„Ohne die Helfer sind die Leiter gar nichts“

Eppertshäuser Jürgen Reinecke bekommt Umweltschutzpreis

Für sein langjähriges Engagement im Natur- und Umweltschutz wird Jürgen Reinecke vom Odenwaldklub Eppertshausen heute vom Landkreis Darmstadt-Dieburg mit dem Umweltschutzpreis ausgezeichnet.
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Für sein langjähriges Engagement im Natur- und Umweltschutz wird Jürgen Reinecke vom Odenwaldklub Eppertshausen heute vom Landkreis Darmstadt-Dieburg mit dem Umweltschutzpreis ausgezeichnet.

Wenn der Landkreis Darmstadt-Dieburg heute Abend um 17 Uhr im Kreishaus in Kranichstein den Umweltschutzpreis verleiht, ist auch Jürgen Reinecke dabei. Beim Odenwaldklub Eppertshausen war er viele Jahre lang Naturschutzwart. Aber auch heute setzt er sich noch für die Umwelt ein.

Eppertshausen – Im Rampenlicht steht Jürgen Reinecke nicht gerne. Heute muss er es sich aber gefallen lassen. Denn vom Landkreis Darmstadt-Dieburg wird er für sein langjähriges Engagement im Bereich Natur- und Umweltschutz für den Odenwaldklub (OWK) Eppertshausen – neben zwei weiteren Preisträgern – mit dem Umweltschutzpreis ausgezeichnet. Reinecke wird dabei für die Anlage von Feuchtbiotopen, Streuobstwiesen und Ackerrandbepflanzungen, den Krötenschutz an der K 180 zwischen Eppertshausen und Messel sowie für die Anbringung von Fledermauskästen, Bienenhotels und Nistkästen geehrt. Dass er stellvertretend für den OWK ausgezeichnet wird, passt ihm nicht so wirklich. „Das ist alles Teamarbeit“, sagt der 71-Jährige. „Mir tut es weh, dass nur einer für die Arbeit von vielen Beteiligten geehrt wird. Denn ohne die Helfer sind die Leiter gar nichts.“

Dass Reinecke nun den Preis erhält, der immerhin mit 750 Euro dotiert ist, liegt daran, dass er schon seit seiner Anfangszeit beim OWK für den Umweltschutz zuständig ist. 1990 ist er dem Klub beigetreten, seit 1994 ist er Naturschutzwart. Das Amt hatte er 2015 eigentlich aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben – und auch um für jüngere Mitglieder Platz zu machen. Doch da sich niemand fand, wird er noch immer wie der Naturschutzwart behandelt. Auch, wenn er das Amt gar nicht mehr bekleidet. Viel passiert aber nicht mehr in Sachen Naturschutz – beziehungsweise es könnte durchaus mehr sein. „Unsere aktuellen Tätigkeiten sind eher verwalterisch, wir machen nur noch das nötigste“, erklärt er. So liegt der bislang letzte große Arbeitseinsatz im Biotop um das Storchennest herum schon einige Jahre zurück. Lediglich kleinere Mäharbeiten oder das Schneiden der Obstbäume stehen jährlich auf dem Programm. Wie erst vor wenigen Wochen als die OWK-Mitglieder unter anderem die vier Flachwasserzonen im Biotop In den Stöcken, die die Fortpflanzung der Amphibien und anderen Tieren gewährleisten sollen, von Unkraut und wuchernden Sträuchern befreit haben (wir berichteten). Wobei auch die Gemeinde mit der Abfuhr des Grünschnitts geholfen hat.

Verschrieben hat sich Reinecke – neben den Störchen – unter anderem dem Amphibienschutz. Eines seiner größten Projekte war die Unterführung der Kreisstraße 180 für Kröten, Eidechsen und andere Tiere im Zuge der Sanierung jener Strecke im Jahr 2012. „Vorher war die Straße teilweise komplett voll mit plattgefahrenen Kröten“, erzählt Reinecke. Teilweise seien sogar Autofahrer angehalten und hätten dabei geholfen, die Straße zu säubern. „Irgendwann war sie dann ja auch glatt.“ Seinem beim Kreis eingereichten Antrag wollte die Verwaltung nicht so recht folgen. Also hat Reinecke einen Förderantrag beim Frankfurter Flughafen eingereicht, bei dem er zu diesem Zeitpunkt gearbeitet hat – und dem hat die Fraport, die als Ausgleich für ihre Start- und Landebahnen in Naturschutzprojekte investiert, stattgegeben. 30 000 Euro wurden dem OWK bereitgestellt, der die Unterführung damit mitfinanzieren wollte. Durch die erhöhte Aufmerksamkeit haben sich dann immer mehr Menschen für das Projekt eingesetzt. „Und dann hat der Kreistag endlich zugestimmt“, blickt Reinecke froh zurück. (Lars Herd)

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