„Lebkuchen der Freundschaft“ für drei „Seniorenbänke“

Bürgermeister aus Münster und Eppertshausen backen gemeinsam

„Lebkuchen der Freundschaft“ haben Carsten Helfmann (von links), Joachim Schledt, Heiner Kern, Jürgen Kreher und Alexander Schreier gebacken. Unter anderem durch deren Verkauf machen sie die Anschaffung von drei „Seniorenbänken“ möglich.
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„Lebkuchen der Freundschaft“ haben Carsten Helfmann (von links), Joachim Schledt, Heiner Kern, Jürgen Kreher und Alexander Schreier gebacken. Unter anderem durch deren Verkauf machen sie die Anschaffung von drei „Seniorenbänken“ möglich.

In einer gemeinsamen Aktion haben die Bürgermeister Joachim Schledt und Carsten Helfmann sowie Bäckermeister Jürgen Kreher und zwei Sponsoren „Lebkuchen der Freundschaft“ gebacken. Auch generell ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Münster und Eppertshausen geplant.

Eppertshausen/Münster – Lecker und für einen guten Zweck: Das sind die 100 „Lebkuchen der Freundschaft“, die am Montag vier Männer produziert haben, die sonst nicht in der Backstube der Eppertshäuser Bäckerei Kreher stehen. Unter Anleitung von Hausherr und Bäckermeister Jürgen Kreher buken die Bürgermeister Joachim Schledt (Münster) und Carsten Helfmann (Eppertshausen) sowie die Bauunternehmer Heiner Kern (Dieburg) und Alexander Schreier (Babenhausen) die weihnachtlich duftende Spezialität.

Die „Freundschaft“ der zwei Nachbarkommunen symbolisieren auf der Süßigkeit beide Ortswappen. Diese hatte Kreher mit einem Lebensmittel-Drucker auf Oblaten gefärbt, die er anschließend zuchnitt. Den Münsterer Schwan und den Eppertshäuser Storch kann der Käufer also mitverzehren. 1,50 Euro kostet ein solcher Lebkuchen, den der Münsterer Kreher ab sofort in seinem Eppertshäuser Geschäft unter die Leute bringt.

Wer rechnet und sich an den eingangs erwähnten „guten Zweck“ erinnert, kommt auf einen maximalen Verkaufserlös von 150 Euro und fragt sich, was man damit heutzutage noch groß anschaffen kann. Doch dank der Sponsoren – Kern betreibt ein Straßen- und Tiefbau-Unternehmen, Schreier baut Wohn- und Gewerbeimmobilien – vervielfacht sich der Betrag: Beide Firmen spendeten nicht nur die Tatkraft ihrer Chefs, sondern auch je 500 Euro. Kreher will in den nächsten Tagen außerdem noch mehr Lebkuchen backen und für die freundschaftliche Beziehung der beiden Gemeinden verkaufen.

Am Ende sollen 1 500 Euro erzielt werden. Das würde für drei „Seniorenbänke“ reichen, auf die sich freilich auch junge Menschen setzen dürfen. Je eine Bank soll in Münster und Eppertshausen aufgestellt werden; die dritte kommt voraussichtlich an die Gemarkungsgrenze entlang des Wasserwegs, am Rotkäppchenwald.

Die Aktion soll nicht nur versinnbildlichen, dass sich die vor allem zu Fastnacht und Kerb ordentlich kabbelnden Nachbarn eigentlich ziemlich gern haben. Bemerkenswert ist auch, dass sowohl Schledt als auch Helfmann Eltern haben, von denen je ein Elternteil aus Münster und das andere aus Eppertshausen stammt.

Vor allem aber darf man die „Lebkuchen der Freundschaft“ als Signal deuten, dass der neue Münsterer und der langjährige Eppertshäuser Bürgermeister schon jetzt ziemlich gut miteinander können. Zwischen Schledts Vorgänger Gerald Frank und Helfmann wirkte das Verhältnis eher distanziert, gab es mal Unstimmigkeiten bei der Planung der gemeinsamen „Gewerbemeile“. Die bereiten die Rathäuser – wenn’s ins Detail geht, auch zusammen mit dem Münsterer Gewerbeverein – nun für 2023 vor.

Und sie sehen weitere Möglichkeiten der Interkommunalen Zusammenarbeit. „Diese wollen wir wieder aufleben lassen und verstärken“, betonte am Montag Joachim Schledt. Carsten Helfmann nannte Beispiele, wo das schon passiert oder passieren könnte: „Jedes Jahr stellt die Gemeinde Münster unseren Weihnachtsbaum auf“, dankte der Eppertshäuser Verwaltungschef der Nachbarkommune. Bei der Kläranlage und dem Klimaschutz-Management könne man in näherer Zukunft womöglich ebenfalls Synergien heben.

Mit Blick auf die beiden Betriebshöfe, die gern angeführt werden, wenn es um IKZ-Potenziale geht, äußerte sich Helfmann eher skeptisch. Beispiel Fuhrpark, etwa die gern mal angeregte Anschaffung gemeinsamer Fahrzeuge zur Schneeräumung: „Das ist schwierig, sich da Fahrzeuge zu teilen. Denn wenn’s in Eppertshausen schneit, schneit’s in Münster meistens auch.“ (Jens Dörr)

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