Lärmmessung: Nur ein Gebäude nachts betroffen

Chance auf Tempo 30 in der Hauptstraße eher gering

+
Die Eppertshäuser Hauptstraße sollte nach dem Wunsch vieler Anwohner in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr auf ganzer Strecke zur Tempo-30-Zone erklärt werden.

Eppertshausen - An nur einem von 129 Gebäuden in der Eppertshäuser Ortsdurchfahrt werden die Richtwerte von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in den Nachtstunden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr erreicht. Das ergab eine Lärmuntersuchung, die Hessen Mobil ausgewertet und der Gemeindeverwaltung vorgelegt hat.

Auf Grundlage des Gutachtens lässt sich eine nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer auf der gesamten Hauptstraße nicht durchsetzen. Dass es auf einem kurzen Abschnitt zwischen Wiesen- und Kapellstraße bereits eine Tempo-30-Zone gibt, liegt nicht am Verkehrslärm, sondern daran, dass der Bereich für Fußgänger zu knapp bemessen ist, als dass ihre Sicherheit gewährleistet wäre.

Die Gehwege auf dem größeren restlichen Teil der Hauptstraße sind aber breit genug. Auch gibt es in unmittelbarer Nähe keine Schulen, Kindergärten oder Seniorenwohnanlagen, sodass der Sicherheitsaspekt nicht greift. Nur über eine nachweislich zu hohe Lärmbelastung, wie sie von den Anwohnern beklagt wird, könnte eine 30er-Zone rechtfertigen.

Die Gemeindevertretung beauftragte nun die Verwaltung, trotz der Messergebnisse erneut mit Hessen Mobil Verhandlungen über die Einrichtung einer Tempo-30-Zone aufzunehmen. Denn zu ähnlichen Fällen hätten Verwaltungsgerichte bereits geurteilt und die Empfehlung ausgesprochen, die Grenzwerte jeweils um drei Dezibel abzusenken. Würden die Beurteilungswerte 67 statt 70 Dezibel am Tag und 57 statt 60 Dezibel in der Nacht betragen, wäre die Belastungsgrenze an den meisten Häusern erreicht. Mithin könnte eine Reduzierung der Geschwindigkeit angeordnet werden.

Lauter als die Polizei erlaubt: Kampf gegen PS-Protzer

Allzu gut stehen die Chancen nicht, denn die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde sind begrenzt, da die Eppertshäuser Hauptstraße eine klassifizierte Landesstraße ist. Daher ist das Land Hessen der Entscheidungsträger, auch für die seit Langem gewünschte und geforderte Sanierung der L3095. (zeta)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare