Freiere Gestaltung

„Am Abteiwald“: Änderung des Bebauungsplanes erleichtert Doppelhaus-Eignern Planung

Neue Freiheiten für die Gestaltung von Doppelhaushälften gibt es jetzt im Baugebiet „Am Abteiwald“.
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Neue Freiheiten für die Gestaltung von Doppelhaushälften gibt es jetzt im Baugebiet „Am Abteiwald“.

Eine Erleichterung für Bauherren von Doppelhaushälften im Neubaugebiet „Am Abteiwald“ führt eine redaktionelle Satzungsänderung herbei, die jetzt die Gemeindevertretung mit Mehrheit beschloss. Es geht um „gleichartig“ oder nicht.

Eppertshausen - Für die Gebiete Nr. 1 und Nr. 1.1 gilt bislang die sogenannte offene Bauweise auf den Grundstücken, auf denen nur Einzel- und Doppelhäuser zulässig sind. Durch diese Festsetzung sind Doppelhäuser nach der Rechtsprechung einzig „gleichartig“ herzustellen, was freilich die Kreativität der einzelnen Bauherren stark einschränkt. Denn eine deutliche Abweichung der beiden Doppelhaushälften beispielsweise hinsichtlich der Trauf- und Firsthöhe, der Gebäudetiefe oder der Dachausbildung ist nicht möglich. Doppelhaushälftenbezieher sind zum gemeinsamen äußerlichen Auftritt genötigt. Das bedeutet, beide Eigentümer oder Bauherren müssen sich im Vorfeld des Errichtens abstimmen oder eine Erklärung zur „gleichartigen Bauweise“ abgeben und die Bauunterlagen bei der Bauaufsichtsbehörde einreichen.

Die Gemeindevertretung hatte in den Bauleitplanverfahren für die einst beschlossenen, älteren Baugebiete „Auf der Bayerswiese“ und „Im Einstumpf“ bewusst keine Festsetzung getroffen, das die beiden Doppelhaushälften gleichartig zu planen und zu bauen sind. Dort wollten die Gemeindevertreter den Bauherren die planungsrechtlichen Möglichkeiten weitgehend offen halten. Es war also auch keine Abstimmung zwischen den Bauhälfteneignern nötig.

Eppertshausen (Hessen): Häuser sehen unterschiedlich aus

Und nun sehen auch „Am Abteiwald“ einige Doppelhaushäuser, die noch im Werden sind, unterschiedlich aus, obwohl dort die Gleichartigkeitspflicht gilt. Dies fiel bereits auf, als von den Bauherren Anträge als „freigestellte Vorhaben“ oder solche mit eingeschränktem Prüfungsumfang bei der Bauaufsicht eingereicht wurden. Die erkannte so auch blitzschnell auf „nicht gleichartig“ und erklärte, eine Genehmigung sei nicht möglich.

Es sei denn, die Gemeindevertretung ändere ihre Festsetzung und passe den Bebauungsplan „Am Abteiwald“ an. Was mit der textlichen Änderung im Nachgang mit der zweiten Änderung des Bebauungsplan nun auch erfolgte. Für Einzelhäuser gilt offene Bauweise, „abweichende“ für Doppelhäuser. So darf nun jeder Bauherr nach seiner Fasson die Doppelhaushälfte gestalten, unabhängig vom direkten Nachbarn.

VON THOMAS MEIER

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