allerdings bei einem anderen Thema.

Denn im Knick zwischen Mozartstraße und Hüttenstraße will die Gemeinde parallel zur Dreieichbahn auf einem ihr gehörenden Grundstück ein dreistöckiges Gebäude mit 14 Wohnungen und insgesamt 1 000 Quadratmetern Wohnfläche bauen lassen. Dort soll die Quadratmeter-Kaltmiete monatlich maximal 7,05 Euro betragen. Im zu errichtenden Objekt auf dem Grundstück, das derzeit „nur ein Hundeklo“ (Helfmann) sei, sollen Menschen zum Zuge kommen, die sich auf dem deutlich teureren freien Eppertshäuser Mietmarkt kaum eine Wohnung leisten können. Vor allem die dem knappen Investitionsbudget von zwei Millionen Euro geschuldete, von manchen als „kasernenartig“ bezeichnete Bauweise wurde von einigen Bürgern kritisiert. Sie äußerten zudem Sorgen über einen möglicherweise entstehenden „Brennpunkt“ (separater Bericht folgt).

Gewiss kein „sozialer Brennpunkt“ wird das Baugebiet Am Abteiwald, das ab März erschlossen werden soll (kalkulierte Erschließungsdauer: neun bis zwölf Monate). Bis dahin will die Gemeinde, die auf dem Areal im Osten Eppertshausens 26 der 36 für Wohnhäuser geplante Grundstücke besitzt, alle Bauplätze vergeben haben. Auf den 26 Gemeindegrundstücken sollen 21 freistehende Einzelhäuser und fünf Doppelhaus-Hälften entstehen. Bei einer Doppelhaus-Hälfte muss die Gemeinde eine gemeinsame Lösung mit einem privaten Grundstücksbesitzer finden.

20 der 26 Grundstücke liegen im Bereich von 300 bis 600 Quadratmetern Größe. Der einzelne Quadratmeter wird für die Käufer voraussichtlich teurer als bisher angenommen, kündigte Helfmann am Donnerstag an: Sei man zunächst von 320 Euro pro Quadratmeter ausgegangen, laufe es nun auf 350 Euro pro Quadratmeter hinaus. Diesen Betrag errechnet die Gemeinde auf Grundlage der im Baugebiet Am Abteiwald schon von Privatleuten verkauften Grundstücke. Fünf haben bereits den Besitzer gewechselt, die neuen Eigentümer zahlten dort pro Quadratmeter zwischen 291 und 450 Euro. „Die 450 Euro hat ein Mainzer bezahlt, der unbedingt nach Eppertshausen ziehen wollte“, verriet Helfmann.

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Während bei bestimmten Wunsch-Grundstücke im Februar zwischen den Kaufinteressenten wahrscheinlich gelost werden muss, darf die Gemeinde den Investor für das Seniorenzentrum nach eigenen Kriterien auswählen. Sechs Interessenten für Bau und Betrieb der auf 5 686 Quadratmeter geplanten Anlage im Baugebiet waren bis Donnerstag bereits vorstellig geworden; einer folgt noch. Neben der vollstationären Pflege sehen alle Konzepte auch betreutes Seniorenwohnen, Tagespflege und Kurzzeitpflege vor.

Noch offen ist, wie hoch das Hauptgebäude des Seniorenzentrums wird. Man müsse sich aber auf bis zu 15 Meter – was deutlich höher als die bis zu 11,50 Meter hohen Wohnhäuser in der Nachbarschaft wäre – einstellen, so der Bürgermeister: „Das Seniorenzentrum wird also ziemlich dominieren.“

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