Mann (23) vermisst 

Dramatische Suche mit Sonar und Roboter am Aje-See

Im Boot der Wehr Eppertshausen schipperte die Solaranlage des THW über den See.
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Im Boot der Wehr Eppertshausen schipperte die Solaranlage des THW über den See.

Tagelang lief am Aje-See in Eppertshausen ein Großeinsatz mit vielen Helfern und Hightech für 23-jährigen Vermissten. 

Eppertshausen – Die dramatische Suche nach einem 23-jährigen Vermissten aus Seligenstadt am Aje-See begann am Samstagmorgen um 2. 29 Uhr und währte unter Hochdruck auch noch den gestrigen Montag. Nach rund 60 Stunden Absuche mit über 200 Einsatzkräften wurden die Maßnahmen am Nachmittag ergebnislos beendet.

Polizei, Feuerwehr, DLRG und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus Frankfurt, Kassel, Mainz und gar Eckernförde boten alles auf, was möglich war. Taucher suchten den bis zu 15 Meter tiefen ehemaligen Steinbruchsee ab, mit Sonargeräten und Tauchrobotern wurde das rund drei Hektar große Gewässer durchleuchtet. Eisatzleiter Achim Romig, Dienststellenleiter der Polizeistation Dieburg, sagte gestern Vormittag, man biete alles auf, was zu bekommen ist, um das Opfer des möglichen Badeunfalles aufzufinden. Und dies war einiges.

Eppertshausen: Erste Feuerwehrleute treffen neun Minuten nach Alarm an See ein 

Als erste Einsatzkräfte waren acht Feuerwehrleute Eppertshausens bereits neun Minuten nach Alarmierung im Forst. Sie leuchteten laut Bürgermeister und Feuerwehrmann Carsten Helfmann den See inmitten des Waldes rund 2,5 Kilometer Luftlinie westlich von Eppertshausen aus. Gäste einer Party hatten den Großalarm ausgelöst. Der Vermisste habe geäußert, noch mal schwimmen gehen zu wollen. Zuletzt gesehen wurde er wohl am Steilufer des Gewässers, in dem allerdings absolutes Schwimm- und Badeverbot herrscht. Wohlweislich, denn der See hat Untiefen und ist gefährlich. Hier kam es in der Vergangenheit schon zu schlimmen, auch tödlichen Badeunfällen.

Wie der Vater des jungen Mannes gegenüber der Redaktion sagte, geht er von einem tragischen Unfall aus, bei dem sein Sohn ins Wasser gestützt sei.

Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren gestern noch fieberhaft auf der Suche nach dem Vermissten. 

Eppertshausen: Schwierige Suche in See:  „Nach eineinhalb Metern geht nichts mehr“

Den ganzen Sonntag waren Dutzende Einsatzkräfte an Land und zu Wasser auf der Suche. Taucher durchkämmten den See, in dem man unter der Oberfläche die Hand kaum vor Augen sieht. „Nach eineinhalb Metern geht nichts mehr“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Romig. Felsvorsprüge lauern unter Wasser, abgestorbene Bäume liegen im See, an deren Ästen sich schnell etwas verfängt. Und auch wenn das Wasser an der Oberfläche gestern noch 23 Grad Temperatur hatte, so sorgen Untiefen mit rapidem Temperaturabfall für Gefahr.

Das THW Kassel brachte eine Sonaranlage, die gestern noch an Bord des Feuerwehrschlauchbootes der Eppertshäuser Wehr den See schalltechnisch absuchte. An drei Stellen wurden Luftbläschen geortet, die aufstiegen. Bojen markierten gestern die Stellen, an denen nochmals Taucher hinabstiegen.

Mit an Bord: Ein Tauchroboter vom THW Eckernförde.

Mann an See in Eppertshausen vermisst: Kriminalkommissariat hat Ermittlungen 

Der Tauchroboter mit zwei schwenkbaren Kameras wurde am Sonntag vom THW Eckerförde angeliefert. Acht Stunden waren die beiden Experten angereist, die ihn bedienten. Ein Stau bei Hamburg verzögerte die Anreise. „Das Gerät liefert glasklare Bilder“, sagt Romig. Mit dem Roboter wird gewöhnlich nach versunkenen Bojen gesucht, er erkundet den Grund der Ostsee, begutachtet Hafenmolen, Grundgewichte, Ketten und Leinen.

Die Suche lief rund um die Uhr. Nachts leuchtete die Wehr alle aus. Gestern Vormittag verhinderte ein starkes Gewitter lange Zeit, dass sich Einsatzkräfte ins Gewässer begeben konnten. Aber Planquadrat auf Planquadrat wurde untersucht.

Nun prüft das Kriminalkommissariat 10 in Darmstadt, unter welchen Umständen der Mann ins Wasser gelangen konnte. (Von Thomas Meier)

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