Filmender Chronist hebt ab

Drohnenflüge fürs Orts-Image

+
Informative Luftbilder wie hier von Eppertshausens Park 45 machte Günter Maier bereits mit seiner Hightech-Drohne. Nun surrt sie für den neuen Imagefilm der Gemeinde über die Dächer des Ortes.

Eppertshausen - Hoch hinaus strebt die Gemeinde, die sich derzeit einen neuen Imagefilm von der Firma MG Media Film in Szene setzen lässt. Günter Maier hat alle Genehmigungen vom Regierungspräsidium und der Landesluftfahrtbehörde eingeholt. Von Thomas Meier 

Ohne Drohne, aber die Kamera stets am Mann: Überflieger Günter Maier.

Jetzt soll seine Drohne Eppertshausen von oben ablichten. Günter Maier kann’s nicht lassen: Kaum hatte er nach dem zehnten „Eppertshäuser Album“ Anfang des Jahres angekündigt, dies sei die letzte Bewegt-Chronik gewesen, die er übers Jahr 2017 für den Ort verfasste, drängt es ihn nun nach Höherem.
Der Hobbyfilmer, der seit seiner Heirat 1969 nach Eppertshausen seinem Wohnort stets neue und immer positive Seiten abgewinnt, will sich, den Bewohnern und all seinen Zuschauern nun den absoluten Überblick über Eppertshausen verschaffen.

Diese neue Herausforderung liegt ganz in seiner Hand und ist nicht an vorbestimmte Termine gebunden, denen er sich von 2008 bis 2017 für die Erstellung seiner Jahresalben unterziehen musste. Keine Feier ohne Maier: Immer mit der Kamera dabei, ob zu politischen, gesellschaftlichen oder Vereins-Terminen. Jetzt sagt er, wann es hoch hinaus geht, wo er seine mit einer Kamera bestückten Drohne aufsteigen lässt und was er damit wie auf digitalen Datenträgern zu speichern gedenkt.

Doch einfach ist auch diese Aufgabe nicht. Ganz im Gegenteil: Bevor er überhaupt mit dem Imagefilm im Auftrag der Gemeinde beginnen kann, hat die Bürokratie viele Hürden gesetzt.

„Seit Oktober vergangenen Jahres greift für Drohnenfliegerei eine verschärfte, neue Gesetzgebung“, berichtet Maier über seine Anfangsmühen. Die Luftfahrtverordnung stellt strenge Regeln auf. Ihnen wappnete sich der Filmer, der seine Leidenschaft um die Jahrtausendwende entdeckte und entwickelte, mit zahlreichen Kursen und in Seminaren. Viele Bescheinigungen und Prüfungsnach- weise sind es, die heute Zeugnis ablegen von etlichen Kenntnisnachweisen über das „Steuern von unbemannten Luftfahrtgeräten“, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Nur knapp zwei Kilogramm wiegt die Hightech-Drohne nebst Kamera, nichts im Vergleich zu den dicken Schwarten an Bestimmungen und Regelungen, die Maier wälzen musste, um sein Spielzeug gen Himmel steigen zu lassen – aber nicht höher als 100 Meter. Und auch nur auf Sichtkontakt. Solche Vorgaben macht die „allgemeine Aufstiegserlaubnis“, die Maier unter anderem hat.

Eine spezielle Erlaubnis holte er sich für sein Eppertshäuser Projekt vom RP in Darmstadt, vom Bürgermeister bekam er einen Wisch, im Auftrag der Gemeinde den Ort zu überfliegen. Ein Zertifikat der Lufthansatechnik bescheinigt ihm, sich nicht nur inn heimischen Gefilden bestens auszukennen, und „vor jedem aufwändigeren Start informiere ich auch noch die Polizeistation in Dieburg, wann ich wo meine Drohne abheben zu lassen gedenke“, sagt Maier. Der derart lizensierte „Registered SafeDrone-Pilot“ weiß, warum er sich solchen Mühen unterzieht, denn Leuten, die Drohnen fliegen lassen, fliegt oftmals auch verbal einiges um die Ohren.

Die Techniktrends 2018 im Überblick

„Hau ab mit deinem Spionage-Ding“, gehört noch zu den harmloseren Äußerungen, denen sich der Drohnen-Aufsteigerlasser ausgesetzt sehen muss. Viele pochen auf ihre vermeintliche „Lufthoheit überm Privatgelände“, wollen Maier jedwede Start- oder Landeerlaubnis entziehen, egal, wie viele Legitimationen der auch vorweist. Und weil etliche Bürger sich gleich derart in ihrer Privatsphäre verletzt sehen, dass sie sofort die Polizei ob des Flieger-Frevlers rufen, beugt Maier vor. „Gut, wenn die Ordnungshüter dann wissen, dass ist nur der Maier, der hat sich angemeldet“, sagt der Drohnenkapitän.

Doch auch für seine rund 25 für den Imagefilm geplanten Überflüge ist er bestens vorbereitet. Die Abflugstellen sind kartiert, spezielle Hotspots werden nahe der Kirche sein, über die Kapelle St. Valentin lässt er seine „Phantom III-Professional“ – so der Name des Fluggeräts asiatischer Herstellung – kreisen, und freilich gerät auch der Franz-Gruber-Platz zum Landepunkt.

Bis zum Herbst lässt Maier seine Drohne auf- und absteigen, denn er hat auch die Jahreszeiten, den Sonnenstand und die Vegetation beim Projekt im Blick. Und dann beginnt das Vertonen, der Schnitt, die Absprache mit der Gemeinde ...

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare