Landesprogramm „Aktive Kernbereiche“

Eppertshausen: So soll die Verbesserung der Hauptstraße bezahlt werden

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Die unansehnliche Hauptstraße soll aufgehübscht werden. Dazu beantragt Eppertshausen nun die Aufnahme ins Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“. 

Weil man sich Zuschüsse für eine Verbesserung der Hauptstraße wünscht und weil es die Nachbarn par excellence vormachen: Eppertshausen möchte in das Programm „Aktive Kernbereiche“ aufgenommen werden, um hilfreiche Fördermittel abschöpfen zu können.

Eppertshausen – Den Beschluss zur Aufnahme fällten die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig.

Für Maßnahmen zur Innenentwicklung der Hauptstraße stehen im Haushaltsplan fürs laufende Jahr 10 000 Euro. Durch das Land Hessen sind verschiedene Programme für Städtebauförderungsmaßnahmen aufgelegt. Sie orientieren sich an den „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepten in der Städtebauförderung“ – kurz „ISEK“ – einer Arbeitshilfe für Kommunen vom Bund.

Die Verwaltung Eppertshausens führte bereits Gespräche mit Vertretern des Immobilien-Kompetenzzentrums im Konzernverbund der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) über die personelle Unterstützung bei der Prüfung der verschiedenen Fördermaßnahmen. Bürgermeister Carsten Helfmann berichtete: „Land und Bund gewähren im Rahmen des Förderprogramms Zuschüsse von grundsätzlich zwei Dritteln der förderfähigen Kosten.“ Da kann für die 6 000-Einwohner-Kommune gut was rüberkommen. Noch dazu, weil entsprechend der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde und ihrer Stellung im Finanz- und Lastenausgleich der Anteil noch erhöht werden kann.

In dieses Förderprogramm hineinzukommen sei nicht so einfach, sagte Helfmann, erinnernd, dass auch Münster die Aufnahme erst im zweiten Anlauf schaffte. Die Nachbarn seien mit guten Ideen und Rückhalt aus der Bürgerschaft nun mit dabei.

Die Bewerbungsfrist für die „Aktive Kernbereiche“ endet bereits am 17. Juni, weshalb in der Sitzung ein Beschluss herbeigeführt werden musste. Der Verwaltungschef umriss das Vorhaben nochmals. Zwar steht die Hauptstraße, deren Aussehen im vergangenen Jahr ja einen Riesen-Verriss im Hessischen Fernsehen bekommen hatte (wir berichteten), im Hauptaugenmerk, doch wurde das Fördergebiet weiter gefasst. Das Bewerbungsareal umschließt das Gebiet von der Ober-Rodener Straße über Schul- und Friedhofstraße sowie den Franz-Gruber-Platz bis zur Babenhäuser Straße. Laut Helfmann muss eine „parzellenscharfe Abgrenzung“ des möglichen Fördergebietes eingereicht werden. Im ins Auge gefasten Plangebiet seien rund 1 300 Menschen betroffen. Sie gelte es mit ins Boot zu holen, denn sollte Eppertshausen ins Programm aufgenommen werden – „was beim ersten Anlauf eher unwahrscheinlich ist“ – habe man nur ein Jahr Zeit, einen Zehnjahresplan vorzulegen. Und weil auch private Investitionen vom Programm gefördert werden, sei es wichtig, schnell und umfassend über die Möglichkeiten zu informieren. Eine Gestaltungssatzung für das abgezirkelte Areal des „Aktiven Kernbereichs“ sei angeraten. Hierüber könne man beispielsweise Vorgaben machen über Farben, mit denen Häuser, die in die Förderung fallen, angelegt werden dürfen. „Es soll nicht jeder machen können was er will“, kam der Bürgermeister auf das Langzeit-Ärgernis beispielsweise der zahlreichen Werbetafeln im Hauptstraßenzug zu sprechen. Auch müsse geklärt werden, ob neben Land und Bund auch die Gemeinde ein Scherflein zur Verschönerung von Privatseite beiträgt.

„Es gibt viel Arbeit, die mit externen Beratern und der Bevölkerung geleistet werden muss“, sagte Helfmann. Doch die von ihm auch in Aussicht gestellten „tollen Möglichkeiten“ ließen alle Abgeordnete dem Beschluss zustimmen. Für die Sozialdemokraten etwa erklärte Günter Schmitt, man stimme dem Vorgetragenen vollinhaltlich zu, wissend, das Ganze sei zum Scheitern verurteilt, wenn die Menschen nicht mitzögen. Er verwies auf die sanierte Schulstraße, deren Bewohner sich gegen eine Begrünung ihres Straßenzuges entschieden hatten, obwohl dies dem Quartier sicher gutgetan hätte. „Wir freuen uns, wenn nun ein Anfang gemacht wird“, sagt Schmitt.

Von Thomas Meier

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