Kirchweih-Spruch und Gottesdienst

Kerb ohne Party und Umzug – Doch ein Teil der Feierlichkeiten könnte gerettet werden

Strahlende Gesichter wie beim Kerbumzug 2019 gibt es in Eppertshausen diesmal nicht zu sehen: Von der Kirchweih bleibt bestenfalls ein kleines Restprogramm übrig, ohne Umzug, Party und Familiennachmittag.
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Strahlende Gesichter wie beim Kerbumzug 2019 gibt es in Eppertshausen diesmal nicht zu sehen: Von der Kirchweih bleibt bestenfalls ein kleines Restprogramm übrig, ohne Umzug, Party und Familiennachmittag.

Den Freunden der Kerb in Eppertshausen und vor allem dem aktuellen Jahrgang sowie dem neuen Kerbvater steht ein harter Herbst bevor. Doch es gibt Hoffnung.

Eppertshausen – Würde die Gemeinde ihre vor einem Jahrzehnt erfolgreiche wiederbelebte Kirchweih Anfang Oktober normalerweise auf vielfältige Art zelebrieren, fällt das Ereignis wegen Corona diesmal weitgehend ins Wasser. Darauf hat sich das Kerbkomitee bereits verständigt. Ein kleiner Teil der Feierlichkeiten kann womöglich aber gerettet werden.

Das Kerbkomitee besteht aus Vertretern der Kerbjahrgänge, Kirchen- und Vereinsakteuren sowie Gemeindemitarbeitern und Bürgermeister. Offizieller Veranstalter der Eppertshäuser Kerb ist der Gemeindevorstand. Rathaus-Chef Carsten Helfmann hat sich bereits mehrfach mit den anderen Beteiligten ausgetauscht, auch mit Jens Murmann. Der wurde 2019 als neuer „Vadder“ vorgestellt und soll in diesem Jahr erstmals seines Amtes weilen, unter anderem den Kerbspruch verlesen. Von 2017 bis 2019 hatte Eppertshausen mit Katharina Schröder eine Kerbmutter.

Die Essenz der Gespräche ist für Kerbfans ernüchternd: Vom Treiben der vergangenen Jahre bleibt diesmal – bestenfalls – sehr wenig übrig. Der Kerbumzug am Samstag fällt definitiv aus. „Dies gilt auch für die Kerbparty am Samstagabend und das Kerbbaumaufstellen mit Feier am Freitagabend“, sagt Helfmann. Ebenfalls zu heikel ist dem Komitee der Familiennachmittag am Sonntag. Zu dem kamen im Vorjahr 400 Menschen in die Bürgerhalle. Zum Programm gehört dort auch der Kerbspruch.

Zumindest diese anekdotenreiche Rede übers vergangene Eppertshäuser Jahr soll „Kerbvadder“ Jens Murmann halten dürfen – im Rahmen des Kerbgottesdiensts. Der war in den Vorjahren dem Umzug am Samstag vorgeschaltet. Diesmal könnte es einen Open-Air-Gottesdienst geben, der im Freien – vor der Bürgerhalle oder auf dem Franz-Gruber-Platz – stattfinden würde, wie Helfmann den momentanen Planungsstand schildert. All das unter dem Vorbehalt, dass das Infektionsgeschehen nicht wieder deutlich anziehe. Bleibe es auf dem jetzigen sehr niedrigen Niveau, könne man zum Gottesdienst bis zu 250 Besucher zulassen. „Der Kerbspruch wäre dann die Predigt und soll auch im Internet übertragen werden“, blickt Helfmann voraus.

Weiterhin wisse er von mehreren Kerbjahrgängen, die Anfang Oktober alternativ private Treffen als kleines Ersatzprogramm vorhätten. Das Kerbtreiben am Montag in den Eppertshäuser Gaststätten könne coronakonform ebenfalls stattfinden. Hier seien die Gastronomen –wie im Alltagsbetrieb – in der Pflicht, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ihrer Gäste zu kontrollieren.

Die bisherigen Gespräche mit Vereins- und Jahrgangsvertretern beschreibt Carsten Helfmann („Die Sicherheit steht über allem“) derweil als konstruktiv und von Verständnis für die Ausnahmesituation geprägt, auch wenn gerade in den jüngeren Jahrgängen die Enttäuschung über die weitgehende Absage der Sause klar zu spüren sei. (Von Jens Dörr)

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