20 Jahre Seniorenhilfe

Wird immer wichtiger: soziales Miteinander

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Die Ehrung der Aktiven war dem Vorstand der Seniorenhilfe ein ganz besonderes Anliegen.

Eppertshausen - „In einer Zeit, in der Individualisierung und Vereinsamung zunehmen, die Zahl der Alten stetig steigt und die hergebrachten Formen des sozialen Miteinanders von der Bevölkerung immer weniger angenommen werden, muss ein neues Modell bürgerlichen Engagements entstehen.“

Peter Langmaack zitierte bei der 20-Jahr-Feier der Eppertshäuser Seniorenhilfe in der Bürgerhalle diese Zeilen und verband damit eine Überraschung. Denn die gesellschaftskritische Beobachtung stammt nicht aus 2018, sondern bereits von 1998. „Dennoch hat sie nichts von ihrer Aktualität verloren. Die Antworten, die darauf gefunden werden müssen, sind ebenfalls gleich geblieben“, formulierte der Vorsitzende in seiner Rede. .

Den feierlichen Rahmen der Veranstaltung rundeten jeweils ein halbstündiger Auftritt Mandolinenorchesters des Odenwaldklubs und des Chors „Musica“ des Gesangvereins Germania ab. Zudem wurden die langjährigen Mitglieder geehrt.

In ihrem Entstehungsjahr 1998 zählte die Seniorenhilfe 43 Mitglieder, im folgenden Jahr kletterte die Zahl schon auf 104. Zwei Jahre später waren es 156, aktuell gehören 320 Köpfe zum gemeinnützigen Verein. „Vor allem die aktiven Helfer bilden Seele, Herz und Verstand“, hob Langmaack hervor. Damit lenkte er den Blick auf 56 Frauen und Männer, die Bedürftigen zur Hand gehen.

Interessant war die Gesamtzahl der Hilfestellungen, die in den vergangenen zehn Jahren geleistet wurden. So fand unter anderem 1 167 Mal eine Begleitung zu Ärzten und Krankenhäusern mit dem eigenem Pkw statt. Eine Entlastung pflegender Angehörige 1 016 Mal, Hilfen im Hause und Hausbesuche 210 Mal.

„Schaut man sich diese Summen an, ist die Arbeit der Seniorenhilfe eine Erfolgsgeschichte“, bilanzierte Langmaack. Dem stimmte Bürgermeister Carsten Helfmann zu. Wie er sagte, funktioniere die Partnerschaft von Gemeinde und Seniorenhilfe. So könne der Verein kostenfrei das Haus der Vereine für seine Vermittlungsarbeit nutzen. Auch der Bauhof greife beim Transport der Bude für den Weihnachtsmarkt gerne unter die Arme.

Das von der Gemeinde angebotene und subventionierte Taxiangebot „Eppertshausen Mobil“ sieht Helfmann nicht in Konkurrenz zur Arbeit der Seniorenhilfe. Hier bestehe lediglich günstig die Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Die für den Hilfsverein typische personelle Unterstützung und Begleitung liege hier nicht vor.

Derzeit ist dessen Vorstand bemüht, eine neue Hütte für den Weihnachtsmarkt anzuschaffen. Dafür wird ein vierstelliger Betrag benötigt, der durch Spenden gewonnen werden muss. Die Volksbank Maingau unterstützt das Bestreben bereits mit einem Crowdfunding-Angebot, im Namen der Sparkasse übergab Bürgermeister Carsten Helfmann weitere 250 Euro.

Die Feier zum Gründungsjubiläum begann mit einer großen Kaffee- und Kuchentafel. Sie war kostenfrei, dafür wurde um eine Spende gebeten. Am Ende des Programms wartete am frühen Abend ein großes Buffet. Dort ließ sich aus einer ansprechenden Auswahl an Häppchen wählen.

Kurz zuvor kamen die langjährigen aktiven und passiven Mitglieder zu Ehren. Passive Gründungsmitglieder sind Annemarie Hentzner, Maria Neumann, Inge Schmid, Margarete und Artur Seitel sowie Claudia Winter. Zu den aktiven Gründungsmitgliedern zählen Gisela Anders, Else Blickhan, Edith und Peter Langmaack, Christa und Klaus Schmid, Helga Raab, Walter Schmid und Elisabeth Wandschura. Keine Gründungsmitglieder aber seit 20 Jahren aktiv sind Gertrud Schultheis, Birgit Buchheim, Sieglinde Jassmann, Panja Schrod, Odette und Julius Hamberger sowie Margot Kovac. (mj)

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